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Zwei Zimmer für eine Familie

Mit 15 Gemälden von Edvard Munch (1863–1944) kann das Zürcher Kunsthaus mehr Werke des Künstlers zeigen als jedes andere Museum ausserhalb von Norwegen. Auch Porträts der Familie Esche gehören dazu. Im Rahmen einer kleinen Sonderschau werden sie und die Familie lebendig.

Edvard Munch, Kinderbild: Erdmute und Hans-Herbert Esche, 1905, Öl auf Leinwand. Kunsthaus Zürich.
Edvard Munch, Kinderbild: Erdmute und Hans-Herbert Esche, 1905, Öl auf Leinwand. Kunsthaus Zürich.
Herbert-Eugen-Esche-Stiftung

Wie ungewohnt und was für eine hübsche Idee: ein Raum in der Sammlung des Kunsthauses, eingerichtet wie ein grosszügiger ­Salon, eher Speise- als Wohnzimmer. Um einen runden Tisch vier weiss lackierte Armsessel mit rotbrauner Lederpolsterung, dazu, an die Wände gerückt, zwei passende Stühle, falls zusätzlich Gäste kommen. Ausserdem, im gleichen Design, ein Servierwagen und eine grosse Anrichte. Fehlt nur noch das Hausmädchen, das einem den Tee oder Sherry serviert. Aber so weit mag man die Häuslichkeit im Kunsthaus doch nicht treiben, es bleibt ohne weitere wohnliche Zutaten bei den hellen Möbeln. Die Aufmerksamkeit des Betrachters gilt sowieso den Gemälden an den vier Wänden; wer auf einem der Sessel Platz nimmt, lernt eine ganze ­Familie kennen.Da ist der Vater Herbert Eugen Esche (1874–1962), zum einen gross und leicht, mehr Pastell- als Ölbild, als Dreiviertelfigur erfasst, wie er vor seinen Büchern steht, ein Buch in der Hand; zum andern kleiner als Brustbildnis, elegant, älter, gesetzter wirkend – Esche sitzt denn auch auf dem kleineren Porträt, die Farben sind heftiger, das orangefarbene Holz der Stuhllehne legt sich als Farbwurst auf seine Schultern.

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