Radquer Meilen

Von 4-Jährigen bis zu den Senioren fuhren alle querfeldein

Das dritte Meilemer Radquer bestimmte am Berchtoldstag das Geschehen rund um das Sportzentrum Allmend. In zehn Kategorien – von den Kids bis zu den gestandenen Altersklassen – waren rund 400 Aktive am Start.

Die Zuschauer waren beim dritten Meilemer Radquer hautnah dabei.

Die Zuschauer waren beim dritten Meilemer Radquer hautnah dabei. Bild: Patrick Gutenberg

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Dreck gehöre einfach zu einem richtigen Radquer, sind sich die Zuschauer einig, die sich auf dem Wettkampfgelände zur EKZ-Cross-Tour in Meilen eingefunden haben. Zu einer eigentlichen Schlammschlacht treten am Vormittag die Hobbyfahrer an. Am frühen Morgen hat es noch geregnet, was die Unterlage für die Fahrer in der Kategorie «Cross für alle» matschig macht. Vor allem die älteren Semester passen das Tempo den widrigen Bedingungen an.

Im Laufe des Vormittags scheint aber plötzlich die Sonne, und es windet stark. «Jetzt trocknet es ab», sagen die Experten im Publikum. Das mache das Ganze aber nicht einfacher. «Der Morast bleibt nun am Boden kleben, das wird eine zähflüssige Angelegenheit.» Auf dem Zickzackkurs hoch hinauf in Richtung Ho­hen­egg kommen die Junio­ren in ihren Altersklassen wie auch die Athleten in den Amateur- Kate­gorien tatsächlich tüchtig ins Schwitzen.

Enge Kurven und rasante Abfahrten

Auf den steilsten Passagen ist es mit dem Fahren vorbei, da muss das Rad im Laufschritt geschultert oder gestossen werden. Nach dem Kulminationspunkt folgt die rasante Abfahrt. In den engen Kurven wird das Tempo merklich gedrosselt. Trotzdem kommt es zu Stürzen. «Die stürzen, weil die Ketten der Räder verklebt sind», sagt die Expertenrunde.

Die Fans verfolgen das spektakuläre Geschehen hautnah. Auch das Zielgelände auf der Leichtathletik-Tartanbahn der Sportanlage Allmend ist in Sicht­weite. Einen solchen Überblick bietet im Radsport im Freien einzig ein Radquerrennen. Ins Ziel­gelände strömen nun die Zuschauer kurz nach Mittag, stehen doch die Wettkämpfe der Kate­gorie «Kids-Cross» an.

Drei Runden auf dem Fussweg

Vier Altersgruppen benutzen nicht die Wiese als Strecke, sondern­ drehen eine bis drei Runden auf dem Fussweg entlang der Tartanbahn. Bei den Jüngsten treten nicht alle in die Pedale, vielmehr stossen einige mit den Füssen am Boden ab. Das erste Rennen gewinnt der fünfjährige Finn. Seine Mutter Claudice Müssiggang beglückwünscht ihren Sohn. «Er hat schon an der Cross-Tour an seinem Wohnort in Baden gewonnen», sagt sie nicht ohne Stolz. Noch ein Jahr jünger ist Thi­bault aus Meilen. Sein Vater Nicolas Christinet gratuliert dem Sohnemann und hält den Augenblick mit dem Smartphone fest.

Schon fast Sensationelles ereignet sich bei den Neun- bis Elfjährigen. Der Sarganser Noé hängt alle Konkurrenten ab, ja er überholt sogar den viel älteren Vorfahrer, der das Feld eigentlich anführen sollte. Der Neunjährige siegt mit grossem Vorsprung. «Eigentlich fährt er am liebsten Mountainbike», heisst es aus seinem Umfeld. Letztes Jahr habe er auf dem Bike fast alles gewonnen.

Viel Betrieb in der Wechselzone

Bei nun kälteren Temperaturen ist die Strecke am Nachmittag noch mehr abgetrocknet, sodass die Profifahrer in den Hauptrennen immer noch schwierige, aber machbare Bedingungen vorfinden. Dreckige Sportgeräte handeln sie sich trotzdem ein. In dem mit Wechselzone bezeichneten Streckenabschnitt herrscht deshalb hektische Betriebsamkeit. Die Fahrer fassen ein neues Rad, derweil ein Heer von Betreuern die verschmutzen Räder packt und mit ihnen hinunter zur Wasch­anlage rennt. Dort werden die Velos mit Schläuchen abge­spritzt und eilig in die Wechsel­zone zurückgebracht.

Auch dieses Spektakel gefällt den Fans. Für OK-Chef Thomas Scheurer vom Organisator Velo­club Meilen ist es ein gelun­gener Anlass. «Rund 2000 Besucher sind gekommen, das ist eine erfreuliche Zahl.» Dar­unter habe es viele einheimische Fans gehabt, die sonst kaum an ein Radquer gehen. «Die Veran­staltung kommt also in der ­Region gut an.» Auch Christian Rocha, Präsident der EKZ-Cross-Tour, ist voll des Lobes: «Mei­len wird auch im nächsten Jahr Gastgeber des Finales der Tour sein.»

Erstellt: 02.01.2018, 19:30 Uhr

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