Küsnacht

Vom Rasen ans Moderationspult

Kathrin Lehmann weilt zurzeit in Frankreich und kommentiert für Radio SRF 3 die Spiele live aus dem Stadion. Danach kommt die Küsnachterin, die in München lebt, zurück in ihr Heimatdorf und hält dort die 1.-August-Rede.

Für Radio SRF 3 kommentiert Kathrin Lehmann die EM-Spiele der Schweizer Nationalmannschaft und den Final der Europameisterschaft in Frankreich.

Für Radio SRF 3 kommentiert Kathrin Lehmann die EM-Spiele der Schweizer Nationalmannschaft und den Final der Europameisterschaft in Frankreich. Bild: SRF

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Obwohl Kathrin Lehmann ihre Karriere als Profifussballerin 2011 beendet hat, dreht sich in ihrem Leben immer noch alles um das runde Leder. Momentan befindet sich die 36-jährige Küsnachterin in Frankreich. Für Radio SRF 3 kommentiert sie die Spiele der Schweizer Nationalmannschaft und den Final am 10. Juli. Lehmann blüht auf, wenn sie von ihrer Zeit im französischen Nachbarland berichtet. «Es ist absolut grossartig, während der EM für das Radio in Frankreich zu sein», schwärmt sie.

Kathrin Lehmann, morgen trifft die Schweizer Nationalmannschaft auf Rumänien. Ihr Tipp?
Mein Herz schlägt für die Schweiz. Aber Rumänien ist zu gut, als dass die Schweiz das Spiel für sich entscheiden könnte. Wenn sich die Spieler voll konzentrieren, wäre eventuell auch ein Unentschieden realistisch.

Die Spieler wärmen sich vor dem Spiel auf. Wie bereiten Sie sich als Moderatorin auf einen Match vor?
Wie die Nati sind auch wir Moderatoren ein Team. Wir fahren gemeinsam früh ins Stadion. Dann sitzen wir zusammen und besprechen das bevorstehende Spiel. Anschliessend zieht sich jeder zurück. Wir sind alle leicht nervös vor den Matches.

Wie verstehen Sie sich mitIhren ModerationskollegenPeter Schnyder und MarcelMelcher?
Wir harmonieren sehr gut mit­einander. Das Wichtigste für mich ist aber, dass wir denselben Humor teilen. So können wir uns gegenseitig hochnehmen, ohne dass jemand beleidigt ist. Die beiden Herren moderieren schon seit 30 Jahren zusammen. Sie sind dadurch enorm versiert, was Statistiken anbelangt.

Was ist denn Ihre Moderationsspezialität?
Ich habe selber jahrelang denselben Sport ausgeübt. So fällt es mir leichter, nachzuvollziehen, wie es den Spielern geht. Ich frage mich, wie eine bestimmte Situation für mich damals war, und ziehe dann einen Vergleich zwischen früher und heute.

Packt Sie dann nicht plötzlich die Lust, selber wieder profimässig zu spielen?
Natürlich, aber das ist nur von kurzer Dauer. Ich sehe die Stadien und die Fans und denke, dass es schon toll wäre, selber wieder auf dem Rasen zu stehen. Dafür müsste ich aber wieder zwölfmal pro Woche trainieren. Dann merke ich: Das Spiel vom Sofa aus zu verfolgen, ist genauso schön.

Was fasziniert Sie daran, ein Spiel im Radio zu kommentieren?
Ich mag den Gedanken, dass alle am Radio zwar dasselbe Spiel hören, unter Umständen aber etwas ganz anderes sehen.

Sie leben jetzt in München, kommen aber ursprünglich aus Küsnacht. In ihrem alten Heimatdorf werden Sie die diesjährige 1.-August-Rede halten. Was bedeutet Ihnen das?
Das tönt jetzt kitschig, aber: Das ist einer meiner grössten Träume, der hiermit in Erfüllung geht. Ich freue mich wahnsinnig darauf.

Bereiten Sie sich auf diesen Auftritt genauso akribisch vor wie vor einem Match, den Sie kommentieren?
Ich bereite mich tatsächlich schon darauf vor, seit ich angefragt wurde. Wann immer mir etwas in den Sinn kommt, notiere ich mir das. Ich könnte mit meinen Ideen mittlerweile ein Buch schreiben. Allerdings wird die Rede wohl sehr von meiner Stimmung abhängen. Ich bin ein emotionaler Mensch. Wenn es regnet, wird die Rede eine ganz andere sein, als wenn die Sonne scheint.

Wissen Sie schon ungefähr, in welche Richtung die Rede gehen wird?
Vielleicht spreche ich über die Nationalhymne. Darüber, wie es sich anfühlt, diese vor dem Spiel, wie beim Fussball, oder wie beim Eishockey nach dem Match zu singen. Es kann auch sein, dass ich über die Werte spreche, die ich als Schweizer Sportlerin ins Ausland tragen möchte. Es gibt so viele Dinge, die ich gerne erzählen möchte.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.06.2016, 15:50 Uhr

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