Erlenbach

Vier Feuerwehren arbeiten künftig enger zusammen

Die Ortsfeuerwehren von Erlenbach, Küsnacht, Zollikon und Zumikon wollen näher zusammen­arbeiten. Im Rahmen des Feuerwehrkonzeptes 2020 soll die Nachbarschaftshilfe der Gemeinden verstärkt werden. Von einer Fusion ist aber nicht die Rede.

Beim Brand des Erlenbacher Schützenhauses im März 2016 erhielt die Feuerwehr Erlenbach Unterstützung aus Zollikon und Meilen.

Beim Brand des Erlenbacher Schützenhauses im März 2016 erhielt die Feuerwehr Erlenbach Unterstützung aus Zollikon und Meilen. Bild: Sabine Rock

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Zwei Feuerwehrautos standen schon auf dem Vorplatz des Depots an der Erlenbacher Schulhausstrasse bereit, bevor die Medienorientierung begann. Deren Thema war das Konzept 2020, das die kanto­nale Gebäudever­sicherung 2013 ins Leben gerufen hatte: Es soll die Zusammenarbeit der Feuerwehren stärken.

Die Übung, die nach der Orientierung stattfand und an der ­alle Offiziere der vier Gemeinden teilnahmen, war aber nichts ­Neues. Sie findet nämlich schon länger viermal jährlich jeweils in einer der Gemeinden statt. Neu ist hingegen, dass Erlen­bach enger­ mit den Ortsfeuerwehren von Küs­nacht, Zumi­kon und Zolli­kon zusammenarbeitet. Im Rah­men des Konzeptes 2020 einig­ten sich die Feuerwehr­kommandanten und die vier Ressort­vorsteher der Gemeinden, wie die Kooperation künftig aussehen soll.

Keine Fusion

Daniel Westermann (SVP), Erlenbacher Sozial- und Sicherheitsvorstand, leitete die Orientierung am Mittwochabend. Er beteuerte, dass die engere Zusammen­arbeit keinesfalls eine ­Fusion der Feuerwehren bedeute und erklärte, dass die Autonomie unabdingbar sei, um die strengen Einsatzzeiten zu erfüllen. Laut diesen müsste im Notfall in zehn Minuten eine Gruppe von zehn Mann vor Ort sein. «Eine lokale Feuerwehr kennt die Gemeinde und ihre Pappen­heimer», erklärte Westermann, sie könne also viel schneller und effizienter eingreifen als eine zentralisierte Feuerwehr. Als Beispiel nannte er die Kunst­eisbahn Küsnacht und die Mar­tin-Stiftung, die im Ernstfall sehr unterschiedliche Herangehensweisen erforderten. Dazu komme, dass eine zentralisierte Feuerwehr laut Westermann bei einem Grossereignis wie dem Sturmtief Burglind heillos überfordert wäre, weil niemals in jeder Gemeinde gleichzeitig gefährliche Strassen abgesperrt oder Unfälle behoben werden könnten. Ausserdem sei eine lokale Feuerwehr besser mit der Bevölkerung vernetzt, was einen grossen Vorteil beim Anwerben neuer Mitglieder der Feuerwehr darstelle.

Gerätschaften werden geteilt

Grundsätzlich bleiben die Feuerwehren also autonom. Trotzdem sollen durch die Kooperation Ressourcen und Kosten eingespart werden, wie es in einer gemeinsam verfassten Mitteilung heisst. So könnten zum Beispiel eine Drehleiter und andere Gerätschaften, die nur in Spezialfällen gebraucht werden, unter den Gemeinden geteilt werden. Wie viel genau eingespart werden kann, konnte Westermann denn noch nicht sagen. Eine stärkere Zusammenarbeit wird ausserdem im Bereich­ der Ausbildung erwartet.

Während die anderen drei Orts­feuerwehren schon länger kooperieren, ist Erlenbach gewisser­massen Nachzügler. Wester­mann erklärte, man habe auch mit dem Gedanken gespielt, sich mit Meilen zusammenzutun. Wegen der bestehenden Zusammenarbeit von Küsnacht, Erlenbach und Zumikon im Zivilschutz habe sich die jetzige Lösung als die bessere gezeigt.

Die Polizeiaufgaben von Erlenbach hingegen werden von der Kommunalpolizei Meilen-Herrliberg-Erlenbach übernommen. Eine engere Zusammenarbeit mit Küsnacht, Zolli­kon und Zumikon­ steht dort nicht zur ­Debatte. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.01.2018, 14:48 Uhr

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