Rapperswil-Jona

Verwaltungsgericht bremst Stadt beim Jugendzentrum aus

Mindestens ein halbes Jahr verzögert sich der Bau des Jugendzentrums auf dem Zeughausareal. Der Grund: Ein Planungsbüro hat geklagt, weil die Stadt die Offerte eines Konkurrenten berücksichtigte.

Das Zeughaus 4 wird zum Jugendzentrum umgebaut: Bis es soweit ist, muss erst ein Rechtsstreit geklärt werden.

Das Zeughaus 4 wird zum Jugendzentrum umgebaut: Bis es soweit ist, muss erst ein Rechtsstreit geklärt werden. Bild: Manuela Matt

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Es ist das Prestigeprojekt der Stadt Rapperswil-Jona für Kinder und Jugendliche: Das neue Jugendzentrum auf dem Zeughausareal. Im Frühling diesen Jahres gaben die Stimmbürger grünes Licht für den 3-Millionen-Franken-Kredit. Die Euphorie und der Tatendrang des Stadtrates war gross – doch nun funkt das St. Galler Verwaltungsgericht gehörig dazwischen. Das Gericht unterstagt der Stadt, Verträge mit einem Planungsbüro abzuschliessen. Es hat in einer Verfügung der Beschwerde die sogenannten aufschiebende Wirkung erteilt.

Gegen die Vergabe der Planerarbeiten an das Rapperswil-Joner Architekturbüro Piceci hat sich eine Arbeitsgemeinschaft von zwei weiteren lokalen Architekturbüros gewehrt.

Der Grund: Die Stadt hat bei der Offertbeurteilung nicht bei allen Planungsbüros den selben Leistungsumfang berücksichtigt. Das sogenannte «Vorprojekt» war im Vorfeld der Volksabstimmung an das Architekturbüro Piceci vergeben worden. Dieses hatte die Arbeiten daraufhin pflichtgemäss erledigt. Bei der nun erfolgten Vergabe der nächsten Planerarbeiten offerierte Piceci logischerweise ohne die Kosten des Vorprojektes, die nun klagenden Konkurrenten von Wissmann Architekten und Ziegler + Partner jedoch mit.

Weil Piceci insgesamt das wirtschaftliche günstigste Angebot abgegeben hatte, und ohne Kosten des Vorprojektes kalkulierte, erhielt das Büro den Zuschlag. Hätte man bei der Konkurrenz die Kosten für das Vorprojekt auch abgezogen, hätte der Zuschlag an die Arbeitsgemeinschaft erfolgen müssen, so die Argumentation der Beschwerdeführerin. Das St. Galler Verwaltungsgericht sieht deshalb in der öffentlich publizierten Verfügung den «Grundsatz der Gleichbehandlung der Anbieter» verletzt. Die Stadt hatte erfolglos versucht, die aufschiebende Wirkung für den Vertragsabschluss zu verhindern.

Der bauliche und hygienische Zustand des Jugendtreffs am heutigen Standort im Stampf sei «lamentabel», argumentierte die Stadt. Auch sicherheitsrelevante Installationen seien mehr als sanierungsbedürft. Zudem enthalte der Zeitplan für den Umbau auf dem Zeughausareal keine Reserven. Diese Argumente empfand das Verwaltungsgericht als nicht stichhaltig. «Wir sind darüber sehr betrübt», meint Bauchef Thomas Furrer (parteilos). Man sei eigentlich davon ausgegangen, den Planungsbüros klar genug mitgeteilt zu haben, dass ein Vorprojekt nicht mehr notwendig sei.

Eröffnung frühstens 2020

Bis ein definitives Urteil über die Vergabe gefällt ist, dürfte mindestens ein halbes Jahr vergehen meint Furrer. Für das Jugendzentrum bedeutet dies: Eine Eröffnung kann voraussichtlich nicht vor 2020 erfolgen, ursprünglich war ein Termin 2019 angedacht. Weil der heutige Standort des Jugendzentrums im Stampf als möglicher Ort für eine Abfallsammelstelle im Gespräch ist, verzögert sich auch deren Umsetzung. Mit den potenziellen Anbietern der Sammelstelle sei man im Gespräch, betont Furrer.

Der Bauchef von Rapperswil-Jona hofft, dass in Gesprächen mit den beteiligten Planungsbüros eine Lösung gefunden werden kann. Die betroffenen Firmen wollten auf Anfrage keine Stellung nehmen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.09.2018, 16:58 Uhr

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