Wädenswil

Unterschriften gegen Funkantenne

Die Stadt hat auf der Alterssiedlung Bin Rääbe den Bau einer vier­einhalb Meter hohen Mobilfunkantenne bewilligt. Nun setzen sich 295 Wädenswiler dagegen zur Wehr, sowohl politisch als auch rechtlich.

Gemeinderat Pierre Rappazzo (rechts) und IG-Sprecher Florin Bircher (mit Unterschriftenkiste) wurden an der Petitionsübergabe begleitet von Isabel ­Metzler, Christian J. Huber und Raphael Bircher. Den Stadtrat vertraten Finanzvorstand Walter Münch und Präsident Philipp Kutter (von links).

Gemeinderat Pierre Rappazzo (rechts) und IG-Sprecher Florin Bircher (mit Unterschriftenkiste) wurden an der Petitionsübergabe begleitet von Isabel ­Metzler, Christian J. Huber und Raphael Bircher. Den Stadtrat vertraten Finanzvorstand Walter Münch und Präsident Philipp Kutter (von links). Bild: Moritz Hager

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Man sieht sie nicht, und doch sind sie da: die Strahlen von Mobilfunkantennen. Bald könnten in Wädenswil solche Strahlen auch vom Dach der städtischen Alterssiedlung Bin Rääbe ausgesendet werden. Denn Sunrise will dort an der Schlossbergstrasse eine Antenne errichten. Viereinhalb Meter hoch wäre sie, eingekleidet in ein einen Meter breites Rohr. Obendrauf käme noch ein Blitzableiter.

Die Wädenswiler Baukommission hat dem Projekt im September mit der Baubewilligung grünes Licht erteilt. Seither regt sich Widerstand. Im Quartier wurde die Interessengemeinschaft (IG) «Nein zur Mobilfunkantenne Bin Rääbe» gegründet. Diese lancierte eine Petition, mit welcher die Stadt aufgefordert wird, auf die Antenne zu verzichten. Gestern nun ist der von 295 Personen unterzeichnete Vorstoss dem Stadtrat vor dem Stadthaus überreicht worden.

Verschandelung des Ortsbilds

Aus Sicht der IG ist die Antenne gänzlich unnötig. Die Mobilfunkversorgung sei im Gebiet um die Alterssiedlung schon ausreichend, sagte IG-Sprecher Florin Bircher. Von der Strahlung der neuen Antenne wären laut Bircher die Bewohner der Alterswohnungen besonders belastet, «weil sie meistens den ganzen Tag zu Hause sind». Zudem sei es falsch, zu glauben, dass es direkt unter einer Antenne keine Strahlung gebe. Die Bewohner seien diesbezüglich von der Stadt falsch informiert worden, sagte Bircher bei der Unterschriftenübergabe.

Neben der Strahlenbelastung stört sich die Interessengemeinschaft auch daran, dass das Ortsbild verschandelt werde. Schon die Alterssiedlung selber nehme im Quartier eine dominante Stellung ein. Je nachdem, woher man Richtung Ortszentrum blickt, würde die neue Antenne prominent zwischen den beiden Kirchtürmen in den Himmel ragen.

Zu den Antennengegnern zählt auch Gemeinderat Pierre Rappazzo (GLP), der im betroffenen Quartier wohnt. «Wir fanden beim Unterschriftensammeln niemanden, dem die Antenne egal ist», sagte Rappazzo und ergänzte: «Die Gesellschaft braucht diese Antenne nicht.»

Erste Petition seit acht Jahren

Um dem Anliegen noch mehr Gehör zu verschaffen, bedient sich Rappazzo als Gemeinderat eines weiteren politischen Mittels. So wird er mittels einer Interpellation vom Stadtrat Antworten rund um die Antennenthematik verlangen.

Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP), der die Unterschriften entgegennahm, versprach, dass «der Stadtrat die beiden Vorstösse zum Anlass nimmt, um über die Bewilligungspraxis bei Mobilfunkantennen neu zu diskutieren». Mit der seit 2010 geltenden Praxis sei die Stadt bislang gut gefahren. Immerhin sei diese Petition die erste seit acht Jahren, in der es um eine Antenne geht. Und Kutter wollte betont haben, dass in Wädenswil keine Antennen bewilligt würden, die die erlaubten Strahlenwerte nicht einhalten.

Die Antennengegner müssen sich nun etwas gedulden. Bis die Antworten des Stadtrats zur Petition und zur Interpellation vorliegen, dürften drei bis sechs Monate vergehen. Doch mit der Bearbeitung und Beantwortung des Stadtrats allein wird das Thema nicht abgehandelt sein. Denn neben der politischen Schiene haben 15 Betroffene auch den Rechtsweg eingeschlagen. Mitte Oktober hatten sie – darunter Bircher und Rappazzo – beim Baurekursgericht einen Rekurs gegen die Baubewilligung eingereicht.

Erstellt: 10.11.2018, 11:12 Uhr

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