Rapperswil-Jona

Stöckling wagt ein Experiment

An diesem ersten August ist vieles anders: Feuerwerk und Höhenfeuer gibt es wegen der Waldbrandgefahr nicht, und auch an der Nationalhymne wird dieses Jahr in Rapperswil-Jona geschraubt.

Der Stadtpräsident hatte das Experiment gewagt, die Nationalhymne mit neuem Text zu singen.

Der Stadtpräsident hatte das Experiment gewagt, die Nationalhymne mit neuem Text zu singen. Bild: David Baer

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«Gibt es eine Landes-DNA der Schweiz?», fragt sich der Rapperswil-Joner Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP) in seiner Rede an der Bundesfeier auf dem Fischmarktplatz. Zum Geburtstag der Schweiz beschäftigte ihn die Frage, was die Schweiz ausmache. Und zwar nicht was die Touristen an der Tourist-Information sagen würden, sondern was die Schweiz für jeden einzelnen bedeute.

Bei einer Umfrage in seinem eigenen Umfeld habe er festgestellt, dass diese Frage nicht so einfach zu beantworten sei: «Für jeden ist etwas anderes wichtig und identitätsbildend. Doch kann das in einem gemeinsamen Land gut gehen?», fragte sich Stöckling.

Die Antwort sei: Ja, es gebe ein Fundament, das all diese verschiedenen Perspektiven und Vorstellung gemeinsam hätten: Die Notwendigkeit, Freiheit und Unabhängigkeit zu erhalten, zu den schwachen Mitgliedern der Gesellschaft schauen, die Prinzipien des Rechtsstaats zu erhalten und fair und offen den internationalen Nachbarn gegenüber zu sein, aber sich als Schweiz dennoch abzugrenzen.

Die neue Hymne gesungen

«Aber warum erzähle ich Ihnen das alles?» fragt Stöckling und gibt zu, dass er ein kleines Experiment mit den Gästen vorhabe. Die Nationalhymne soll nämlich an diesem Tag für einmal in einer anderen Version gesungen werden.

Der Zweck einer Nationalhymne sei, Einwohner und Regionen miteinander zu verbinden, sie soll die nationale Identität und Zusammengehörigkeit unterstützen. «Doch von vielen wird die heutige Hymne nicht mehr als zeitgemäss wahrgenommen.», erklärt Stöckling. Darum habe die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft einen neuen Text für die ursprüngliche Nationalhymne aus dem Jahr 1841 entwickelt – nicht ohne damit eine Kontroverse in der ganzen Schweiz auszulösen.

«Das hat vorhin an unserem Tisch schon für heisse Diskussionen gesorgt.» Stöckling finde aber trotz aller Kontroverse, dass der neue Text viele Werte, die das gemeinsame Fundament der Schweiz – der DNA des Heimatlandes – bilden, aufnehme. Aus diesem Grund habe er sich entschlossen dem Aufruf der Gemeinnützigen Gesellschaft zu folgen und den neuen Text zusätzlich zur alten verteilen zu lassen. «Ich freue mich, wenn Sie sich auf dieses Experiment einlassen, aber noch mehr, wenn Ihnen der neue Text auch gefällt».

Damit stimmte er - zusammen mit der Feldmusik Jona - den Schweizerpsalm in seiner neuen Variante an. Und tatsächlich sangen die Gäste im Festzelt – an manchen Stellen zwar etwas unsicher - auch die neue Strophe mit. «Ich finde die neue noch schön», sagt dann auch ein älterer Herr. Offensichtlich ist Stöcklings kleines Hymnenexperiment geglückt.

Glücksfee für die Tochter

Zum Schluss der Veranstaltung kam es noch zu einer weiteren kleinen Überraschung: Unter den ersten 200 Teilnehmern am 1. August Brunch wurden Freitickets für das Riesenrad bei der HSR verlost. Als Glücksfee Martin Stöckling die erste Nummer zog meldete sich mit einem hellen «Ich» Tochter Stöckling persönlich und zog das Gelächter des ganzen Festzelts auf sich, als die glückliche Gewinnerin nach vorne zu ihrem Papi lief, um die Freitickets abzuholen. Das Riesenrad ist seit gestern Mittag noch bis zum Seenachtfest am 12. August immer nachmittags und abends in Betrieb.

Erstellt: 01.08.2018, 17:52 Uhr

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