Rapperswil-Jona

Stadt möchte Kulturcontainer behalten

Der St. Galler Kulturcontainer bietet Musikern und Künstlern aus der Ostschweiz eine Plattform und ist derzeit im Linthgebiet unterwegs. Er macht am Wochenende in Rapperswil halt und zieht demnächst nach Uznach weiter. Die Stadt zeigt Interesse, das Containerdorf dauerhaft zu behalten.

Mit dem Auftritt des Graffitikünstlers Ivan Scheidegger startete gestern der Kulturcontainer auf dem Rapperswiler Fischmarktplatz.

Mit dem Auftritt des Graffitikünstlers Ivan Scheidegger startete gestern der Kulturcontainer auf dem Rapperswiler Fischmarktplatz. Bild: Moritz Hager

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Seit gestern Abend ist der Rapperswiler Fischmarktplatz vollends in der Hand der Künstler- und Musikergilde. Sie bespielt fünf Schiffscontainer, die von Berlin in die Ostschweiz transportiert wurden und dauerhaft hierbleiben sollen. Der St. Galler Kulturcontainer besteht aus einem Bühnen-, einem Handwerks- und drei Gastronomiecontainern. Dazu gibt es eine Terrasse sowie Sitzmöglichkeiten. Im Bühnencontainer stehen Kindervorstellungen, Lesungen, Konzerte, Kochen und Theateraufführungen auf dem Programm. Im Handwerkscontainer lassen sich lokale Handwerker und Künstler über die Schulter schauen.

Hintergrund des Kulturcontainers: Anlässlich ihres 150-Jahr-Jubiläums möchte die St. Galler Kantonalbank die Ostschweizer Kulturszene fördern und Musikern, Künstlern, Kunsthandwerkern, Akrobaten, Tänzern, Autoren und Schauspielern eine Plattform bieten.

«Die Idee ist, zu zeigen, wie vielfältig die Ostschweizer Kultur­szene ist», sagte Projektinitiant Christof Huber gestern an der ­Eröffnung des Kulturcontainers: «Ausserdem sollen Künstler, die beispielsweise in St. Gallen bekannt sind, die Chance haben, auch in Rapperswil oder Uznach aufzutreten und umgekehrt.»

Fixer Standort wird gesucht

Roland Ledergerber, CEO derSt. Galler Kantonalbank, sagte, die Grundidee des Projekts sei, den ganzen Kanton abzudecken und grosse Teile der Bevölkerung anzusprechen. Zudem soll das Kulturdorf auch in Zukunft erhalten bleiben. «Wir hoffen, nach der halbjährigen Tour des Kulturcontainers durch die Ostschweiz einen dauerhaften Standort für das Containerdorf zu finden», sagte Ledergerber. Dort könnte es dann fix aufgebaut und für regelmässige Veranstaltungen genutzt werden.

Aus diesem Grund startet demnächst eine Ausschreibung: Gemeinden und Institutionen können sich für das Containerdorf bewerben. Ende August wird entschieden, wer es erhalten soll. «Wir werden uns in jedem Fall bewerben», sagte Martin Stöck­ling (FDP), Stadtpräsident von Rapperswil-Jona. Ein möglicher Standort für die fünf Container könnte das Zeughausareal in Rapperswil sein.

Stöckling sagte an der Eröffnung, der St. Galler Kulturcontainer biete Raum für Austausch und Begegnung: «Der Kulturcontainer macht ein Zusammenrücken des ganzen Kantons möglich.» Rapperswil-Jona als westlichste Stadt sei dadurch mit dem Rest des Kantons verbunden.

«Unser Ziel ist, durch möglichst viele verschiedene Gemeinden zu touren und in grösseren sowie in kleineren Orten haltzumachen», führte Huber aus: «Denn wir wollen nebst der Kultur die Regionalität in den Mittelpunkt stellen.» Das Programm des Kulturcontainers ist in Tages- und Abendangebote unterteilt und sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gestaltet.

Mit Hammer und Meissel

Im Handwerkscontainer sollen Besucher an jedem Ort ein lokales Handwerk erleben können. Dabei kann es sich laut Huber ­etwa um Schnitzen, Malen oder Holzbildhauerei handeln. So wird denn heute Samstag, um 17 Uhr, Ernesto Ghenzi aus Rapperswil-Jona an einer Kleinskulptur, vermutlich aus einheimischem Sandstein, arbeiten. Dies mit seinem Handwerkszeug, das aus Hammer und Meissel besteht, sowie Handmaschinen und mobilem Luftdruckkompressor.

Am Samstag, um 12 Uhr, stellen Karin Thür und ihr Atelier Ka derweil kreative Drucktechniken vor. Morgen Sonntag, um 11 Uhr, lädt die Künstlerin Anita Katzenstein unter dem Motto «Flower Power» Kinder zum gemeinsamen Malen einer grossen Blumenwiese ein. Samstags, um 15 Uhr, unterhält Verschreckjäger Marius die Kinder mit Gitarre und Geschichten.

Von Volksmusik zu Techno

Auch die Speisen und Getränke haben einen Bezug zur Region. Samstags, um 13.15 Uhr, startet das Team von Pfefferbeere seine Showküche. Der Samstagabend startet um 17.45 Uhr mit Slam- Poetry vom Team Pink im Park. Um 19.45 Uhr spielen Drops aus Wil Reggaemusik. Um 21.30 Uhr verbinden Hack und Nick dastraditionelle Hackbrettspiel mit elektronischen Klängen.

Sonntags führt das Trio Anderscht, eine Hackbrettformation, Appenzeller Zäuerli, Musik aus dem Balkan, Klassik und Jazz auf. Um 13.45 Uhr spielt der Alphornmusiker Enrico Lenzin einen Mix aus Tradition und moderner Musik bis hin zu Techno-Sound. Den Abschluss machen die Lido Boys mit Rock ’n’ Rumba.


Fischmarktplatz, Rapperswil, samstags von 11 bis 23 Uhr, sonntags von 10 bis 17 Uhr. Vom 8. bis 10. Juni macht der Kulturcontainer auf dem Parkplatz der Sportanlage an der Benknerstrasse in Uznach halt. Mehr Infos sind zu finden unter www.kultur­container.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.05.2018, 18:26 Uhr

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