Schänis

Schänis macht vorwärts mit dem Naturschutz im Hänggelgiessen

Genau zwanzig Jahre alt ist die Verordnung, die den Schutz von Natur, Landschaft, Pflanzen und Tieren regelt. Das Erarbeiten einer neuen Schutzverordnung hat mehr als drei Jahre gedauert. Jetzt liegt das Ergebnis vor.

Das Picknicken war im Hänggelgiessen schon bisher nicht erlaubt. An heissen Tagen kümmerte das die Böötler allerdings wenig. Nun verfügt die Gemeinde Schänis ein Betretungsverbot.

Das Picknicken war im Hänggelgiessen schon bisher nicht erlaubt. An heissen Tagen kümmerte das die Böötler allerdings wenig. Nun verfügt die Gemeinde Schänis ein Betretungsverbot. Bild: Christoph Bachmann

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In den letzten zwanzig Jahren hat die Landschaft rund um Schänis sich entscheidend verändert, unter anderem durch das Hochwasserschutzprojekt am Linthkanal. Dieses wurde im Frühling 2013 abgeschlossen, und schon kurz danach begannen die Probleme.

Die sensiblen Natur­bereiche mit Vogelbrutplätzen und Wildwechseln, beispiels­weise im Hänggelgiessen, wurden von Partyvolk und illegal anlan­denden Böötlern gestört. Die Gemeinde Schänis erkannte den Handlungsbedarf und begann­ 2014 mit der Revision ihrer Schutzverordnung. Doch die Mühlen der Gesetzgebung mahlen langsam. Inzwischen ist schon der fünfte Sommer ins Land gezogen, ohne dass die Zustände sich gebessert hätten.

Ein dickes Werk

Jetzt ist die neue Schutzverordnung fertig und vom Kanton abge­segnet; das ganze Planungswerk umfasst inklusive Inventar rund 260 Seiten und liegt ab Diens­tag während eines Monats öffent­lich im Gemeindehaus Schänis auf. Einen ganzen Bereich, nämlich die schützens- und erhaltenswerten Bauten des Ortsbildinventars, hat der Gemeinderat aus der Schutzverordnung ausgeklammert. Dies, um den Erarbeitungsprozess nicht noch mehr zu verlängern. Sie werden in einem separaten Schutzinventar aufgelistet, welches nicht Bestandteil des aktu­ellen Verfahrens ist.

Der Hänggelgiessen am Linthkanal wird neu gesamthaft als Natur­schutzgebiet bezeichnet. Damit gilt in der bis anhin für Partys und Picknicks genutzten Zone neu ein Betretungsverbot. Auch weitere Gebiete am Linthkanal und an den alten Linth­läufen werden unter Schutz gestellt, so etwa das Under­schöössli als Feuchtstandort; dazu kommen 14 Trockenstandorte mit einer hohen Artenvielfalt.

Die neue Schutzverordnung hebt andererseits auch einige bishe­rige Naturschutzstandorte auf und verzichtet an einzelnen Orten auf die vom Kanton gewünschte­ Unterschutzstellung. So beim verlandeten ­Stauweiher in Maseltrangen, welcher sich in der Bauzone befin­det.

Zwei Drittel pure Natur

Die Gemeinde Schänis hat ­jedes Recht, sich als naturnah zu bezeichnen, befinden sich doch mit der neuen Schutzverordnung zwei Drittel der Gemeindefläche in den soge­nannten Lebens­räu­men Schon- oder Kerngebiet. So ist beispielsweise das Gebiet Bi­­berli­chopf – Dörflerberg – Nätzlisbach als Übergangsbereich vom voralpinen Raum zur besiedelten und landwirtschaftlich genutzten Linth­ebene definiert. Mit den bestockten Bacheinschnitten und Waldpartien ergibt sich laut Beschrieb in der Verordnung ein wenig belasteter Lebensraum für zahl­reiche seltene und bedrohte Tier­arten. Als Lebensraum Kerngebiet definiert die Verordnung das Gebiet Speer – Unter­näten­alp – Stein­egg, einen voralpinen Raum, der insbesondere für die seltenen und bedrohten Raufusshühner äus­serst wertvoll ist. In den Schon- und Kerngebieten gelten besondere Schutzvorschriften; alle Massnahmen, welche die landschaftsprägenden Elemente beeinträchtigen könnten, sind entweder bewilligungspflichtig oder untersagt.

Neue Wildruhezone

Gesamthaft haben die Schon­gebiete leicht ab-, die Kern- und Naturschutzgebiete leicht zugenommen gegenüber der alten Schutzverordnung. Neu ist die Wildruhezone Gleiterspitz. Dort ist das Betreten oder Befahren im Winter nur auf den speziell gekennzeichneten Routen erlaubt.

Bemerkenswert ist der Detaillierungsgrad der neuen Verordnung. So wurden sämtliche Hecken, Baumreihen und Gehölze erfasst. Dabei wurde festgestellt, dass Differenzen mit der rechtsgültigen Schutzverordnung bestehen. Diese sind zum Teil auf ungenaue Erhebungen zurückzuführen. Der Bericht listet eine Reihe von Gehölzen, Hecken und Baumreihen auf, die wiederhergestellt oder ergänzt werden müssen.

Gemeindepräsident Herbert Küng (FDP) war gestern für ­nähere Auskünfte nicht erreichbar. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.08.2017, 10:48 Uhr

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