Verkehr

SBB halten ihr Versprechen – ausser wenn es schneit

Einen Spurt durch die Unterführung am Bahnhof Rapperswil müssen Pendler Richtung Linthgebiet seit dem Fahrplanwechsel einlegen, wenn sie aus Zürich kommen. Die zwei Minuten zum Umsteigen sind knapp. Eine Analyse zeigt aber: In den meisten Fällen wartet der Anschlusszug.

Am Bahnhof Rapperswil: Meistens wartet der Anschlusszug auf Reisende, die aus Zürich ins Linthgebiet fahren wollen.

Am Bahnhof Rapperswil: Meistens wartet der Anschlusszug auf Reisende, die aus Zürich ins Linthgebiet fahren wollen. Bild: Michael Trost

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Reicht es oder reicht es nicht? Diese Frage stellen sich viele Pendler seit dem Fahrplanwechsel am Bahnhof Rapperswil. Von der S5 aus Zürich auf die S6 Richtung Uznach bleiben zum Umsteigen gerade einmal zwei Minuten. In dieser Zeit müssen es die Fahrgäste durch die Unterführung schaffen. Der perrongleiche Umstieg wurde trotz Kritik von Kanton und Gemeinden abgeschafft.

Vor dem Fahrplanwechsel am Sonntag vor einer Woche versprachen die SBB: Die zwei Minuten reichen. Eine Analyse der «Zürichsee-Zeitung» zeigt, dass die Bundesbahnen ihr Versprechen mehrheitlich halten können und der Anschlusszug Richtung Linthgebiet in der Regel sogar einige Minuten Verspätung abwartet.

Sechs Züge verpasst

Nur gerade bei sechs von neunzig analysierten Verbindungen – Montag bis Freitag, jeweils 6.30 bis 23.30 Uhr – verpassten die Reisenden die S6 nach Uznach. Am Montag waren zwei Anschlüsse betroffen, am Donnerstag deren vier. Die SBB bestätigen diese Bilanz. «Der Anschluss von der S5 auf die S6 klappt grundsätzlich», sagt Mediensprecher Reto Schärli. Man ziehe deshalb eine positive Bilanz. «Wenn der Anschluss nicht geklappt hat, lag dies nicht an der Umsteigezeit, sondern an betrieblichen Störungen.»

Diesen Eindruck teilt auch Patrick Ruggli, Leiter des St. Galler Amtes für öffentlichen Verkehr: «Die Schwierigkeiten am Donnerstag hängen mit dem Sturm und dem Schneefall zusammen.» Auch auf der Strasse seien an diesem Tag nicht alle pünktlich angekommen, meint Ruggli. Man hoffe, dass die Verbindung auch langfristig stabil bleibe.

Eine goldene Regel, wie lange die S6 einen verspäteten Zug abwarten kann, gibt es nicht. Das zeigt ein Beispiel aus der ZSZ-Analyse: Am Donnerstagmorgen um 9.30 Uhr traf die S5 vier Minuten und 53 Sekunden zu spät in Rapperswil ein. Die S6 wartete den Anschluss nicht ab.

Jeder Zug ein Einzelfall

Am Montagabend um 17.30 Uhr hatte die S5 gar fünfeinhalb Minuten Verspätung, der Anschlusszug wartete. SBB-Sprecher Reto Schärli erklärt diesen Umstand so: «Die Wartefrist beträgt in der Regel zwei Minuten. Diese kann je nach Betriebslage situativ angepasst werden.» Wenn immer möglich versuche man die «Transportkette» zu halten.

Für den Kanton St. Gallen reicht dieses Versprechern nicht. «Ganz zufrieden ist der Kanton erst, wenn der perrongleiche Umstieg wieder in beiden Richtungen angeboten wird», sagt Patrick Ruggli. Für Menschen, die nicht mehr gut zu Fuss sind, ist der Anschluss nämlich auch bei stabilen Verbindungen nur knapp zu schaffen. Dass aber auch ein perrongleicher Umstieg nicht immer klappt, zeigt ein Blick in die Gegenrichtung. Am vergangenen Freitagmittag etwa verpassten Reisende vom Linthgebiet nach Zürich den Anschluss ebenfalls. Der Vorteil in diesem Fall: Nach Zürich gibt es in Rapperswil alle 15 Minuten ein Zug, ins Linthgebiet jedoch nur jede halbe Stunde. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.12.2017, 17:25 Uhr

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