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Symbolischer Befreiungsschlag

Sibylle Saxer, Redaktorin «Zürichsee-Zeitung», zum Abgang von Walter Bosshard

Man hätte Walter Bosshard, dem Stiftungsratspräsidenten des See-Spitals, einen anderen Abgang gewünscht. Nach fünfzehn Jahren hat er gestern sang- und klanglos seinen Sessel geräumt.

Taktisch gesehen war der Rückzug geschickt. Mit seiner Notbremsung hat Bosshard alle überrascht. Er hat den Zeitpunkt für den Rücktritt selbst gewählt, bevor entsprechende Forderungen öffentlich laut wurde. Das gereicht vordergründig auch dem Spital zum Vorteil. Niemand kann nun den Vorwurf erheben, es ziehe keine Konsequenzen aus den Unregelmässigkeiten, die an der Schmerzklinik sicher ab Sommer 2012 aufgetreten sind.

Bosshards Befreiungsschlag hat aber auch einen schalen Nachgeschmack. Abgesehen davon, dass er einem Schuldeingeständnis gleich kommt, geht mit Bosshard genau jener von Bord, der über die komplexe Vergangenheit des Spitals Bescheid weiss und der während des gesamten Zeitraums der genannten Vorkommnisse mit dabei war.

Der symbolische Wert von Bosshards Rücktritt ist wohl wichtig. Die eigentliche Aufräumarbeit muss aber noch geleistet werden. Die an Bord bleibende Mannschaft darf sich nicht, wie gestern wiederholt, damit herausreden, die Vorkommnisse seien vor ihrer Zeit passiert. Sonst wäre Bosshard ein blosses Bauernopfer.

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