Kommentar

Fifa und Uefa am Abgrund

Sportredaktor Roland Jauch zur Suspendierung von Sepp Blatter und Michel Platini.

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Es war ebenso abstrus wie weltfremd, wie sich Sepp Blatter allen Vorwürfen und Enthüllungen zum Trotz weiterhin im Amt halten wollte. Wie er «seine Fifa», die er selbst auf Englisch mit walliserdeutschem Akzent aussprach, noch immer zu reformieren plante. Obwohl er schon lange nicht mehr zumutbar war. Nun ist der hartnäckige Negierer der Realität tief gestürzt – zu Fall gebracht von der eigenen Ethikkommission.

Mit ihm strauchelte auch Michel Platini, der Blatter eigentlich beerben wollte. Es ging und geht um die Macht im Fussball. Und wo um Macht gekämpft wird, ist auch Geld involviert. Viel Geld. Bei all den bereits vorher suspendierten Funktionären, bei Blatter, bei Platini. Bei wem erwiesenermassen eigentlich nicht?

Die Unschuldsvermutung gilt nach dem, was bisher bekannt geworden ist, nicht mehr.Was im Radsport das Doping, ist in der Fifa und der Uefa die Korruption. Man kann nicht über das eine sprechen, ohne das andere zu vermuten. Das ist schlimm genug. Neue Präsidenten in den zwei Federationen genügen bei weitem nicht, um aus dem Fussball wieder das Spiel zu machen, in dem der Ball rund ist. Nur eine mächtige Säuberungswelle, die umgehend ausgelöst werden muss, kann Fifa und Uefa überhaupt noch retten.

Erstellt: 09.10.2015, 11:10 Uhr

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