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Eine historische Chance

Bildung eröffnet Perspektiven – diese Binsenwahrheit erhält mit dem Entscheid des Zürcher Regierungsrats, in Uetikon ein Gymnasium zu bauen, eine ganz neue Bedeutung. Ausgerechnet eine Schule ist es also, die das Dorf endlich dahin bringt, wo es dem Namen nach liegt: an den See.

Die neue Lösung für das alte Fabrikareal dient allen: den 1000 jungen Menschen, die hier in einigen Jahren eine humanistische Bildung geniessen. Dem Kanton Zürich, der mit dem Kauf des Geländes die Hoheit über einen der bedeutsamsten Standorte der Zürichsee­region zurückerlangt. Dem Unternehmen CPH Chemie + Papier Holding AG, das einen Abgang in Ehren vorbereiten kann. Und der Gemeinde, die nie da gewesene Perspektiven erhält, was den öffentlichen Seezugang betrifft.

Noch vor neun Jahren scheiterte das Vorhaben der CPH, einen Teil des Industrieareals mit Wohnungen zu überbauen, am Widerstand der Bevölkerung. Den Uetikern war zwar ein öffentlicher Park in Aussicht gestellt worden – doch sie wollten mehr. Die Ablehnung von ­damals zahlt sich jetzt aus. Wenn die Gemeinde wie angekündigt die Hälfte der fast 66 000 Quadratmeter erwerben kann, eröffnet ihr das eine historische Chance: Dort, wo 200 Jahre lang eine Fabrik wie ein Riegel das Dorf vom See trennte, kann sie für die nächsten 200 Jahre das neue Gesicht Uetikons schaffen. Diese Chance hat keine andere Seegemeinde. Und diese Chance müssen sich die Uetikerinnen und Uetiker 26 Millionen Franken wert sein lassen. Knausern ist jetzt fehl am Platz.

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