Diese Pasta ist der Knüller

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Zum Schluss gibts sogar noch Action. Der Bus von Eschenbach zurück zum Bahnhof Rapperswil lässt die fünf angetrunkenen Jugendlichen buchstäblich im Regen stehen. «Die haben auf der Hinfahrt so saublöd getan, die nehm’ ich nicht mehr mit», erklärt der Chauffeur uns anderen verdutzten Passagieren.Die Stunden, die wir an diesem Samstagabend im Wintergarten des Restaurants Chrüz verbringen, verlaufen zum Glück ganz ohne Zwischenfälle. Das liegt vor allem an Wirt Reto Hasler und am ­famosen Kellner, der sich uns mit seinem Vornamen, Aldo, vorstellt. Beide sind aus dem Dieci al Lago in Rapperswil-Jona nach Eschenbach gekommen. Hasler, erst 30-jährig, hatte sich dort 16 «Gault Millau»-Punkte erarbeitet.

Im Chrüz kombiniert er Italianità mit deftiger Hausmannskost, so etwa in der Vorspeise, die mein Begleiter wählt: Zur köstlichen Hauswurst, die nach Haslers Rezept vom Joner Metzger Brönnimann zubereitet wird, gibts Fregola Sarda (15 Fr.). Die Pasta sehe aus wie Risotto und werde auch mit Couscous verglichen, erklärt Kellner Aldo. Ich habe Schwie­rigkeiten, mich zu entscheiden. Das Markbein lockt ebenso wie die Sellerie-Birnen-Suppe. Diese ist allerdings aus, und so wärme ich mich mit einer Spargelsuppe (12 Fr.), die im Geschmack ein bisschen intensiver sein dürfte. Die Qual der Wahl haben wir auch bei den Haupt­gängen. Kalbshaxe, Hackbraten oder Fischvariation? Die Platte mit exzellentem Wolfsbarsch, Zander und Shrimps ­sowie frischem Kartoffelstock (39 Fr.) kommt bei meinem Gegenüber auf den Tisch. Ich bestelle schliesslich Ossobuco (38 Fr.) und komme damit doch noch zu meinem Markbein. Die Sauce ist traumhaft, und als Beilage kann ich jetzt ebenfalls die Neuentdeckung, Fregola ­Sarda, probieren. Mild im Geschmack, cremig in der Konsistenz – das ist der Knüller, da sind wir uns einig.

Eine Weinkarte gibts im Chrüz nicht. Das heisst, es gäbe schon eine, aber Aldo will uns lieber selber beraten. In welche Richtung es denn gehen solle, fragt er und bringt wunschgemäss einen Rotwein aus dem Valpolicella (Pozzetto, 36 Fr./7 dl). Dieser gefällt uns auf Anhieb. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte uns Aldo, wie er versichert, so lange andere Weine probieren lassen, bis uns einer gepasst hätte.

Ein Dessert bräuchten wir vom ­Hun­ger her nicht mehr, aber die Öpfel­chüechli (8 Fr.) sind an diesem regnerisch-kühlen Abend dann doch zu verführerisch. Sie ­ermöglichen mir den Vergleich zwischen Reto Haslers selber gemachter Vanillesauce und meiner Päcklivariante, die ich am Nachmittag für ein Dessert verwendet habe. Ehe das Schamgefühl zu stark hochkommt, schlucke ich es mit einem Grappa hinunter.

Restaurant ChrüzRapperswilerstrasse 1, 8733 Eschenbach, Telefon 055 282 52 12, www.chruez-eschenbach.ch.
Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch bis Freitag 9 bis 14.30 Uhr und 17.30 bis 23.30 Uhr. Samstag 17 bis 23.30 Uhr. Sonntag 10 bis 23 Uhr. Dienstag geschlossen.
(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.05.2017, 13:28 Uhr

In der Gastrokolumne testen die Redaktorinnen und Redaktoren der Zürichsee-Zeitung die Restaurants in der Region auf Herz und Nieren.

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