Wahlkampf

Prominenter SVPler unterstützt Ruedi Noser

Im Wahlkampf schiesst SVP-Kandidat Roger Köppel aus allen Rohren gegen FDP-Ständerat Ruedi Noser. Umso bedeutender ist es für die FDP, dass SVP-Regierungsrat Ernst Stocker in Nosers Unterstützungskomitee eingetreten ist.

Ständerat Ruedi Noser erhält im Wahlkampf Schützenhilfe von SVP-Regierungsrat Ernst Stocker. Für die FDP bedeutet das viel, für Stocker ist es «kaum der Rede wert».

Ständerat Ruedi Noser erhält im Wahlkampf Schützenhilfe von SVP-Regierungsrat Ernst Stocker. Für die FDP bedeutet das viel, für Stocker ist es «kaum der Rede wert». Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der FDP Kanton Zürich ist ein kleiner Coup gelungen: Am Sonntagabend haben die Freisinnigen auf ihrer Website verkündet, dass sich der Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker im Unterstützungskomitee von FDP-Ständerat Ruedi Noser engagiert.

«Für uns ist das wichtig», sagt Urs Egger, Geschäftsführer der kantonalen FDP. Ruedi Noser sei für seine Wiederwahl in den Ständerat auf Stimmen von SVP-Wählern angewiesen. Von Stockers Engagement als Noser-Unterstützer erhoffe man sich die eine oder andere zusätzliche Stimme von SVP-Wählern. Das gilt umso mehr, als Roger Köppel (SVP) schon seit Bekanntgabe seiner Kandidatur scharf gegen Ruedi Noser schiesst.

«Die SVP hat mit uns zu keinem Zeitpunkt die Zusammenarbeit gesucht. Sie bestreitet den Ständeratswahlkampf nicht nur alleine, sondern aktiv gegen uns», sagt Egger.

Noser braucht SVP-Wähler

Dass die FDP bei SVP-Wählerinnen und -Wählern dringend Boden gut machen muss, zeigt auch ein Blick auf die Wahlumfrage, die der «Tages-Anzeiger» letzte Woche publiziert hat. Demnach wäre Daniel Jositsch (SP) mit 63 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang wiedergewählt. Ruedi Noser auf dem zweiten Platz käme aber bloss auf 41 Prozent und müsste in den zweiten Wahlgang.

Laut Wahlumfrage gibt nur jeder vierte SVP-Wähler dem wieder antretenden FDP-Ständerat seine Stimme - im umgekehrten Fall gilt praktisch dasselbe. Demgegenüber würden aber sogar 43 Prozent der SP-Sympathisanten Noser wählen.

Auch wenn Noser neben Jositsch als Favorit genannt wird, wäre in einem zweiten Wahlgang eine Überraschung möglich. Allerdings nur dann, wenn sich das links-grüne Lager auf die stärkere Kandidatin einigt und Roger Köppel gleichzeitig wieder antreten würde.

Noser hat Stocker auch schon unterstützt

Für den Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker ist seine Unterstützung für Noser «kaum der Rede wert», wie er sagt. Ruedi Noser habe ihn im Frühling in den Regierungsratswahlen unterstützt und nun tue er für Noser dasselbe in den Ständeratswahlen. «Ständerat Ruedi Noser hat die letzten vier Jahre sehr gut mit der Zürcher Regierung zusammengearbeitet», nennt Stocker seinen wichtigsten Beweggrund.

Dass er sich damit auf Konfrontationskurs zu seiner Partei und zum Kandidaten Köppel begeben könnte, verneint der Wädenswiler. Es stehe ihm ja frei, neben Noser auch Köppel zu unterstützen. Derzeit ist sein Name allerdings nicht auf Köppels Unterstützerliste zu finden. «Darin einen Konflikt zwischen mir und meiner Partei zu sehen, wäre konstruiert», sagt Stocker und: «Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.»

Erstellt: 22.09.2019, 15:34 Uhr

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!