Baumsterben

Pilz bedroht die Eschen in der Region

Die Eschenwelke lässt in der ganzen Schweiz kahle Bäume zurück – auch in den Regionen rund um den Zürichsee. Die Pilzkrankheit verbreitet sich ungebremst und lässt die Eschen massenweise absterben. Förster beurteilen die Lage als dramatisch, zumal es bis heute kein Mittel gegen den Pilz gibt.

In den Wäldern im Linthgebiet, wie hier in Rapperswil-Jona, sind viele Eschen mit stark befallenen Baumkronen zu beobachten. Ursache für den Befall der Bäume ist ein Pilz. Er führt dazu, dass Triebe und Teile der Krone der Eschen absterben und die Bäume auf diese Weise geschwächt werden.

In den Wäldern im Linthgebiet, wie hier in Rapperswil-Jona, sind viele Eschen mit stark befallenen Baumkronen zu beobachten. Ursache für den Befall der Bäume ist ein Pilz. Er führt dazu, dass Triebe und Teile der Krone der Eschen absterben und die Bäume auf diese Weise geschwächt werden. Bild: Michael Trost

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Wer in diesen Tagen einen Waldspaziergang macht, kann das Sterben der Eschen kaum übersehen. Braune Blätter, kahle Zweige, verfärbter Stammfuss – das Bild ist unterschiedlich, je nach Stadium der Krankheit. «Die Eschenwelke ist brutal und ungehindert auf dem Vormarsch», konstatiert Rolf Ehrbar, Regionalförster der St. Galler Waldregion 4 See. Und sie befällt Eschen jeglichen Alters. Der Pilz nistet sich in den Blättern der Bäume ein und lässt sie vorzeitig welken. Ganze Äste sterben ab, und oft ist der gesamte Baum nicht mehr zu retten. «Gegen die Krankheit ist kein Kraut gewachsen», sagt Ehrbar: Die einzige Chance für das Überleben der Baumart liegt in der Ausbildung einer Resistenz und im Nachzüchten von Bäumen, die gegen den Pilz immun sind.

Ein Sicherheitsproblem

Revierförster Urs Fuchs von der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona geht davon aus, dass die Hälfte der Bäume von der Krankheit betroffen ist. «Hinzu kommt die ungünstige Witterung in diesem Jahr. Die Bäume leiden zusätzlich unter Trockenstress», konstatiert Fuchs.

Unter den Folgen leiden die Waldeigentümer am meisten, weil das Eschentriebsterben zu einem Verlustgeschäft und Mehrkosten führt. Einerseits müssen kranke Bäume gefällt werden, wo diese auf Strassen und Wege zu stürzen drohen. Diese Fällaktionen kosten Geld. Andererseits fällt der Preis auf dem Holzmarkt ins Gewicht: Wenn viel Eschenholz auf den Markt kommt, sinken die Preise.

Die Lage am linken Zürichsee-ufer stellt sich in Sachen Eschenwelke kaum besser dar. Nach Auskunft von Roger Bolliger, Projektförster in der Abteilung Wald des Kantons Zürich, ist über die Hälfte der Eschen in den Wäldern am Zimmerberg von der Krankheit betroffen. Bolliger hat zudem eine Sekundärkrankheit beobachtet, welche die Eschen heimsucht: «Die bereits geschädigten Bäume werden zunehmend von sekundären Schadorganismen befallen.» Eine besondere Bedeutung habe hierbei der Wurzelbefall durch den Hallimasch. Dieser Pilz sei in der Lage, das Absterben der Eschen massiv zu beschleunigen.

Auch Fichten verschwinden

Förster und Waldeigentümer rund um den Zürichsee stehen derweil nicht nur wegen der Eschenwelke vor grossen Herausforderungen: Der Klimawandel führt allgemein zu veränderten Bedingungen für die Vegetation in den Wäldern. In erster Linie ist die Fichte betroffen, die unter der zunehmenden Trockenheit leidet. Dieser Umstand führt dazu, dass Forstleute in den Wäldern vermehrt Rottannen durch Eichen ersetzen, weil Letztere weniger Wasser benötigen als die Fichten.Magnus Leibundgut

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Erstellt: 07.07.2018, 10:05 Uhr

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