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Junger Präsident mit Unterstützung

Patrick Walder soll neuer Präsident der SVP Kanton Zürich werden – allerdings nur ad interim. Der 31-Jährige erhält Unterstützung von drei erfahrenen Vizepräsidenten.

Patrick Walder (Mitte) soll die SVP Kanton Zürich aus der Krise führen: Der junge Dübendorfer soll neuer Parteipräsident werden.
Patrick Walder (Mitte) soll die SVP Kanton Zürich aus der Krise führen: Der junge Dübendorfer soll neuer Parteipräsident werden.
Sabina Bobst

Kurz nach 20.30 Uhr hat Christoph Blocher gestern Abend das Restaurant Doktorhaus in Wallisellen verlassen. Der SVP-Doyen hat an der Vorstandssitzung den Entscheid, wer die Zürcher Kantonalpartei aus der Krise führen soll, gefällt. Kurz darauf präsentiert Noch-Parteipräsident Konrad Langhart seinen designierten Nachfolger den Medien.

Patrick Walder ist auf dem kantonalen Parkett ein noch unbeschriebenes Blatt. Der 31-jährige Treuhänder sitzt seit 13 Jahren im Gemeinderat Dübendorf und ist dortiger SVP-Ortsparteipräsident. Am 24. März verpasste er den Einzug in den Kantonsrat knapp als Fünfter auf der SVP-Liste des Wahlkreises Uster. Er habe bereits einige politische Erfahrung gesammelt, sagte Walder gestern Abend. Etwa als Präsident des Zürcher Komitees für die Masseneinwanderungsinitiative. Er habe auch Hans-Ueli Vogt vor vier Jahren bei seinem Ständeratswahlkampf unterstützt.

Drei Oberländer und ein Urgestein

Christoph Blocher führte die SVP-interne Arbeitsgruppe an, die die neue kantonale Parteileitung ausgesucht hat. Der Parteivorstand wird das neue Team der heutigen SVP-Delegiertenversammlung vorschlagen. Dies, nachdem Blocher bereits vergangene Woche seinen Einfluss geltend gemacht hatte. Dies führte dazu, dass Parteipräsident Konrad Langhart, die beiden Vizepräsidenten Gregor Rutz und Stefan Schmid sowie Parteisekretär Roland Scheck und sein Stellvertreter Christoph Bähler am vergangenen Freitag ihren Rücktritt bekannt gaben. Die Sekretäre haben in den nächsten Tagen ihre letzten Arbeitstage, wie Konrad Langhart gestern sagte. Sie alle mussten die Verantwortung übernehmen für die Wahlschlappe der SVP, die bei den Zürcher Kantonsratswahlen 5,6 Prozent Wähleranteil und neun Sitze im Parlament verlor.

Neben Patrick Walder werden den Delegierten gleich drei neue Vizepräsidenten vorgeschlagen. Dem jungen Mann werden SVP-Urgestein und Alt-Nationalrat Toni Bortoluzzi und die beiden Kantonsräte Elisabeth Pflugshaupt und Orlando Wyss zur Seite gestellt.

Mit langjähriger Erfahrung in der SVP-Parteileitung stelle er sich gerne zur Verfügung, um das «Schiff wieder auf Kurs zu bringen», sagte der 72-jährige Bortoluzzi. Er freue sich vor allem, dass ein junger Präsident gefunden worden sei. Mit Pflugshaupt aus Gossau und Wyss aus Dübendorf bewerben sich mit Walder gleich drei Zürcher Oberländer für die Parteileitung. Er unterstütze Walder, weil er ihn gut kenne und wisse, dass er einen «guten Job» machen werde, sagte Wyss, der Walders Vorgänger war als Ortsparteipräsident in Dübendorf.

Ein konkretes Ziel für die nationalen Wahlen im Herbst will Patrick Walder – oder «Pudi», wie er von seinen Kollegen genannt wird – noch nicht formulieren. In den nächsten zwei Wochen werde der neue Vorstand, sollte er von den Delegierten bestätigt werden, eine Strategie ausarbeiten. Er habe die Zeit und die Energie, sich zu hundert Prozent auf das neue Amt zu konzentrieren, und sei froh, mit den Vizepräsidenten auf so viel Lebenserfahrung zählen zu können, denn diese fehle ihm noch.

Die neue Parteileitung soll nur ad interim gewählt werden, sagte Konrad Langhart gestern, voraussichtlich bis nach den nationalen Wahlen im Herbst, allenfalls auch bis zu den ordentlichen Erneuerungswahlen im Frühling 2020. «Vielleicht gefällt es ihnen auch so gut, dass sie bleiben wollen», sagte Langhart.

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