Küsnacht

Neuer Badelift erleichtert Einstieg in den See

Die Gemeinde Küsnacht hat nach dem Kusenbad nun auch im «Sträme» einen Badelift installiert. Damit kommen auch gehbehinderte Menschen problemlos ins Wasser.

Badmeister Temo Lesuma (von links), Gemeinderat Ueli Schlumpf und Andy Meier von der Küsnachter Verwaltung demonstrieren, wie der Badelift funktioniert.

Badmeister Temo Lesuma (von links), Gemeinderat Ueli Schlumpf und Andy Meier von der Küsnachter Verwaltung demonstrieren, wie der Badelift funktioniert. Bild: Sabine Rock

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«Einmal am Hebel ziehen und der Stuhl senkt sich von alleine ins Wasser», erklärt Andy Meier von der Liegenschaftenabteilung der Gemeinde Küsnacht. Er de­monstriert, wie der neue Badelift im Strandbad in Küsnacht funktioniert. Man setzt sich auf den blauen Plastikstuhl und betätigt den Hebel. Automatisch dreht sich der Sitz vom Steg weg über den See und senkt sich langsam ins Wasser. Wer wieder hochfahren will, betätigt denselben Mechanismus. Der Lift funktioniert mit Wasserdruck aus einer Hochdruckleitung, die Höhe des Sitzes kann dem Wasserstand angepasst werden.

Seit Mai ist das Strandbad in Küsnacht wieder offen und die Saison ist schon in vollem Gange. Die Gäste erfreuen sich am Sprungturm und am Sandstrand. Manchen mag die neue Metallkonstruktion auf dem Steg auffallen. Dieser Badelift ist jedoch kein reines Accessoire, sondern für das Badevergnügen mobilitätsbehinderter Menschen essenziell. Wem es aus körperlichen Gründen nicht möglich ist, über eine Treppe oder den Strand ins Wasser zu kommen, kann hier trotzdem selbstständig in den See steigen. «Für die Betroffenen ist Autonomie sehr wichtig», betont Andy Meier.

Schwimmen als Therapieform

Den ersten Badelift installierte die Gemeinde vor drei Jahren im Kusenbad. «Die Mutter eines an spinaler Muskelatrophie erkrankten Sohnes machte uns darauf aufmerksam», erklärt Ueli Schlumpf (SVP), Gemeinderat in Küsnacht. «Das ganze Bad war barrierefrei, nur der Wasserzugang fehlte.» Diesen auch zu ermöglichen, sei nur selbstverständlich. «Es spielt keine Rolle, wie viele Personen davon betroffen sind», sagt auch Meier. «Uns ist es wichtig, allen dieselben Möglichkeiten zu verschaffen.»

Und gebraucht würde der Lift nach Erfahrungen im Kusenbad auch. «Doch das Angebot muss sich noch weiter herumsprechen», sagt Meier.

Solche Badelifte und Einstiegshilfen werden laut der Stiftung Cerebral immer mehr. Diese unterstützt Gemeinden finanziell beim Bau der Lifte und gehört mit ihrer Partnerfirma ­Nosag zu den führenden Anbietern. Die Nachfrage nehme mit fortgeschrittener Technik zu, doch noch sei viel zu machen.

«Für Menschen mit Bewegungseinschränkungen ist es oft sehr wichtig, schwimmen zu ­können», sagt Marianne Rybi von der Behindertenkonferenz Zürich (BKZ). «Es erlaubt vielen Betroffenen Bewegungsmöglichkeiten, die ihnen sonst verwehrt bleiben. Das können sich Menschen ohne Einschränkung nur schwer vorstellen. Es ist neben Sport auch eine Möglichkeit für soziale Teilhabe und Therapie.»

Küsnacht ist eine der wenigen Gemeinden in der Region mit einem solchen Lift. In Zumikon bewähre sich ein solcher schon seit längerem, in Männedorf heisst es auf Anfrage, dass ohnehin schon länger Sanierungsarbeiten anstehen. Doch vielerorts wird auf die mangelnden ­Besucher oder die zu hohen Kosten verwiesen. Wie zum Beispiel in Meilen, wo die bestehenden Holzstege in der Badi gemäss Gemeinde ungeeignet für eine solche Konstruktion wären.

Erstellt: 09.06.2018, 09:55 Uhr

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