Thalwil

Ehemaliges Thalwiler Kino soll Wohnhaus Platz machen

Seit 2014 steht das ehemalige Kino Speer unbenutzt da. Nach einem Rechtsstreit und einem Besitzerwechsel soll nun endlich ein Neubau entstehen. Die neuen Eigentümer warten auf die Baubewilligung.

Bis 1978 wurden hier Kinofilme gezeigt. Nun soll das Gebäude an der Ecke Mühlebachstrasse/Gotthardstrasse einem Haus mit sieben Wohnungen weichen.

Bis 1978 wurden hier Kinofilme gezeigt. Nun soll das Gebäude an der Ecke Mühlebachstrasse/Gotthardstrasse einem Haus mit sieben Wohnungen weichen. Bild: Patrick Gutenberg

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Auch das letzte Relikt, der leuchtende Kino-Schriftzug, ist längst verschwunden. Vor zweieinhalb Jahren wurde die Installation an der orangefarbenen Fassade des ehemaligen Kinos Speer im Thalwiler Zentrum abmontiert. Seither deutet äusserlich rein gar nichts mehr daraufhin, dass hier bis im Jahr 1978 Filme über die Leinwand flimmerten.

Auch steht das Gebäude schon lange leer: 2014 mussten die Trattoria Gallo Nero und die Freikirche Christliches Zentrum ausziehen. Letztere fand im Gewerbegebiet Böni eine neue Bleibe.

Nun sieht es danach aus, als würde das ehemalige Kino an der Ecke Mühlebachstrasse/Gotthardstrasse bald definitiv abgerissen werden. Absperrgitter und Bauvisiere künden einen Neubau an.

Hinter dem Projekt steht die Wädenswiler Bau-, Planungs- und Immobilienfirma Uster AG. Sie plant ein viergeschossiges Gebäude mit Flachdach. Es umfasst sechs 2,5-Zimmer-Wohnungen und im Attikageschoss eine 4,5-Zimmer-Wohnung. Im Erdgeschoss ist Raum für Gewerbe vorgesehen.

Baustart noch offen

«2,5-Zimmer-Wohnungen an dieser zentralen Lage sind ein interessantes Angebot», ist Roger Bucher von der Uster AG überzeugt. «Gerade für Alleinstehende oder ältere Menschen fehlt es in Thalwil an solchen Wohnungen.» Dabei sei die Nachfrage gross.

«2,5-Zimmer-Wohnungen an dieser zentralen Lage sind ein interessantes Angebot.»Roger Bucher, Uster AG

Die Firma hat vor, die Wohnungen zu verkaufen, wobei die Kosten noch nicht im Detail festgelegt seien. Das gilt auch für den Gewerberaum im Erdgeschoss. Welche Art von Gewerbe darin unterkommen soll, sei nicht definiert. «Weil es dort, am Ende der Gotthardstrasse, nur wenig Laufkundschaft gibt, wäre es wohl eher etwas für eine Agentur oder Ähnliches», sagt Bucher.

Die öffentliche Auflage des Projekts endete im September. Nun wartet die Uster AG, die das Gebäude selber entworfen hat, auf die Baubewilligung der Gemeinde. Einen geplanten Baustart könne er noch nicht nennen, sagt Bucher. «Das ist abhängig von den Auflagen aus der Baubewilligung und auch davon, wie schnell wir die Wohnungen verkaufen können.»

Keine Lust mehr

Klar ist: Mit dem Projekt wird vollendet, was schon die Vorgängerin der Uster AG umsetzen wollte. Die Firma hat die Liegenschaft nämlich erst 2018 erworben. Davor gehörte sie fünf Jahre lang der Immobilienfirma Activa Swiss mit Sitz in Küsnacht. Diese wollte eigentlich schon im Winter 2014/15 mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses beginnen.

Doch ihre Pläne wurden durchkreuzt. Denn die kantonale Denkmalpflegekommission kam zum Schluss, dass das Haus des einstigen Landkinos ein schützenswertes Objekt von überregionaler Bedeutung sei. Sie leitete deshalb ein Verfahren zur Unterschutzstellung ein. Auch der Zürcher Heimatschutz setzte sich dafür ein. Sehr zum Unmut der Eigentümerin.

«Mir ist irgendwann die Lust vergangen.»Urs Leimann, Geschäftsführer Activa Swiss AG

2016 endete der Streit schliesslich vor dem Baurekursgericht: Mit dem besseren Ende für die Activa Swiss AG. Doch warum hat sie das Projekt, nachdem sie vom Gericht grünes Licht erhalten hatte, nicht umgesetzt? «Mir ist irgendwann die Lust vergangen», sagt der Geschäftsführer Urs Leimann.

Ein Baugesuch habe er erst gar nicht eingereicht. Denn trotz mehrerer Gespräche mit der Thalwiler Baukommission, sei es zu keiner Einigung darüber gekommen, welche Art von Neubau bewilligungsfähig wäre.

Erstellt: 06.10.2019, 18:09 Uhr

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