Meilen

Neue Antenne auf dem Pfannenstiel soll Funkloch eliminieren

Die Swisscom plant den Bau einer Mobilfunk­antenne auf dem vorderen Pfannenstiel. Dort klafft bislang ein Funkloch, welches das nahe Ausflugsrestaurant vor grosse Probleme stellt.

Auf dieses Gebäude soll ein Kamin gebaut werden, sodass genügend Platz für eine Mobilfunkantenne im Inneren vorhanden ist.

Auf dieses Gebäude soll ein Kamin gebaut werden, sodass genügend Platz für eine Mobilfunkantenne im Inneren vorhanden ist. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Hallo, hallo, ich höre Dich nicht mehr?!» – so oder so ähnlich klingt es auf dem vorderen Pfannenstiel öfters. Beim Restaurant Vorderer Pfannenstiel besteht nämlich ein ausgedehntes Funkloch. Mal schnell im Navigationsgerät beim Wandern den Standort überprüfen, der Freundin eine Textnachricht schicken oder auch im Restaurant den Wurst-Käse-Salat mit Karte zahlen, dies ist nicht selten zum Scheitern verurteilt.

Um das zu ändern, plant die Swiss­com den Bau einer Antenne am Herrenweg 380. Begrüsst wird der Bau vom Restaurant Vorderer Pfannenstiel oder genauer gesagt von der Restaurant Pfannenstiel AG, welche die Gaststätte trägt. «Wir haben grosse Probleme, überhaupt den Betrieb sicherzustellen», kommentiert Irene Ritz-Anderegg, Präsidentin der Aktiengesellschaft, die Empfangssituation auf dem vorderen Pfannenstiel.

Die jetzige Telefonleitung ins Restaurant reiche für die heute notwendigen Datenmengen fürs Festnetz und Internet nicht mehr aus, und oft gebe es gar keinen Empfang. «Die Folge ist, dass die Gäste keinen Tisch reservieren oder nicht mit Kreditkarte zahlen können», schildert sie die Situation. Dies führte sogar schon dazu, dass Gästen, welche kein Bargeld dabei hatten, die Rechnung per Post zugestellt werden musste. Man habe deswegen auch schon negative Reaktionen erhalten, erklärt Ritz-Anderegg. Zu Problemen bei einem medizinischen Notfall wegen des mangelhaften Empfangs kam es bislang noch nicht. «Es könnte aber bei einem solchen ein Problem geben», schliesst Ritz-Anderegg nicht aus.

Keine Antenne auf Restaurant

Neu ist das Funkloch nicht. Bis anhin wurde die Lücke im Mobilfunknetz bei gut besuchten Anlässen, etwa bei der Springkonkurrenz Pfannenstiel, mit einer temporären Antenne überbrückt. Dem jetzigen Plan, eine Antenne zu bauen, gingen Verhandlungen zwischen der Aktiengesellschaft und der Swiss­com vor­aus. «Das Restaurant ist so weit weg vom Siedlungsgebiet, dass eine Glas­faserleitung unverhältnismässig gewesen wäre», erläutert Ritz-Anderegg. Eine Antenne sei somit die letzte Lösung.

Gebaut wird diese aber nicht auf dem Dach der Gaststätte, sondern in einer kleinen Garage neben dem Restaurant, welche die AG der Swiss­com vermietet. Von der Antenne aus ist zudem eine Leitung ins Restaurant vorgesehen. Von aus­sen ändert sich nur insofern etwas, dass das kleine Häuschen einen Kamin bekommt. Das Gebäude und der Kamin kaschieren eine Antenne, die fast sechs Meter hoch ist. «Es ist eine optische Sache: Wir wollten keine Antenne aufs Restaurant setzen, das ein inventarisiertes Objekt ist», erklärt Ritz-Anderegg, die auch Gemeinderätin in Meilen ist.

Das Bauprojekt liegt noch bis zum 30. August in der Hochbauabteilung der Gemeinde Meilen auf. Aus den Dokumenten, die auf­liegen, wird ersichtlich, dass die Swisscom auch noch andere Standorte für die Antenne in Betracht zog. So etwa den nahen Springplatz Pfannenstiel. Dieser Alternativstandort fiel dann aber aus, weil «die Erstellung einer Mobilfunkanlage im privaten Gestaltungsplan Springplatz Pfannenstiel, soweit ersichtlich, nicht vorgesehen ist», ist den Unter­lagen fürs Bauprojekt zu entnehmen. Die Swisscom geht aber auch davon aus, dass sich eine Mobilfunkanlage auf dem Gebiet der Pferdesportanlage wesentlich schlechter in die Umgebung eingliedern könnte, respektive gewichtigere Auswirkungen auf das Landschaftsbild mit sich bringen würde.

Weitere Gebiete betroffen

Dass die Netzabdeckung im Gebiet um den Pfannenstiel nicht die beste ist, wird von der Swisscom bestätigt. Laut Unternehmenssprecherin Esther Hüs­ler handelt es sich dabei sogar um ein Problem, welches für das gesamte Zürichseegebiet symptomatisch ist. «In der Region wären aber für einen guten Mobilfunkempfang grundsätzlich überall mehr Antennen nötig, damit die Kunden immer und überall vom besten Netz profitieren», sagt sie in Bezug auf die Bezirke Meilen, Horgen und das Oberseegebiet. Auch ein Blick in den sogenannten Breitband-Atlas des Bundesamts für Kommunikation offenbart das Funkloch ob Meilen. Weitere Gebiete, in denen der Empfang schlecht ist, sind Küsnachterberg, der Hombrechtiker Ortsteil Uetzikon und einige Flecken in Zolli­kon und Zumi­kon.

Daran, dass auf dem vorderen Pfannenstiel eine Nachfrage nach einem besseren Empfang vorhanden ist, lässt die Swisscom keinen Zweifel. «Das Bedürfnis nach einer besseren Versorgung besteht seit Jahren und besonders während grosser Events», antwortet Sprecherin Hüsler auf die Frage, ob es Beschwerden wegen des Funklochs gegeben habe. Ganz verschwinden wird das «Hallo, hallo, ich höre Dich nicht mehr?!» auch nach dem Bau der Antenne übrigens nicht. Denn Kunden anderer Mobilfunkanbieter werden künftig keine bessere Verbindung haben. «Swisscom baut ihr Mobilfunknetz für ihre eigenen Kunden aus», ist von der Firma zu erfahren.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 26.08.2018, 18:12 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.