Mobilität

Netz der Ladestationen wird dichter

Die ersten der 30 Schnellladestationen, die ABB der Stadt Zürich schenkt, sind in Betrieb. Damit wird das Netz der Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge weiter ausgebaut.

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Kurz vor der Austragung des ersten (und bisher einzigen) Formel-E-Rennens im Juni 2018 in der Stadt Zürich kündigte der Technologiekonzern ABB der Stadt ein Geschenk an: Mit 30 Schnellladestationen soll die Elektromobilität gefördert werden.

Die E-Prix-Euphorie hat nach mehreren gescheiterten Versuchen für eine zweite Durchführung in Zürich zwar in Katerstimmung umgeschlagen. Das starke Wachstum der Elektromobilität wird dadurch aber natürlich nicht gebremst, und ABB hat Wort gehalten: Vier der 30 Stationen sind mittlerweile in Betrieb, gestern fand die offizielle Einweihung der Schnellladestation beim Parkplatz Eisfeld in Oerlikon statt. «Das zeigt, dass die Standortsuche nicht ganz einfach ist», sagte Stadtrat Michael Baumer (FDP), Vorsteher des Departementes der Industriellen Betriebe. Die Geräte sollen an verkehrstechnisch gut erschlossenen und öffentlich zugänglichen Orten stehen, gleichzeitig aber möglichst nicht in unmittelbarer Nähe bereits bestehender Schnellladestationen.

Der Parkplatz Eisfeld an der Thurgauerstrasse, einer Hauptverkehrsachse in Zürich-Nord, erfüllt laut Baumer die Anforderungen. Weitere Schnellladestationen von ABB gibt es derzeit an der Wieslergasse in Höngg, an der Bocklerstrasse in Schwamendingen sowie an der Tramstrasse in Oerlikon. Bis Ende nächsten Jahres will die Stadt für alle 30 Ladestationen Standorte finden und die Geräte in Betrieb nehmen.

Deutlich schneller als eine normale Ladestation

Die ABB-Geräte vom Typ T54 ähneln auf den ersten Blick den Zapfsäulen an Tankstellen. Unter der grünen Haube steckt aber natürlich keine Benzinpumpe, sondern geballte Elektropower: bis zu 50 Kilowatt liefert die Schnellladestation. Das ist ungefähr so viel Strom, wie 50 gleichzeitig laufende Staubsauger brauchen. Damit lässt sich der Akku eines Elektrofahrzeugs in einem Bruchteil der Zeit laden, der an einer normalen Ladestation gebraucht würde. Je nach Modell dauert eine Schnellladung ungefähr 15 bis 30 Minuten.

Bei einer normalen Ladestation, wie sie private Elektroautobesitzer in der Regel zuhause verwenden, dauert der Ladevorgang häufig mehrere Stunden. Das ist meist kein Problem, weil das Fahrzeug dort sowieso über längere Zeit steht.

Die meisten Fahrerinnen und Fahrer kommen mit einer Akkuladung problemlos durch den Tag. Die Reichweiten aktueller Elektroautos betragen 300, 400 oder teilweise sogar über 500 Kilometer – jeweils unter optimalen Bedingungen.

Auf ein rasches Nachladen ist man also vor allem dann angewiesen, wenn man beispielsweise auf Reisen ist, oder wenn Unvorhergesehenes dazwischen kommt.

Ein dichtes Netz alswichtige Voraussetzung

«Wir gehen stark davon aus, dass der Elektromobilität die Zukunft gehört», sagte Robert Itschner, Vorsitzender der Geschäftsleitung ABB Schweiz. Eine smarte Ladeinfrastruktur sei eine der Voraussetzungen. ABB gehöre mit über 11000 bereits verkauften Geräten zu den führenden Anbietern auf dem Weltmarkt. Ein dichtes Netz von Lade- und vor allem Schnellladestationen soll den wohl grössten Nachteil der Elektrofahrzeuge gegenüber den Verbrennern wettmachen: die Reichweite und die benötigte Zeit für das Auftanken, respektive Aufladen.

Schnellladestationen werden deshalb nicht nur in den Städten immer häufiger anzutreffen sein, sondern auch auf Autobahnraststätten. In der Region Zürich ist die Erschliessung bereits recht gut, auch entlang der A1 zwischen Zürich und Bern befinden sich mehrere Ladestationen.

Die Schnellladestationen, die ABB der Stadt Zürich schenkt, werden vom Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) betrieben und sind in das Netzwerk von Swisscharge.ch eingebunden. Sie können mit einer EZW-Ladekarte, per App oder einfach mit Kreditkarte genutzt werden.

Die Preise variieren je nach genauer Ladeart. Einer der Tarife fürs Schnellladen kostet laut Angaben auf der Swisscharge-Webseite 35 Rappen pro Minute. Eine «Tankfüllung» kostet so also trotz Schnellladung nur ein Bruchteil so viel wie diejenige für einen Verbrenner an der Zapfsäule.

EWZ versorgt die Stationen mit zertifiziertem Naturstrom aus der Schweiz. Der Betrieb der Stationen soll für den städtischen Stromversorger kostendeckend sein.

Erstellt: 08.10.2019, 17:37 Uhr

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