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Neben Enten schwimmt im Oetwiler Weiher vor allem Brot

Merkwürdiges geht am Oetwiler Schützenhausweiher vor sich. Seit einiger Zeit entsorgen Unbekannte grosse Mengen von Brot im Gewässer. Nun wird der Kanton aktiv.

Der Schützenhausweiher in Oetwil ist eigentlich ein idyllischer Ort.
Der Schützenhausweiher in Oetwil ist eigentlich ein idyllischer Ort.
Moritz Hager

Von Schilf und Bäumen umgeben, direkt am Waldrand gelegen – der Schützenhausweiher in Oetwil ist ein idyllischer Ort. In letzter Zeit stört aber etwas die Begegnung mit der Natur. Regelmässig liegen am Ufer und im Wasser grosse Mengen von Brot und Lebensmittelresten.

Die Situation schon länger mit Besorgnis beobachtet hat der Oetwiler Sebastian Bühler. Im Auftrag des Bauern, dem das Land gehört, kümmert er sich als Weiherwart um das Gewässer. «Verschimmelte Weggli, angebissene Semmeln, Nudeln und sogar halbe Pizzen habe ich schon im Weiher gesehen», erzählt er. Bühler, der noch niemanden auf frischer Tat ertappen konnte, geht davon aus, dass mehrere Personen am Werk sind.

Regelmässig liegen am Ufer und im Wasser grosse Mengen von Brot und Lebensmittelresten. Bild: zvg.
Regelmässig liegen am Ufer und im Wasser grosse Mengen von Brot und Lebensmittelresten. Bild: zvg.

Mehrmals pro Woche

Mit welcher Absicht das Brot in den Weiher geschüttet wird, ist nicht bekannt. Die Entsorgungsaktionen kommen laut Bühler ein bis zwei Mal in der Woche vor. Die grossen Mengen und die Häufigkeit machen stutzig. Will jemand die Enten im Weiher mästen? Handelt es sich um falsch verstandene Tierliebe? Oder entsorgen hier Privatpersonen systematisch ihren Abfall? Fest steht, dass ausser Esswaren kein anderer Müll bemerkt wurde.

Heikel ist die Situation, weil der betreffende Weiher vom Kanton geschützt ist. «Grosse Mengen von Brot können die Wasserqualität negativ beeinflussen», sagt Roeland Kerst, der als externer Betreuer für das kantonale Naturschutzgebiet in Oetwil zuständig ist. Zum einen weil das Brot im Wasser verrote und zum anderen weil sich die Enten stärker vermehrten, was die Menge der Ausscheidungen im Wasser erhöhe.

Schimmel gefährlich

Bei der Vogelwarte Sempach ist die Fütterung von Enten, Schwänen und Möwen immer wieder ein Thema. «Wasservögel sind gut an die hiesigen Bedingungen angepasst und finden in geeigneten Gebieten selber ausreichend Nahrung», sagt Livio Rey, diplomierter Biologe bei der Vogelwarte. Eine Fütterung sei daher nicht nötig.

Das gelegentliche Füttern von Brot in kleinen Mengen gefährde die Gesundheit der Wasservögel zwar nicht, sie könne aber zu einer lokalen Konzentration der Population führen. «Keinesfalls verfüttert werden dürfen aber gewürzte Essensreste oder verschimmeltes Brot», sagt Rey.

Kanton ergreift Massnahmen

Auch im Schützenhausweiher gebe es «relativ viele» Enten, was im Zusammenhang zur Fütterung stehe, sagt Roeland Kerst. Um die Situation in den Griff zu bekommen, will er das Gebiet nun regelmässig kontrollieren. «Zudem hat der Kanton beschlossen in den nächsten Wochen eine Infotafel aufzustellen, die auf die Problematik hinweist.»

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