Küsnacht

Nach Vatikan-Rezepten präsentiert Küsnachter Koch neues Kochbuch

Der Küsnachter ­Kochbuchautor David Geisser gilt als Schweizer Jamie Oliver. Nach seinem Erfolg mit einem Vatikan-Kochbuch arbeitet er bereits an seinem nächsten Werk.

David Geisser in seiner Küche in Küsnacht. Das Kochen nach einem langen Arbeitstag ist ihm nicht verleidet.

David Geisser in seiner Küche in Küsnacht. Das Kochen nach einem langen Arbeitstag ist ihm nicht verleidet. Bild: Moritz Hager

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Angesprochen auf sein Talent in der Kreation neuer Rezepte rea­giert der 26-jährige Kochbuchautor David Geisser leicht verlegen. «So schwierig ist das gar nicht», sagt er und zuckt mit den Schultern. Während seiner Lehre im renommierten Ristorante il Casale in Wetzikon habe er viel über die Kombination verschiedener Kräuter und Gewürze lernen können. «Und vermutlich habe ich das Glück, dass ich das Gespür für die passende Kombination von Aromen ein bisschen habe», sagt er erneut mit einem Anflug von Bescheidenheit.Dabei könnte David Geisser durchaus mit seinen Erfolgen prahlen. Drei Kochbücher hat er bereits veröffentlicht. Allesamt zigmal verkauft. Sein letztes Buch widmete sich Rezepten aus dem Vatikan. Er schrieb es während seiner Zeit bei der Schweizergarde in Rom. Unter anderem fanden dort auch die Lieblingsrezepte der letzten drei Päpste ihren Platz. Kleine Figürchen in Gardistenuniform und eine Modell-Vespa zieren ein Regal in seiner Wohnung und erinnern an diesen Lebensabschnitt in Italien.

Hobby wird zum Beruf

Sein Kochbuch «Buon Appetito, Guardia Svizzera» bezeichnet Geis­ser als «Türöffner». Mit der englischen Version desselbigen tourte er gerade durch die USA. «Das ist eine ganz andere Welt», sagt Geisser. Von einem Interviewtermin ging es in die nächste Fernsehshow. Menschen hätten ihn auf der Strasse angesprochen und die «New York Times» habe sein Buch in die Top-100-Bestsellerliste aufgenommen. Seine Augen leuchten, wenn er von dieser Reise erzählt. Er spricht schneller und aufgeregter, wenn er von seiner grossen Leidenschaft, dem Kochen, berichten kann.

Sein Hobby sei zu seinem Beruf geworden. Besser hätte er es nicht treffen können, sagt er und strahlt. Im April ist er aus den USA zurück nach Küsnacht gekommen, wo er seit gut einem Jahr mit seiner Freundin lebt. Schon bald wird er für seine nächste Buch-Tournee wieder in die Staaten fliegen. Trotz all der Aufmerksamkeit versucht er, Bodenhaftung zu bewahren. «Mein Leben findet in der Schweiz statt.» Aber Geisser sagt auch, dass er jung sei, viele Ideen habe und diese Chance nutzen müsse. So arbeitet Geisser bereits an seinem nächsten Kochbuch « Apéro Riche – Kleine Häppchen erhalten die Freundschaft», das voraussichtlich im Herbst erscheinen wird.

Experimentierfreude

Der Name des Buches ist Programm. Aus den zahlreichen Rezep­ten lassen sich raffinierte Kleinigkeiten, Miniburger oder Desserts nachkochen. Das neue Kochbuch treffe den Zeitgeist, sagt der Küsnachter. «Wenn Freunde spontan vorbeikommen, will man ihnen schnell ­etwas anbieten können.» Mit Finger­food müsse man danach nicht mal mehr gross abwaschen, betont Geisser verschmitzt. Die Arbeit an neuen Rezepten mache ihm Spass. Wichtig sei, dass man zuerst ein Thema definiert. Danach kämen ihm die Ideen nur so zugeflogen. Er kombiniert verschiedene Zutaten und gibt zum Teil schon bekannten Rezepten seine persönliche Note. «Man muss sich in der Küche etwas trauen», sagt Geisser. Man solle einfach mal drauflos experimentieren. «Hauptsache, es schmeckt am Schluss.» Ob seine Kreationen tatsächlich gut sind, entscheiden seine Familie und Freunde. Sie fungieren jeweils als Test­esser, bevor ein Rezept ins Kochbuch kommt.

Trotz seiner ausgewiesenen Kochkünste wird David Geisser von seinem Freundeskreis nach wie vor gerne zum Znacht ein­geladen. «Es wäre schlimm für mich, wenn meine Freunde sich durch meinen Beruf einschüchtern liessen.» Ein Raclette zum Beispiel sei etwas, was jeder hinkriegen würde, sagt Geisser mit einem Augenzwinkern. Zudem ist der Küsnachter Kochbuch­autor auch schon glücklich, wenn er in ein Stück Brot mit viel Butter beissen kann. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.07.2016, 14:48 Uhr

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