Horgen/Meilen

Mit der «Fressaktie» zum jährlichen Familientreffen

Die Zürichseefähre blickt auf ein gutes Geschäftsjahr zurück.

Die Generalversammlung der Zürichsee-Fähren Horgen-Meilen AG verlief in ruhigen Gewässern.

Die Generalversammlung der Zürichsee-Fähren Horgen-Meilen AG verlief in ruhigen Gewässern. Bild: Archiv André Springer

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Gegenwind bläst der Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG nur auf dem See entgegen. Die Generalversammlungen hingegen verlaufen in ruhigem Wasser. Das bestätigte sich gestern Abend in Meilen auf dem Werkhof der Schneider Umweltservice. Das hat zunächst mit der Aktionärsstruktur zu tun. Wenn die Kleinaktionäre - schon wer mehr als eine Aktie besitzt, ist eine Ausnahmeerscheinung - zusammenkommen, hat das mehr den Charakter eines Familientreffens als eines Geschäftsakts.

Verwaltungsratspräsident Werner Richi sprach auch von einem «Liebhaberpapier» und einer «Fressaktie». Die 100 Franken Dividende rücken ob des offerierten Abendessens bei den meisten in den Hintergrund. Es gibt hier auch keine wütenden Wortmeldungen wegen überrissener Gehälter und Boni. Der Fährenchef heisst hier noch Geschäftsführer und nicht CEO.

Nichts zu kritisieren

Zu kritisieren gab es unter den 420 Teilnehmern der GV ohnehin nichts. Die Gesellschaft hat im letzten Jahr bei einem Nettoverkehrsertrag von 10,085 Millionen Franken (plus 1,4 Prozent) und einem Jahresgewinn von 650000 Franken gut gewirtschaftet. Die im Herbst 2017 in Betrieb gesetzte neue Fähre Meilen hat sich mit grösserem Deck und geringerem Verbrauch bestens in die Flotte integriert. Verdient gemacht hat sich der inoffizielle Mitarbeiter Petrus. Mit dem langen Sommer hat er das Geschäft belebt. Vor allem bei den Zweirädern (102000 Velos, Roller und Motorräder) wurde ein Wachstum von 13,8 Prozent verzeichnet.

Im Vorjahr wurden 2,05 Millionen Personen (plus 1 Prozent) befördert. Auch bei den Lastwagen verzeichnete die Fähre erneut höhere Zahlen. Lediglich die stärkste Fahrzeugkategorie schwächelt seit Jahren: Die 1,24 Millionen Personen- und Lieferwagen sind ein paar Tausend weniger als 2017 - trotz erneut zunehmender Autozulassungen. Geschäftsführer Martin Zemp erinnerte daran, wie empfindlich dieses Kundensegment auf Behinderungen im Strassenverkehr reagiert. Wenn die Längsachsen nach Zürich verstopft sind, ist es gut für die Fähre. Wenn die Verbindungen über Pfannenstiel und Hirzelpass wegen Baustellen blockiert sind, trifft das die Fähre im Mark.

Wechsel im Verwaltungsrat

Im neunköpfigen Verwaltungsrat gab es einen Wechsel: Die Aktionäre wählten Barbra Albrecht (Herrliberg), die Brigitte Schweizer (Meilen) ersetzt. Für das laufende Jahr hofft die Gesellschaft erneut auf himmlische Schützenhilfe und auf das Züri-Fäscht. Wenn vom 5. bis zum 7. Juli die Quaibrücke gesperrt ist, schaufelt das schlagartig Tausende zusätzliche Uferpendler auf die Fähre. Der nächste Höhepunkt für die Gesellschaft kommt vorher und bringt Stillstand: Die Steuerkanzel der alten Meilen wird Ende Juni als neues Prunkstück der Schiffsabteilung im Verkehrshaus Luzern eröffnet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 25.05.2019, 09:21 Uhr

Besondere Zahlen der Fähre 2018

Die fünf Fährschiffe legten im letzten Jahr 207000 Kilometer zurück, was fünf Erdumrundungen entspricht. Dabei verbrauchten sie 1,457 Millionen Liter Diesel. Pro Kurs verbrennen die Motoren 21,1 Liter Treibstoff. Dass die mit 360 Tonnen grösste Fähre, «Meilen», rund 2,5 Liter weniger braucht als die um ein Drittel leichtere «Schwan», zeugt vom technischen Fortschritt. Die meisten Personen (210000) und Personenwagen (123000) beförderte die Zürichsee-Fähre im Juni, die wenigsten (120000/80000) im Februar. Im Durchschnitt generierte jede der insgesamt 68988 Überfahrten einen Reingewinn von 9.32 Franken, was 18 Rappen weniger sind als der Tarif für einen Personenwagen. (di)

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