Männedorf

Männedörfler äussern sich zum Masterplan Widenbad

An einer Informationsveranstaltung zur Zukunft der Sport- und Freizeitanlage Widenbad wollte die Gemeinde den Puls der Bevölkerung fühlen.

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Die Männedörfler Sportanlage Widenbad soll eine moderne Freizeitanlage für alle Bevölkerungsgruppen werden. Ein Masterplan legt den Grundstein hierfür. Er setzt die raumplanerischen Eckpfeiler für die später folgende Detailplanung (diese Zeitung berichtete). Am Samstagmorgen wurde der Masterplan erstmals der Bevölkerung vorgestellt.

An die 100 Männedörflerinnen und Männedörfler, darunter auch gut ein Duzend Kinder und Jugendliche fanden den Weg in die Aula Blatten. «Vielleicht sollten wir mehr Veranstaltungen am Samstag durchführen», warf Gemeinderat Thomas Lüthi (SVP) zu Beginn denn auch gut gelaunt in die Runde, bevor er das Wort Sergej Piattella, Präsident des FC Männedorfs, übergab. Piattella gab den Anwesenden in der Folge einen kurzen Überblick, zur heutigen Situation des Vereins.

«Vielleicht sollten wir mehr Veranstaltungen am Samstag durchführen.»Thomas Lüthi, Gemeinderat

Mit gut 700 Mitgliedern würde der FC aus allen Nähten platzen und es könne davon ausgegangen werden, dass man auch künftig nicht an Popularität einbüssen werde. Den Zustand der Sportanlage Widenbad beschrieb der Vereinspräsident derweil als eher schlecht. Die Garderoben seien veraltet und entsprächen nicht mehr den geforderten Standards. Gleiches gilt für die Spielfelder. Der FC Männedorf spreche sich deshalb für ein klares Ja zur neue Sport- und Freizeitanlage aus.

Dass der FC Männedorf der Hauptnutzniesser der Erneuerung des Widenbads sein wird, zeigte sich in den Ausführungen von Zina Lindemann. Die Raumplanerin des Büros Suter Von Känel Wild erläuterte in der Folge den Masterplan. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit Vertretern der Gemeinde sowie Exponenten der verschiedenen Sportvereine, die im Widenbad aktiv sind, aber auch Vertretern aus der Bevölkerung gemeinsam erarbeitet.

Skaterpark oder Parcours?

Angedacht sind drei Normspielfelder für den Fussballclub zusätzlich zum bestehenden, kleineren Juniorenspielfeld. Auch ein neues Garderoben- und Betriebsgebäude sehen die Planer vor. Dieses soll künftig auch der Bevölkerung offen stehen. Auch die Parkierung wird überarbeitet.112 Parkplätze im Norden der Sportanlage sind derzeit angedacht. Der Masterplan sieht ausserdem Reserveflächen für sogenannte ungebundene Sportarten vor. Gemeint sind vereinsunabhängige Sportarten wie beispielsweise Joggen oder Biken.

«Über die Hälfte der Männedörfler Bevölkerung ist Mitglied in einem Sportverein. Dennoch wollen wir auch allen anderen die Gelegenheit bieten, Sport zu treiben», erklärte Rolf Baumann, Sportkoordinator der Gemeinde Männedorf, die Idee hinter den ungebundenen Sportanlagen. Möglich sei etwa ein betonierter Skaterpark, eine Pumptrack-Anlage für Mountainbiker und BMX-Radfahrer, eine Parcours- oder eine Outdoor-Fitness-Anlage.

Eine Umfrage bei den Männedörfler Mittel- und Oberstufenschüler habe gezeigt, dass alle diese Optionen Anklang finden würden. Ebenfalls ein grosses Bedürfnis, welchem Rechnung getragen wird, sei zudem ein Basketballfeld.

Keine Angaben zu Kosten

Auch bei den Anwesenden stiessen die Pläne für die Zukunft der Sportanlage Widenbad grossmehrheitlich auf Anklang. Dafür sprachen die vielen Sticker, mit welchen sie nach der offiziellen Veranstaltung auf Stellwänden ihren Zuspruch für die verschiedenen angedachten ungebundenen Sportanlagen Kund taten.

Kritisch hinterfragt wurde derweil die Einbettung der Anlage in die Natur. Man plane alle Böschungen und Übergänge naturnah, etwa mit Magerwiesen, zu gestalten, erläuterte Zina Lindemann hierauf. Auch die Frage nach der Erreichbarkeit des Sportplatzes wurde aufgeworfen.

«Wäre es nicht sinnvoller, die ungebundenen Sportanlagen in Zentrumsnähe zu realisieren, damit nicht alle Mamis ihre Kinder ins Widenbad hochfahren müssen?»Ein Anwesender

«Wäre es nicht sinnvoller, die ungebundenen Sportanlagen in Zentrumsnähe zu realisieren, damit nicht alle Mamis ihre Kinder ins Widenbad hochfahren müssen», wollte etwa ein Anwesender wissen. Alexander Frei, Abteilungsleiter Infrastruktur und Hochbau, winkte sogleich ab. Man wolle bewusst alle Angebote im Widenbad konzentrieren, zumal auch alle 30 Minuten ein Bus der VZO die Haltestelle anfahre.

Gleich mehrfach aufgeworfen wurde schliesslich die Kostenfrage. Sie blieb jedoch unbeantwortet. Den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern werde an der Gemeindeversammlung vom 16. Dezember ein Projektierungskredit vorgelegt, erklärte Thomas Lüthi. Dann müsse und werde der Gemeinderat auch Angaben zu den voraussichtlichen Kosten des Projekts machen.

Erstellt: 08.09.2019, 20:18 Uhr

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