Uznach

Livebilder aus dem Storchennest

Nach zweijähriger Pause installiert der Storchenverein Uznach erstmals wieder eine Livekamera an einem ­Storchennest. Neugierige können so während rund zweier Monate das Brutgeschehen des Storchenpärchens verfolgen.

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Aufmerksam verfolgen die Storcheneltern die Geschehnisse rund um ihr Nest. Ihre Sorge gilt wohl auch den beiden Eiern, welche sie bei ihrem Rückzug aufs Giebeldach des Nachbarhauses hatten ungeschützt zurücklassen müssen. Der Lärm des Feuerwehrautos hatte sie aufgeschreckt und die Ungewissheit darüber, welche Gefahren noch lauern mögen, hatte sie vertrieben.

Dabei hegen die Mitglieder des Storchenvereins Uznach und die aufgebotene örtliche Feuerwehr ausnahmslos gute Absichten. Nach einer zweijährigen Pause soll an diesem frühen Donnerstagabend erneut eine Kamera am Storchennest auf dem Dach des Restaurants zum Storchen angebracht werden. Die Livebilder können von Interessierten dann während rund zweier Monate auf einem Bildschirm im Schaufenster der im gleichen Haus gelegenen Jet-Sport-Filiale bestaunt werden.

Mit dem Hubretter zum Storchennest

Dafür muss die Kamera allerdings erst einmal auf dem Dach installiert werden. Mit dem Hubretter lassen sich Peter Wachter, Leiter Unterhalt der Anlagen des Storchenvereins Uznach, und Elektriker Josef Hüppi von Feuerwehrmann Cornel Rüegg in schwindelerregende Höhen befördern. In einem Balanceakt gelingt es den beiden, die Kamera am Nest zu befestigen. Kaum geschehen, kehrt ein Storch, mit reichlich Gras, auch schon zurück. Etwas mehr Schwierigkeiten bereitet den Männern dann das fachmännische Anschliessen der Kabel. Da die Videoinstallation zwei Jahre nicht in Betrieb war, klappt nicht alles auf Anhieb. Das Bild für die zahlreichen Schaulustigen lässt noch auf sich warten. Nach einem weiteren Versuch und einem Kabelwechsel ist es dann aber so weit: Die versammelten Zuschauer können die ersten Bilder des Brutgeschehens verfolgen.

Seit rund einer Woche brütet und behütet das schon etwas ältere Storchenpärchen Eier in seinem Nest an der Zürcherstrasse. Sie seien etwas früher dran als die anderen Störche rund herum, erklärt Kurt Senn, Leiter Fütterung und Betreuung des Storchenvereins Uznach. «Das ist dar­auf zurückzuführen, dass sie das ganze Jahr über hier in Uznach verweilen.» Damit das möglich ist, hat Senn die Tiere den Winter über täglich mit Fisch gefüttert. Nun sorgen sie wieder für sich alleine. Und bald schon werden sie weitere hungrige Mäuler zu stopfen ­haben.

Kälte und Nässe bedrohen Jungvögel

Die Brutdauer der Weissstörche beträgt 30 bis 32 Tage. Beide ­Elternteile brüten die Eier abwechslungsweise aus. «Wir können nur hoffen, dass es einen ­einigermassen milden und trockenen Frühling gibt», sagt Peter Wachter. Temperaturen unter zehn Grad und andauernde Nässe seien für die Jungvögel lebensbedrohlich. Im letzten Jahr verendeten so rund zwei Drittel der Nestlinge. Bei durchschnittlich drei bis fünf Eiern pro Nest bleibe der Storchenbestand in Uznach dennoch konstant. «Etwa 35 Paare leben im Raum Uznach.» Rund 60 Tage nach der Geburt ist der Storchennachwuchs dann so weit, das Nest zu verlassen. Dann wird auch die am Nest angebrachte Kamera wieder verschwinden.

Erstellt: 02.04.2016, 10:03 Uhr

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