Eishockey

Lakers stehen im Halbfinal

Rapperswil-Jona hat es tatsächlich gepackt. Die Lakers entschieden die Belle 4:1 für sich und gewannen somit die Playoff-Serie gegen Thurgau nach 1:3-Rückstand noch 4:3.

Topskorer Raphael Kuonen (gelber Helm), Doppeltorschütze beim 4:1-Erfolg im entscheidenden siebten Spiel gegen Thurgau, lässt sich von seinen Teamkollegen feiern.

Topskorer Raphael Kuonen (gelber Helm), Doppeltorschütze beim 4:1-Erfolg im entscheidenden siebten Spiel gegen Thurgau, lässt sich von seinen Teamkollegen feiern. Bild: André Springer

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Die Thurgauer wussten, dass sie, um in diesem alles entscheidenden siebten Spiel eine reelle Chancen auf den Sieg zu haben, in Führung gehen mussten. Entsprechend engagiert starteten sie in die Partie und tauchten in den 90 Sekunden zweimal gefährlich vor Lakers-Keeper Melvin Nyffeler auf.

Die Gastgeber reagierten umgehend. Nur Sekunden später knallte Topskorer Raphael Kuonen den Puck an die Latte (2.). Dann tauchte Andrew Clark nach einem schönen Zuspiel von Antonio Rizzello alleine vor Dominic Nyffeler, scheiterte aber am «Leuen»-Goalie (4.).

Kuonen schiesst Lakers in Front

Im Anschluss wurden die Rosenstädter von Minute zu Minute überlegener, hatten durch Clark (10.), Jared Aulin (10.) oder auch Verteidiger Cyrill Geyer (17.) hochkarätige Chancen, während die Thurgauer nur noch während zweier Ausschlüsse gegen die St. Galler gefährlich wurden.

In der Schlussphase des ersten Drittels musste dann mit Patrick Parati erstmals ein Spieler der Gäste auf die Strafbank – und dies nutzten die Lakers aus. Kuonen drückte ab, und sah, wie sein Schuss, von einem Thurgauer Verteidiger entscheidend abgefälscht, den Weg in die Maschen fand (19.). Das 1:0 war der verdiente Ertrag, allerdings ein zu geringer, gemessen am klares Chancenplus (20:9 Schüsse) in den ersten 20 Minuten.

Doppelschlag bringt Entscheidung

Die mangelhafte Effizienz rächte sich. Eine Unachtsamkeit auf St. Galler Seite kurz vor Spielmitte – und schon waren die Gäste wieder im Geschäft. Und Derek Damons Treffer (28.) setzte bei den «Leuen» wieder Kräfte frei, so dass sich in den folgenden Minuten ein offener Schlagabtausch entwickelte – mit dem besseren Ende für Rapperswil-Jona. In der 36. Minute schoss Captain Rizzello seine Farben erneut in Front.

Und diesmal setzten die Rosenstädter erfolgreich nach. Nur 89 Sekunden später erhöhte Kuonen im zweiten Anlauf auf 3:1.

Schaulaufen im Schlussdrittel

Natürlich kann im Eishockey viel passieren, doch hätte so einiges schief laufen müssen beim Heimteam, dass Thurgau diese Partie noch dreht. Dies war nicht der Fall. Die Lakers spielten im Schlussabschnitt defensiv sehr solid, und warteten geduldig auf die Chance zum «Gnadenstoss». In der 46. Minute wurde dieser Tatsache. Rizzello, Clark und Aulin sahen sich bei ihrem Konter nur noch einem Verteidiger und Goalie Dominic Nyffeler gegenüber, liessen diese mit einer herrlichen Kombination aussteigen, worauf Aulin ins leere Tor einschiessen konnte.

Damit war der Sieg sichergestellt. Die verbleibende Viertelstunde nutzte die Mehrheit der 4442 Zuschauer, um ihre Lieblinge gebührend zu feiern. Und die St. Galler Spieler hatten sich die lautstarken Gesänge und Standing Ovations redlich verdient. Sie zeigten Charakterstärke – gestern, und mehr noch über die ganze Serie gesehen – und bescherten den Lakers-Fans so die erste gewonnene Playoff-Serie seit der Saison 2005/06, als Rapperswil-­Jona zum ersten und einzigen Mal in der NLA den Halbfinal er­­reichte.

Nun gegen Red Ice Martigny

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt den Lakers nach der nervenaufreibenden Viertelfinal-Serie gegen Thurgau nicht. Schon am Freitag beginnt der Halbfinal. Der Gegner dort heisst Red Ice Martigny. Die Walliser, Siebte nach der Qualifikation, setzten sich in sechs Spielen gegen das favorisierte Langenthal (2.) durch.

Von den fünf Duellen in der Qualifikation entschieden die Rosenstädter gegen Martigny vier für sich. Die einzige Niederlage resultierte am 22. Dezember in der Diners Club Arena (2:3). Die Lakers sind also wie gegen Thurgau der grosse Favorit. Man darf gespannt sein, ob sie diesmal besser mit dieser Rolle zurechtkommen. (zsz.ch)

Erstellt: 01.03.2016, 22:02 Uhr

Stimmen zum Spiel

«Haben Serie gegen Thurgau nicht zu leicht genommen»

Lakers-Topskorer Raphael Kuonen: «Im siebten Spiel braucht man immer Nerven, doch die konnten wir heute mit einer hervorragenden Teamleistung behalten. Die Thurgauer haben bis zuletzt gut gekämpft und waren ein sehr zäher Gegner, den die Medien und Fans im Voraus wohl unterschätzt haben. Wir haben die Serie gegen Thurgau auf jeden Fall nicht zu leicht genommen. Natürlich freut es mich, dass ich heute zweimal getroffen habe. Letztlich spielt es aber keine Rolle, wer die Tore schiesst – nur der Sieg zählt. Nun können wir den Abend geniessen und fokussieren uns morgen auf die Serie gegen Martigny. Wir gehen davon aus, dass auch diese eng wird.»
Thurgau-Verteidiger Patrick Parati: «Gegen einige Ex-Kollegen wäre ich mit meinem Team gerne als Sieger vom Eis gegangen. Die Enttäuschung ist nach dieser knapp verlorenen Serie riesig, zumal wir sie hätten gewinnen können. Aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt – die Lakers schon. Am Schluss fehlte uns zudem die Kraft.» (ddu)

Telegramm

NLB, Playoff-Viertelfinal (best of 7), Spiel 7:

SCRJ Lakers – Thurgau 4:1 (1:0, 2:1, 1:0)
Diners Club Arena. 4442 Zuschauer (Saisonrekord). SR Müller/Wirth, Huggenberger/Obwegeser. – Tore: 19. Kuonen (Profico/Ausschluss Parati) 1:0. 28. Damon (Brunner) 1:1. 36. Rizzello (Aulin) 2:1. 38. Kuonen (Schlagenhauf) 3:1. 46. Aulin (Clark, Rizzello) 4:1. – Strafen: 5×2 gegen Rapperswil-Jona, 4×2 gegen Thurgau. – Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Blatter, Geyer; Profico, Lüthi; Grieder, Sataric; Zangger, Grossniklaus; Aulin, Clark, Rizzello; Thöny, Mason, Schommer; Kuonen, Schlagenhauf, Schmutz; Hügli, Vogel, Hüsler. – Thurgau: Dominic Nyffeler; Urech, Parati; Nater, Kühni; Maier, Eigenmann; Roos; Rohner, Damon, Scofield; Andersons, Bischofberger, Arnold; Sterchi, Wichser, Brunner; Lemm, Fuhrer, Bahar; Blasbalg. – Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Frei, Högger, McGregor, Schaub (alle verletzt), Auriemma, Bader, Grigioni, Tkachenko (alle überzählig) und Brandi (Wetzikon); Thurgau ohne Huras, McGrath (beide verletzt) und Küng (überzählig). 2. Lattenschuss Kuonen. 30. Lattenschuss Schommer. 32. Pfostenschuss Kuonen.

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