Stäfa

Kulturen aus der ganzen Welt treffen in Stäfa aufeinander

Kinder aus der ganzen Welt verbringen gemeinsam zwei Wochen in Stäfa. Das Lager für die jungen Auslandschweizer lehrt die Kinder im Umgang mit anderen Kulturen.

Balance zu halten will geübt sein. Der Junge absolviert den Parcours während ihn seine Freunde in unterschiedlichen Sprachen ermutigen.

Balance zu halten will geübt sein. Der Junge absolviert den Parcours während ihn seine Freunde in unterschiedlichen Sprachen ermutigen. Bild: Manuela Matt

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Helles Kinderlachen ertönt schon von weitem, wenn man sich in ­Stäfa dem Heilsarmee-Lagerhaus nähert. Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren springen auf der grünen Wiese oder werfen sich gegenseitig einen Ball zu. Keine ungewöhnliche Szene an diesem sonnigen Tag. Wäre da nicht das Detail, dass die Kinder in den verschiedensten Sprachen mit­ein­ander kommunizieren.

Energie durch neue Freunde

Sie alle sind Auslandschweizer, leben auf der ganzen Welt verstreut in anderen Ländern. Für zwei Wochen sind sie nun zu Besuch in der Schweiz und lernen die hiesige Kultur kennen. Das Zusammentreffen dieser Kinder ist eines der neun Sommerlager der Stiftung für junge Auslandschweizer (SJAS). Insgesamt reisen bis Ende August 340 Kinder in die Schweiz. 36 davon verbringen ihre Zeit nun in Stäfa, bevor es am kommenden Freitag wieder an die Rückreise geht.

Einige der Kinder sprechen Deutsch, andere können diese Sprache nur verstehen. «Du bist sehr schön», ruft ein kleines Mädchen. Wer sich geschmeichelt fühlt, freut sich zu früh. «Das ist das Einzige, das ich in ­eurer Sprache sagen kann», sagt die Kleine auf Englisch. Die fehlenden Deutschkenntnisse seien kein Problem, sagt Cé­line ­Jäger, Leiterin des Lagers. Diese Kinder würden sich dann untereinander auf Englisch verständigen.

Die Liste der vertretenen Länder ist vielfältig. Da ist zum Beispiel die zehnjährige Daniela aus Spanien. Sie spricht ein wenig Deutsch, wechselt aber schnell ins Englische, um aufgeregt von ihren neuen Freunden zu erzählen. Anfangs habe sie Heimweh gehabt. Jetzt, wo das Lager langsam zu Ende geht, möchte sie am liebsten hierbleiben. Dass sie nun Freunde aus der ganzen Welt hat, gebe ihr viel «energy» sagt sie und springt davon, um mit eben diesen Ball zu spielen.

Sprachbarriere hin oder her

Die Vermischung der unterschiedlichen Kulturen sei, nebst dem Kennenlernen der Schweiz, ein Hauptgrund für die Durchführung der SJAS-Lager, sagt Ange­lina Mazzocco. Sie arbeitet in der Geschäftsstelle der Stiftung und beobachtet gerne, wie aus den Kindern verschiedenster Herkunft eine grosse Gruppe wird.

«Die Kinder kommen mit ihrem eigenen kulturellen Hintergrund zu uns in die Schweiz. Im Laufe der zwei Wochen ent­wickeln sie dann ihre ganz eigene Kultur untereinander.» Die jungen Auslandschweizer lernen hier, wie sie mit anderen Traditionen oder Verhaltensweisen umgehen müssen. «Toleranz wird hier gross geschrieben», sagt Mazzocco.

Dieses Jahr suche man die klassische Grüppchenbildung vergebens, sagt Jonas Fürstenberger, der als Leiter dabei ist. Trotz Sprachbarriere spielt der Junge aus den USA mit dem Mädchen aus Ungarn.

«Freundliche Schweizer»

Einige der Kinder sind zum ersten Mal in der Heimat ihrer ­Eltern; andere besuchten die Schweiz schon oft in den Ferien. So auch Alina aus Ungarn. Ihr ­Vater ist Schweizer und erzählte ihr früher oft Geschichten von seiner Heimat. «Die Schweizer sind sehr freundliche Menschen», sagt sie und runzelt dann die Stirn.

«Ihr Essen ist aber ein bisschen gewöhnungsbedürftig.» Sie habe aber immer alles probiert, was auf den Tisch kam. Die Achtjährige kann es kaum erwarten, bis der nächste Sommer vor der Türe steht. Sie will unbedingt erneut Teil des SJAS-Lagers sein.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.07.2016, 15:12 Uhr

Infobox

Stiftung

Die Stiftung für junge Auslandschweizer und ihre Vorgängerorganisationen haben in den letzten 90 Jahren etwa 100?000 Schweizer Kindern aus aller Welt die Gelegenheit geboten, in die Schweiz reisen zu können. Zu Beginn gab es für Kinder aus Kriegsgebieten Aufenthalte zur Erholung in Gastfamilien. Dazu wurden auch Lagerferien angeboten. Diese Lager sind erst in der jüngsten Vergangenheit zum Hauptangebot geworden. Zahlreiche Helfer wirken jedes Jahr für einen symbolischen Betrag in den Lagern mit.(fab)

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