Forch

Kuhexperten schauen auf Euter, Laien auf Hörner

An der Viehschau des Viehzuchtvereins Küsnacht sind am Samstag auf der Forch die schönsten Kühe gewählt worden. Miss Forch wurde Ursina. Sie trägt Horn – und konnte so beim Publikum punkten.

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Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Und wenn es um Kühe geht, sind die Schönheitsideale eines Viehexperten ganz anders als jene von Laien. Dies zeigte sich an der Viehschau des Viehzuchtvereins Küsnacht, die am Samstag auf der Forch stattfand.

«Das Publikum entscheidet sich fast immer für eine Kuh mit Horn», sagt ein pensionierter Bauer während der Wahl der Miss Forch. Der Titel wird von Laien vergeben. Auf Zettel tragen sie ihre Favoritin ein. «Nebst den Hörnern ist bei Laien ein dunkles Fell beliebt», sagt Ursula Krebs, die Frau des Präsidenten des Viehzuchtvereins Küsnacht, Ueli Krebs.

«Das Publikum entscheidet sich fast immer für eine Kuh mit Horn.»Ein pensionierter Bauer zur Wahl der Miss Forch

Und tatsächlich: Das Publikum wählt Ursina zur diesjährigen Miss Forch. Ursina trägt Horn – im Gegensatz zu ihren Konkurrentinnen, die hornlos angetreten sind. Mit einer verzierten Glocke wird Ursina geehrt. Die Kuh gehört Chrigel Mathys, der mit einigen weiteren tierischen Schönheiten auf die Forch gekommen ist.

Anderes Urteil

Anders fällt das Urteil des Preisrichters aus, der Helena von Bauer Roger Müller in der Championwahl zur Schönsten aller Kategorien kürt. Angetreten sind die Kühe zuvor getrennt nach Alter und Rasse. Wie Birnen nicht mit Äpfeln verglichen werden, wird Braun- und Fleckvieh getrennt bewertet. «Das Fleckvieh ist vor allem auf die Milchproduktion ausgerichtet», erklärt Ursula Krebs. Braunvieh hingegen wird für Milch aber auch Fleisch gehalten.

«Wir lassen sie alle zusammen auf die Weide. Kühe sind sehr soziale Tiere.»Ursula Krebs, Frau des Präsidenten des Viehzuchtvereins Küsnacht, Ueli Krebs.

Der Richter beäugt eine Auswahl Kühe, die zu den Seniorinnen gehören. Horn trägt keine von ihnen. Das ist auch nicht wichtig, denn der Experte hat anderes im Blick: «Ein schöner, gut ausgebildeter Euter», kommentiert er. Trotz des Alters hänge er noch oberhalb des Sprunggelenks. «So lässt sich die Kuh problemlos melken.» Sein Urteil fällt. Der Vorzeigeeuter verhilft der Kuh zum Sieg in der Kategorie.

Den Kühen indessen ist es egal, ob ihre Artgenossinnen hell oder dunkel sind, ob sie ein braunes oder geflecktes Fell haben. «Wir lassen sie alle zusammen auf die Weide», sagt Ursula Krebs. Ob Fleckvieh oder Braunvieh – die Krebs haben beides – spielt keine Rolle, denn: «Kühe sind sehr soziale Tiere.»

Stumpen und Schnupftabak

Stumpenrauch zieht über die Wiese, hie und da muht eine Kuh ihren Kolleginnen eine Botschaft zu, im Festzelt läuft Ländler. Das Bodenständige liegt in der Schweiz im Trend. Dies zeigt sich seit einigen Jahren an steigenden Besucherzahlen an Schwingfesten. Aber auch Viehschauen profitieren vom Interesse an Urchigem. «In den letzten Jahren ging es obsi», sagt Ursula Krebs.

Immer mehr Besucher kämen, um über Vieh zu plaudern, einen Stumpen zu rauchen oder sich eine Prise Schnupftabak zu gönnen. Dieses Jahr hält sich der Andrang auf der Forch allerdings in Grenzen. Rund 150 Leute kamen trotz Regenwetter. In den Jahren zuvor waren es über 300, wie Ueli Krebs berichtet. «Dann war das Wetter aber immer trocken.»

Nach dem Fachsimpeln über hochliegende Euter oder bessere Milchleistungen können die Besucher auf der Forch auch ihren Hunger stillen. In den vergangenen Jahren wurde die Festwirtschaft von einer Metzgerei organisiert. «Dieses Jahr haben die Verpflegung neu lokale Vereine übernommen», sagt Ursula Krebs.

Die Mittagessen werden vom Schlachthüsliverein zubereitet. Zum Dessert gab es Kaffee und Kuchen vom Frauenverein Küsnacht Berg.

Erstellt: 06.10.2019, 16:36 Uhr

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