Stäfa

Kleiner Bach erhält grosses Rohr

Die Gemeinde Stäfa macht den Schmittenbach hochwassersicher, damit es selbst während eines Jahrhundertunwetters nicht mehr zu Überschwemmungen kommt.

Der Durchmesser des Rohrs, durch welches der Schmittenbach läuft, ist heute zu klein um der Wasserkapazität bei einem Jahrhunderthochwasser gerecht zu werden.

Der Durchmesser des Rohrs, durch welches der Schmittenbach läuft, ist heute zu klein um der Wasserkapazität bei einem Jahrhunderthochwasser gerecht zu werden. Bild: Michel Wenzler

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Der Schmittenbach ist ein kleines, unscheinbares Bächlein in Stäfa, das beim Volg und bei der Tankstelle vorbeifliesst. Dass er sich in einen reissenden Strom verwandeln kann, möchte man kaum glauben, wenn man ihn ruhig dahinplätschern sieht. Allerdings ist dies bereits einige Male vorgekommen.

An einem Nadelöhr ist er schon mehrmals über das Bachbett getreten und hat die Schmittenbachstrasse und die angrenzende Dorfstrasse überschwemmt – nämlich dort, wo der Bach den historischen Kern des Weilers Dorf erreicht. An dieser Stelle wird er durch ein Rohr in den Untergrund geleitet. Das Problem: Der Durchmesser des Rohrs ist zu klein. Er beträgt 60 Zentimeter, wodurch maximal 0,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abfliessen können.

Die Gemeinde möchte deshalb die Eindolung des Schmittenbachs vergrössern, wie aus den Dokumenten der öffentlichen Auflage hervorgeht. Künftig soll der Querschnitt einen Meter betragen. Dadurch und dank eines besseren Einlaufbauwerks ins rund 58 Meter lange unterirdische Rohr wäre der Bach künftig hochwassersicher.

Im Weiler in den Boden

Gemäss der Naturgefahrenkarte des Kantons Zürich sind bei besagter Stelle am Schmittenbach während eines Hochwassers, wie es alle 30 Jahre vorkommt, 1,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zu erwarten. Bei einem Jahrhunderthochwasser sind es zwei Kubikmeter pro Sekunde. Für solche Unwetter wäre der Schmittenbach erst dank der vorgesehenen Massnahmen gerüstet.

Der Abschnitt des Bachbetts vor der Eindolung ist unlängst renaturiert worden. Dort, wo der Bach in den Untergrund fliesst, ist dies aber nicht möglich. Der Strassenraum im alten Kern des Weilers sei zu eng, um den Bach offenzulegen, heisst es in den Unterlagen der öffentlichen Auflage.

Derzeit sind die engen Verhältnisse besonders auffällig, da auf besagtem Abschnitt der Quartierstrasse die Bauarbeiten für die Strassen- und Werksanierung begonnen haben. Jene für die neue Eindolung sollen demnächst starten und bis Ende September abgeschlossen sein. Damit können die Arbeiten vor Beginn der Schonzeit der Gewässer – sie dauert vom 1. Oktober bis 30. April – beendet werden.

Neu gibts ein Trottoir

Nebst dem neuen Abflussrohr für den Bach ist zudem ein neuer Regenwasserkanal geplant, welcher der Ableitung von Strassen- und Regenwasser dient. Auf einem Teilstück entlang des Schmittenbachs will die Gemeinde zudem ein Trottoir bauen.

Erstellt: 12.08.2019, 00:39 Uhr

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