Wädenswil

In der Reitanlage messen sich die Hunde im Springen und Laufen

Von Freitag bis Sonntag hat auf der Wädenswiler Reitanlage Geren der vierte Agility-Zürisee-Cup stattgefunden.

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Die kurzen Beine strecken sich zum schnellen Galopp. Ein Ausbund von Tatendrang in schwarzweissem Fell jagt hier um eine enge Kurve. Nimmt dort Anlauf zu einem Sprung und stürzt sich da in einen Stofftunnel. Doch dann passiert es – worüber die Wädenswilerin Mirjam Ehrat wenig später sagen wird: «Die Aufregung». Ihr Shetland-Sheepdog Unit läuft erst an dem Slalomparcours vorbei. Und verweigert darauf das Sich-Durchschlängeln durch den Stangenwald.

Es ist Samstagvormittag auf der Reitanlage Geren ob Wädenswil. Schon von weitem kündigt sich an, dass Ehrat und Unit nicht das einzige Mensch-Tier-Gespann in dieser Zusammensetzung sind: Menschliches Stimmengewirr und vielfaches Gebell sind nur schon die akustischen Zeichen hierfür. Was denn auch auf den Sandplätzen, in der Halle und darum herum vor sich geht, ist der Agility-Zürisee-Cup: Dabei messen sich Hunde verschiedenster Körpergrössen und Leistungsklassen in Geschicklichkeit und Tempo – gilt es doch, vorgeschriebene Hindernisläufe möglichst schnell und fehlerfrei zu meistern.

Rasch ausgebucht

Um dieses Ziel wetteifern vom vergangenen Freitag bis gestern Sonntag insgesamt rund 1500 Hunde. Sie verteilen sich auf gut 450 menschliche Teilnehmer. «Das sind 50 mehr als letztes Jahr», erklärt die Verantwortliche des Organisationskomitees, Margrit Korrodi. Damit aber habe der Anlass, der heuer zum vierten Mal stattfindet, seine Kapazitätsgrenze erreicht. «Bei noch mehr Teilnehmern wäre der reibungslose Ablauf der Wettkämpfe nicht mehr gewährleistet.» Dies, zumal für den Anlass immer auch eine grosse Zahl freiwilliger Helfer rekrutiert und koordiniert werden müsse. Deren 50 stünden an diesem Wochenende im Einsatz.

Wegen des doch beträchtlichen Aufwandes an Organisation plane man von nun an, die Veranstaltung im Zwei-Jahres-Rhythmus durchzuführen, sagt Korrodi. Sie hätte indes dieses Jahr locker einen noch deutlicheren Teilnehmerrekord verzeichnen können – wäre es allein nach den Agility-Begeisterten gegangen: Seien doch bereits wenige Minuten nach Beginn der Anmeldefrist im Januar die Startplätze ausgebucht gewesen.

Dass die Konkurrenz gross und international ist, schätzt denn auch Lokalmatadorin Ehrat an dem Anlass. Nicht zuletzt darum mache sie nun schon zum dritten Mal mit. Tatsächlich erstreckt sich die geografische Herkunft der Startteams weit über die Landesgrenze: nach Tschechien, Luxemburg oder Belgien bis hin zu den USA und Kolumbien.

Bald an Weltmeisterschaft

Und doch sei gerade eine Besonderheit des Zürisee-Cup dessen heterogenes Teilnehmerfeld, auch, was die Levels betreffe, sagt Korrodi. «Vom Anfängerhund bis zum Weltmeister ist alles dabei.» Die Bandbreite widerspiegelt Ehrat gleich selber. Mit dem zweieinhalbjährigen Unit wird sie zwar nicht in die Kränze kommen. Das Tier steht denn auch noch am Beginn seiner Agility-Karriere. Diese hat er, wie die meisten Mitkonkurrenten, mit einem Jahr begonnen. «Der Hund sollte für das Agility-Training ausgewachsen seinw, erklärt Ehrat, «da es eine Belastung für die Gelenke des Tieres darstellt.»

Auch wenn sie die Strafpunkte, vorab am Slalom, erst noch fuchsen: Bald schon zeigt sich die 33-Jährige mit dem Resultat ihres Rüden zufrieden. «Die 40 Sekunden waren eine gute Zeit.» Ganz andere Ambitionen hat sie indes mit ihrem zweiten Tier Flynn. Mit dem Neunjährigen – ebenfalls ein Shetland-Sheepdog – bereitet sie sich derzeit auf die Weltmeisterschaften vor. Diese finden im September im finnischen Turku statt.

Erstellt: 21.07.2019, 14:03 Uhr

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