Küsnacht

Im neuen Betreungshaus sind Schüler Frösche und Löwen

Holz, Sichtbeton und grosszügige Fenster prägen das neue Betreuungshaus der Primarschule Dorf in Küsnacht. Am Freitagabend ist das Gebäude offiziell eingeweiht worden.

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Die Zahlen sind eindrücklich: 18 000 Schrauben. 8000 Meter elektrische Leitungen. 160 Leuchten. Sie halten zusammen, verkabeln und erhellen, was in den vergangenen eineinhalb Jahren in Küsnachts Zentrum neu entstanden ist: Das Betreuungshaus der Primarschule Dorf – auch «Kick» Dorf genannt.

In demselben zählte denn auch am Freitagabend Architekt Christian Zwahlen die materialtechnischen Details auf. Der Projektverantwortliche vom Büro Roos Architekten in Rapperswil tat dies im Rahmen der offiziellen Einweihung des Gebäudes. Sie fand im Beisein von Mitgliedern des Gemeinderates, der Schulpflege, von Lehrpersonen und weiterer geladener Gäste statt. Von einem «gefreuten Resultat» sprach etwa Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP).

Die kubische, schlicht und klar gestaltete Bauweise des Betreuungshauses ist denn auch ganz der Stilsprache der zeitgenössischen Architektur verpflichtet: Eine Fassade aus Fichtenholz, grosszügige Fenster sowie im Innern das Zusammenspiel von Sichtbeton, weissen Wänden und Eichenparkett prägen den Bau.

Betrieb seit Herbstferien

Die gut 1000 Quadratmeter Nutzfläche verteilen sich auf zwei zusammengebaute Quader. Davon ist der eine dreigeschossig, der andere um eine Etage tiefer. Zum Zeitpunkt des abendlichen Einweihungsanlasses räumten da und dort noch Angestellte Spielzeug zusammen und war das Lachen von Kindern zu vernehmen, die von Vater oder Mutter abgeholt wurden: In Betrieb nämlich ist das Betreuungshaus bereits seit den Herbstferien.

90 Kinder würden täglich im Schnitt an der Oberen Wiltisgasse 28 ein- und ausgehen, sagte Beatrice Büschi, stellvertretende Betreuungsleitung «Kick» Dorf. In der Woche seien dies rund 160 verschiedene Kindergärtner und Primarschüler. Sie essen im «Kick» zu Mittag, verbringen anschliessend die freie Zeit bis zum Schulbeginn am Nachmittag beim Spielen oder Hausaufgaben lösen und kommen nach Unterrichtsschluss wieder hierher. Abends werden sie von den Eltern wieder abgeholt.

«Sie waren vom ersten Tag an hell begeistert»

Ein derartiges, für die Eltern freiwilliges Angebot zu schaffen, ist gesetzliche Pflicht der Gemeinden im Kanton Zürich. Dies, seit das Stimmvolk 2005 das neue Volksschulgesetz angenommen hat. In Küsnacht gibt es drei weitere solcher schulergänzenden Betreuungen für Kindergärtner und Primarschüler: In Itschnach, Goldbach und Heslibach. Vor der Realisierung des Neubaus fand die Schülerbetreuung Dorf im Alderhaus gegenüber statt.

«Die Schüler im ‚Kick‘ Dorf sind in vier Jahrgangsgruppen unterteilt», erklärte Schulpräsident Klemens Empting (FDP). «Jede Gruppe hat zwei verschieden grosse Räume zur Verfügung.» Bunte Stühle stehen je um die Esstische, die Wände sind mit Zeichnungen verziert, zuweilen sitzen auch die persönlichen Stofftiere der Kinder auf dem einen oder anderen Mobiliar. Dass es hiervon in einem Zimmer auffallend viele Löwen hat, hat seine Bewandtnis: Die vier Jahrgangsgruppen sind nach Tieren benannt – Frösche, Löwen, Füchse und Wale. Passend dazu ist das Farbkonzept der jeweiligen Räume.

Offenbar hat das Betreuungsteam unter anderem damit den Geschmack der Kinder getroffen: «Sie waren vom ersten Tag an hell begeistert», sagte die stellvertretende Leiterin Büschi.

Kosten des Baus eingehalten

Die Bauarbeiten hatten im Frühling 2017 nach einer längeren Vorgeschichte begonnen. Im Juni 2015 hiessen die Stimmberechtigten Küsnachts den Baukredit in Höhe von 5,7 Millionen gut – die Gemeinde war damals noch in Schul- und politische Gemeinde geteilt. Es folgten, wie Architekt Zwahlen am Freitag darlegte, mehrere Gespräche mit den Nachbarn, unter anderem den SBB, über die konkrete Nutzung des Grundstücks.

Eine Umzonung habe dann auch noch ihre Zeit gebraucht. Zudem war die genaue Verwendung des Neubaus eine Zeitlang ein Streitpunkt zwischen Schul- und politischer Gemeinde. Zum nun positiven Abschluss hielt Empting fest, dass die Kosten für den Bau eingehalten worden seien.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 02.12.2018, 18:59 Uhr

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