Samstagern

Im Kreise der Landfrauen aufblühen

Die Landfrauen Bezirk Horgen wollen Brücken bauen zwischen Stadt und Land. Sie tun dies mit Veranstaltungen, Reisen, Kursen und einem jährlichen öffentlichen Brunch, der bald in Samstagern stattfindet.

Sie pflegen das ländliche Kulturgut: Annemarie Meier, Doris Hungerbühler, Helene Schuler, Andrea Zollinger, Angi Hitz (von links) vom Vorstand der Landfrauen des Bezirks Horgen.

Sie pflegen das ländliche Kulturgut: Annemarie Meier, Doris Hungerbühler, Helene Schuler, Andrea Zollinger, Angi Hitz (von links) vom Vorstand der Landfrauen des Bezirks Horgen. Bild: Michael Trost

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Bäuerin zu sein, ist nicht Bedingung für eine Mitgliedschaft. Dies sagt Andrea Zollinger, Präsidentin der Landfrauen Bezirk Horgen. Immer wieder hört sie folgende Aussage: «Ich habe keine Tracht, ich kann nicht bei euch mitmachen.» Dann entgegnet die Bäuerin vom Hof Gumpi im Hirzel: «Das muss auch nicht sein: Jede Frau, die einen Bezug zum ländlichen Leben hat, ist in unserem Verein willkommen.»

Die Landfrauen gehören verschiedenen Berufsgruppen an, interessieren sich für Gesellschaft und Politik und schätzen regionale Produkte. Auch die Pflege und Förderung des ländlichen Kulturguts sowie eine gute Ausbildung für Bäuerinnen sind für viele ein Herzensanliegen. Ganz allgemein knüpfen sie Beziehungsnetze zwischen Stadt und Land.

Grosser Zusammenhalt

Andrea Zollinger ist seit fünf Jahren Präsidentin der Landfrauen im Bezirk Horgen. Vorher arbeitete sie fünf Jahre im fünfköpfigen Vorstand mit. Der ehrenamtliche Einsatz macht ihr viel Freude. Sie sagt: «Meine Motivation für dieses Amt sind die ‹kleinen› Momente: das Miterleben der fröhlichen Frauen am Landfrauenzmorge, die stolzen Frauen nach einem erfolgreichen Kurs und auch die glücklichen Kinder am Tag der Pausenmilch, welche von den Landfrauen ausgeschenkt wird.»

Sie schätzt den Zusammenhalt unter den Frauen und die spontane Mithilfe vieler, wenn Arbeit ansteht. «Frauen blühen im Kreise der Landfrauen richtig auf», hält sie fest. Der Zusammenhalt sei gross.

Stetiger Mitgliederschwund

Im Bezirk Horgen gibt es knapp 600 Mitglieder. Kantonsweit sind es noch rund 7000. Als Mitglied bei den Landfrauen in einer der vier Sektionen im Bezirk Horgen ist man automatisch auch Mitglied bei den kantonalen Landfrauen sowie beim Schweizerischen Landfrauen-Verband.

Andrea Zollinger stellt einen stetigen Mitgliederschwund fest, den sie bedauert. Mit einem attraktiven Jahresprogramm möchte der Vorstand darum Gegensteuer geben. Im laufenden Jahr werden die Landfrauen unter anderem eine Abendwanderung mit Fondue- und Raclette-Essen und eine Reise ins Tropenhaus Wolhusen mit späterer Modeschau in Huttwil anbieten. Eingeplant sind weiter die Mitarbeit am Züspa-Backstand der Landfrauen, zudem Wellnesstage und ein Frauenkinoabend. Verschiedene kreative Kurse sind in Planung.

Umfeld entlasten

Trotzdem stellt Andrea Zollinger fest, dass es immer schwieriger wird, Frauen für Aktivitäten zu begeistern. Sie sagt: «Sicher liegt es auch daran, dass viele nebst der Arbeit auf dem Hof und im Haushalt zusätzlich auswärts berufstätig sind.» Die Belastung sei somit gross und es fehle an Zeit und Elan, um an Veranstaltungen teilzunehmen.

Die Zürcher Landfrauen-Vereinigung (ZLV), zu der auch die Sektion im Bezirk Horgen gehört, führt die sogenannte Ländliche Familienhilfe. Die Familienhelferinnen versuchen in erster Linie, Landfrauen, die ausfallen, zu ersetzen. Hilfe kann also im Wochenbett, bei Krankheit, nach einem Unfall oder Operationen und auch bei Familien mit schwerkranken Kindern angeboten werden. Damit soll das ganze Umfeld entlastet werden. Im Kanton Zürich leisteten Familienhelferinnen im letzten Jahr 1513 Arbeitstage, wovon 35 Tage im Bezirk Horgen anfielen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.03.2018, 17:28 Uhr

Infobox

Donnerstag, 22. März, ab 8.30 Uhr, öffentlicher Landfrauen-Brunch, Haaggeri-Saal, Stationsstrasse 17, Samstagern, 25 Franken. Anmeldung nicht nötig. Informationen: Andrea Zollinger, 044 729 85 02.

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