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Hirzler sollen für den Kanton Zusammenschluss beurteilen

Vor dem offiziellen Zusammenschluss auf Anfang 2018 sollen sich die Hirzler Bevölkerung wie auch die Gemeindeverwaltungen Horgen und Hirzel an einer Umfrage des Kantons beteiligen. Der sogenannte Fusions-Check strebt einen Vergleich der Situation vor und nach der Fusion an.

Die Hirzler Bevölkerung soll sich am sogenannten Fusions-Check beteiligen.
Die Hirzler Bevölkerung soll sich am sogenannten Fusions-Check beteiligen.
Manuela Matt

Der Kanton hat Hirzel und Horgen Hausaufgaben aufgebrummt. Bis zum 31. Dezember soll sich die Hirzler Bevölkerung an einer Umfrage beteiligen. Ebenso die Gemeindeverwaltungen von Horgen und Hirzel. Der sogenannte Fusions-Check ist darauf ausgelegt, einen Vergleich der Situation vor und nach dem Zusammenschluss zu ermöglichen.

Die Umfrage ist aber keinesfalls freiwillig – zumindest nicht für die Gemeindeverwaltungen. Sie basiert auf einem Regierungsratsbeschluss und ist Bedingung für die finanzielle Unterstützung seitens des Kantons für die Fusion. Lediglich für die Hirzler Bevölkerung ist die Beantwortung der Fragen freiwillig. «Wir hoffen, dass so viele Personen wie möglich teilnehmen, um möglichst breit abgestützte Ergebnisse zu erhalten», sagt Alexander Locher, juristischer Sekretär beim Gemeindeamt des Kantons Zürich und dort zuständig für das Fusionsprojekt Horgen-Hirzel.

Zwei Befragungen

Durchgeführt wird die Erhebung von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Chur, im Auftrag des Kantons Zürich. «Der Fusions-Check hilft in erster Linie der Gemeinde selber bei ihrer Weiterentwicklung», sagt Ursin Fetz, Gemeindeforscher und Institutsleiter der HTW Chur.

Nach einer ersten Befragung bis Ende Jahr folgt dann eine zweite in rund zwei Jahren. «Danach kann die Gemeinde die Ergebnisse vergleichen», sagt Fetz. Das Instrument zur Erfolgsmessung von Gemeindefusionen basiert auf 47 Indikatoren. «Davon betreffen rund acht die Umfrage in der Bevölkerung. Sie wollen insbesondere die Qualität der Sienstleistungen sowie die sogenannten weichen Faktoren in Erfahrung bringen».

Und genau hier kommt die Hirzler Bevölkerung ins Spiel. Jeder Hirzler Stimmberechtigte soll während einer rund 15 Minuten dauernden Umfrage Antworten zu beispielsweise der Zufriedenheit mit den politischen Behörden, der Verwaltung oder ganz allgemein zur persönlichen Befindlichkeit bezüglich der Fusion beantworten.

Einschneidende Folgen

«Wir wollen in erster Linie aufzeigen, welche Auswirkungen der Zusammenschluss auf die Gemeinden hat», sagt Alexander Locher vom Gemeindeamt. Sie würden mit der Umfrage auch der Bevölkerung die Möglichkeit geben wollen, sich zu äussern. Dass die Umfrage nur mit der Hirzler, nicht aber mit der Horgner Bevölkerung durchgeführt wird, begründet Ursin Fetz: «Die Horgner werden die Fusion kaum spüren». Für die Hirzler sei ein solcher Zusammenschluss jedoch viel einschneidender im Alltag, so der Gemeindeforscher.

Doch nicht nur die Bevölkerung kommt zu Wort. Die meisten Fragen für die Erhebung muss die Gemeinde selber beantworten. Horgen und Hirzel sind damit schon bald durch. «Wir mussten Fragen beispielsweise zur finanziellen Leistungsfähigkeit, zur Professionalität der Gemeindeverwaltung oder unserer Standortattraktivität beantworten», sagt Felix Oberhänsli, Gemeindeschreiber von Horgen.

Pflicht für alle Gemeinden

Die Umfrage ist für alle Gemeinden Pflicht, die im Kanton Zürich in nächster Zeit fusionieren wollen. Im Fall Horgen-Hirzel ist es – nach dem Zusammenschluss zwischen Illnau-Effretikon und Kyburg– das zweite Mal, dass der Kanton diese Auflage bezüglich der Umfrage gemacht hat. «Wir wollen auf verschiedenen Ebenen zeigen, wie sich die Fusion auswirkt», sagt Alexander Locher. Das Projekt sei auf einen längeren Horizont von rund sechs bis sieben Jahren ausgelegt. Am Forschungsprojekt der HTW sind bis anhin, nebst Zürich, die Kantone Aargau, Bern, Glarus und Graubünden beteiligt. Erste Resultate eines solchen Fusions-Checks liegen für die drei neuen Glarner Gemeinden Glarus Nord, Glarus und Glarus Süd vor.

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