Männedorf

Hinter dem perfekten Fischchnusperli steckt ein Geheimnis

Am Wochenende hat die Fischer-Vereinigung Männedorf-Stäfa-Uetikon zum 34. Fischessen geladen und dafür 270 Kilogramm Felchen eingekauft.

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Fischchnusperli sind nicht Fischchnusperli, das hat das öffentliche Fischessen im Fischerhüsli der Fischer-Vereinigung Männedorf-Stäfa-Uetikon am Wochenende offenbart. Hat man bei frittierten Fischen gewöhnlich nur Teig und Fett im Mund und spürt kaum etwas vom Fisch, so hat man beim Zubeissen in eines der Felchen-Chnusperli der Sportfischer sofort den Fisch zwischen den Zähnen. Der Teigmantel ist dünn, knusprig und hält das Filetstück zusammen, so dass der zarte Fischgeschmack zur Geltung kommt. Zudem ist das Chnusperli überhaupt nicht fettig. Wie ist das möglich?

Der Präsident der rund 160 Hobbyfischer, Thomas Wehrli, kennt das Geheimnis und lüftet es auf dem Rundgang in der improvisierten Küche neben dem Klubhaus. Hier sind zur Mittagszeit am Samstag die fleissigen Mannen emsig beim Zubereiten ihrer Spezialität, die sie zum 34. Mal ihren Gästen und Fischliebhabern direkt am See im Festzelt an langen Tischen servieren.

Marinade bleibt geheim

«Die rohen Filets werden zuerst mariniert, aber nicht zu lange», sagt der Männedörfler und weist auf eine grosse Schüssel mit den portionierten Stücken. Es versteht sich von selbst, dass er die Zusammensetzung der Marinade aus Kräutern und Gewürzen geheim hält: «Das Rezept liefert ein Vereinsmitglied und nicht einmal ich kenne es.» Im nächsten Schritt werden die marinierten Filets jedes einzeln in Maizena gewendet, «gemehlet» nennt der Präsident den Vorgang. Danach ein erstes Mal vorgebacken, auf einem Blech zur Ruhe liegengelassen, und erst kurz vor dem Servieren ein zweites Mal in Erdnussöl, das viermal täglich gewechselt wird, ausfrittiert.

«Das Rezept liefert ein Vereinsmitglied und nicht einmal ich kenne es.»Thomas Wehrli, Präsident Fischer-Vereinigung Männedorf-Stäfa-Uetikon

«Die letzte Fritture erst gibt den Chnusperli ihre schöne Farbe», weiss Thomas Wehrli, der mit seinen Vorstandkollegen zünftig in der Küche mit anpackt. 270 Kilogramm Felchen aus dem Sempachersee, sogenannte Balchen, hat er von einem Fischer, der diese selber aufzieht, eingekauft. Diese Balchen sind zwar eher kleiner als die Zürichsee-Felchen, klärt er auf, doch seien sie fester im Fleisch, was ihre Zubereitung erleichtert, «weil sie nicht auseinanderfallen». Die Menge soll für etwa 1500 Portionen reichen.

Lieferant treu geblieben

Als Thomas Wehrli vor vier Jahren das Präsidium übernahm, sei er sogleich mit der Suche eines neuen Fischlieferanten betraut worden. «Damals konnten unsere langjährigen Lieferanten vom Zürichsee nicht liefern, weil der Felchenbestand zurückgegangen war», begründet Wehrli das Ausweichen auf einen auswärtigen Berufsfischer. Da seither die Qualität aus dem Sempachersee konstant gewesen sei, sei man diesem Lieferanten treu geblieben.

«Hauptsache, es sind Schweizer Felchen.» Gereicht werden die Männedörfler Chnusperli mit hausgemachter Sauce Tartar, einem Zitronenschnitz und Brot. Ein einfaches Mahl mit grossem Genussfaktor.

Erstellt: 07.07.2019, 17:56 Uhr

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