Horgen

Gemeinderat will Parkplatzproblem im Horgenberg entschärfen

Im Naherholungsgebiet Horgenberg herrscht an Wochenenden oft Parkplatznot. Daher plant der Gemeinderat, den Parkplatz Moorschwand um 50 Parkfelder zu erweitern. Das passt nicht allen.

Wegen Platzmangel parken hier Autos oft illegal.

Wegen Platzmangel parken hier Autos oft illegal. Bild: Marc Schadegg

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Kreuz und quer stehen an schönen Wochenenden die Autos der Wanderer, Hündeler und Jogger im Horgenberg. Findet sich unter der Woche problemlos ein Parkplatz, so reichen die insgesamt 112 bestehenden öffentlichen Parkfelder an Spitzentagen nirgends hin. Dann reihen sich die Autos in der Moorschwand illegalerweise an der Moorschwandstrasse dicht an dicht, riskieren eine Busse – und beeinträchtigen das angrenzende Landwirtschaftsland.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, plant der Horgner Gemeinderat, mittels eines Überlaufparkplatzes die Anzahl Parkfelder um 50 zu erhöhen – den ­bestehenden Parkplatz also zu verdoppeln. Gleichzeitig ist geplant, den Fussgängerübergang über die Bergstrasse mit einer Mittelinsel und einer angepassten Fusswegführung zu verbessern. Dies ist den Plänen zu entnehmen, welche seit Ende Juli im Horgner Gemeindehaus aufliegen.

Neuer Anlauf

Gut fünf Jahre nachdem die Horgner an der Gemeindeversammlung ein vom Gemeinderat erarbeitetes Parkierungskonzept zurückgewiesen haben, tritt der Gemeinderat somit zum ersten Mal wieder in Sachen Parkplätze an die Öffentlichkeit. Das Land für den geplanten Überlaufparkplatz gehört der Gemeinde und ist zurzeit verpachtet. Nötig wären rund 1200 Quadratmeter. Es handelt sich um einen Wiesenstreifen und Ackerland.

Erreichbar wären die zusätzlichen Parkfelder über den bestehenden Parkplatz, nicht direkt von der Bergstrasse her. Benutzt werden sollen sie nur, wenn der bestehende Parkplatz voll ist. Eine Schranke – via Internet aus der Ferne bedienbar – könnte die Zufahrt regeln.

«Falscher Lösungsansatz»

Genau angeschaut hat sich die Pläne der Horgner Markus Ei­genmann. Er stört sich in mehrerer Hinsicht am Projekt. So ist er der Ansicht, dass der Gemeinderat die Gemeindeversammlungsdemokratie zu wenig ernst nehme: «Die Gemeindeversammlung hat 2012 einen Überlaufparkplatz zurückgewiesen.» Er ist der Ansicht, dass ein neues Projekt wiederum der Gemeindeversammlung vorgelegt werden müsste.

Ferner hat der umtriebige Horgner den Verdacht, dass der Gemeinderat die Auflage dieser strittigen Sache wohl absichtlich in die Ferienzeit gelegt habe: «Viele Leute waren in den Ferien und haben die Auflage nicht mitbekommen.»

Auch inhaltlich hat der passionierte Jogger, der selbst kein Auto besitzt und oft zu Fuss im Horgenberg unterwegs ist, seine Zweifel. Er sehe zwar, dass die wild parkierenden Autos im Horgenberg ein Problem sind. Ist aber überzeugt, dass der Lösungsansatz falsch ist. «Zusätzliche Parkfelder würden nur noch mehr Freizeitverkehr generieren.» Dabei sei der Horgenberg im kantonalen Richtplan als Landschaftsförderungsgebiet eingetragen. «Gerade beim Freizeitverkehr sollte man den Hebel ansetzen, um den CO2-Ausstoss zu verringern und den Klimawandel abzumildern», sagt Eigenmann.

Kanton übernimmt die Kosten

Gemeindeingenieur Hans Burch entgegnet, der Gemeinderat habe 2012 von der Gemeindeversammlung den Auftrag erhalten, zwei Parkplatzvorlagen auszuarbeiten und die Frage des sogenannten Überlaufparkplatzes im Horgenberg separat vom Parkplatzkonzept anzugehen.

«Wir haben beschlossen, die Parkplatzfrage im Horgenberg prioritär zu behandeln», sagt Burch. Für Irritationen habe damals insbesondere die Idee gesorgt, die Parkfelder zu bewirtschaften. «Darauf verzichten wir nun.» Die Arbeit am Parkplatzkonzept für das Gemeindegebiet unterhalb der Autobahn A 3 nehme der neu zusammengesetzte Gemeinderat im September auf.

Auch für das Datum der Planauflage hat der Gemeindeingenieur eine Erklärung. «Die Abteilung Sicherheit möchte im Horgenberg so bald als möglich etwas gegen das wilde Parkieren unternehmen.» Erst seit Januar sei der Überlaufparkplatz rechtskräftig im regionalen Richtplan eingetragen. Weil es sich um einen regionalen Parkplatz handelt, übernimmt der Kanton die Kosten dafür. Den entsprechenden Antrag hat die Gemeinde im Mai beim Kanton eingereicht. Bereits im Juni habe der Kanton eine Kostenübernahme in Aussicht gestellt. Früher habe die Planauflage nicht erfolgen können, zuwarten war auch keine Option.

Kosten dürfte der Überlaufparkplatz – inklusive neuer ­Querung der Bergstrasse – gemäss einer ersten Schätzung 200 000 Franken (plus/minus 25 Prozent). «Nach abgeschlossener Auflage werden wir das Projekt festsetzen lassen und den Kostenvoranschlag beim Kanton einreichen, damit dieser die definitive Kostengutsprache bewilligt», sagt Burch. Anschliessend könne die Gemeinde die Arbeiten ausführen lassen und die Rechnung an den Kanton schicken. Burch wäre froh, wenn die Arbeiten im Oktober begännen und auf die Wintersaison hin abgeschlossen würden. Er rechnet mit einer Bauzeit von sechs Wochen.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.08.2018, 09:35 Uhr

Der Parkplatz Moorschwand, mit geplantem Überlaufparkplatz (rot)

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