Horgen

Fasziniert von Bahnen im Kleinformat

«3 Generationen – 1 Hobby»: Unter diesem Motto lädt der Modelleisenbahn-Club des Bezirks Horgen (MECH) zu seiner Jubiläumsausstellung ein. Die ausgestellten und fahrenden Exponate sind im Ortsmuseum Sust bis im Mai zu bewundern.

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In den letzten sechzig Jahren hat sich das Hobby Modelleisenbahn gewaltig verändert. Das wurde den Gästen am Sonntag am ersten Tag der Jubiläumsausstellung in der Sust mit vielen Exponaten gezeigt. In den Vitrinen sind zurzeit Lokomotiven aus verschiedenen Epochen zu sehen. Dabei fällt immer wieder der bekannte Name Märklin. Die Firma hat sich in den Jahrzehnten aber verändert: Neues entstand, anderes konnte dem nagenden Zahn der Zeit nicht standhalten und ist wieder verschwunden. Eisenbahnfreaks schätzten es daher, dass in der Ausstellung auch Modelle gezeigt wurden, die nicht mehr auf dem Markt sind.

Raritäten bestaunen

Die Ausstellung wurde aber nicht nur für «Bahninsider», sondern auch für bahnbegeisterte Laien konzipiert. Daher wurden die ausgestellten Modelle nur kurz und einfach klassifiziert und bezeichnet.

Zu sehen war etwa eine «Ae 6/6 // Märklin // Modelljahr 1964», also ein mittlerweile 54-jähriges Lokomotivmodell und daneben ein Modell des gleichen Typs aus den Jahren 1986 und 2011 oder die Krokodillokomotive. Diese berühmte Lokomotive ist in verschiedenen Massstäben ausgestellt. Vom kleinsten 1:220 Modell bis zum wuchtigen Modell im Massstab 1:32. Natürlich fehlt auch das Krokodil der RhB nicht.

Bahnwelt en miniature

In der Horgner Sust, die selber bereits seit 1873 in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs und der Eisenbahnlinie liegt, werden nun bis im Mai 2018 verschiedene Bahnen gezeigt. Am ersten Ausstellungstag stand «Die kleine Rote» im Mittelpunkt: Auf der Anlage kurvten Lokomotiven und Triebwagen der RhB, welche die Gäste begeisterten.

Mit glänzenden Augen folgten sie den langen Zügen, die auf einer grossen Modullage auf ihrer Schmalspur im Massstab 1:87 unterwegs waren. Ein Teil der 85 Aktivmitglieder des Modelleisenbahn-Club des Bezirks Horgen (MECH) hatte die verschiedenen Landschaften in den letzten vierzehn Tagen in Fronarbeit aufgebaut. Zu sehen waren also nicht nur Züge, sondern auch Bahnhöfe, Chalets, Bauerngärten, Wälder, Wanderer, Tiere in den Alpen usw. – alles «en miniature» selbstverständlich.

Jung und alt fasziniert

Ein Anziehungspunkt in der Ausstellung ist weiter das Treppenhaus, wo Informationstafeln einen vertieften Einblick in das Hobby der Modelleisenbahnbauer ermöglichen: Männer aus drei verschiedenen Generationen schildern hier ihre Passion. Der älteste Informant ist 86-jährig, der jüngste ein erst 15-jähriger Schüler. Romeo Pianezzi, 85, gibt zu, dass ihn die Gotthardbahn in der Zeit von 1882 bis heute besonders interessiert.

Fritz-Peter Meyer, 63, Präsident des Vereins «Modelleisenbahn-Club des Bezirks Horgen», ist fasziniert von den «Krokodilen» und Re 6/6 Lokomotiven in Verbindung mit dem Güterverkehr. Daniel Bolt, 31, schätzt bei seinem Hobby besonders das «Gesamtpaket aus technischen Anforderungen, geschichtlicher Entwicklung des Reisens und politischen Zusammenhängen». Ein Newcomer im Modelleisenbahnclub ist der Schüler Ivan Pogadaev, 15, der mehr über den Personenverkehr der Bahn erfahren will.

Nostalgie und Perspektiven

Besonders ältere Eisenbahnfans erinnerten sich gerne an ihre ersten Erlebnisse mit Bahnen und Lokomotiven. Einige lebten an Bahnlinien, beobachteten Züge oder begannen mit dem Vater oder dem Bruder voller Stolz eine eigene Anlage zu bauen.

Auch Fritz-Peter Meyer erinnert sich gerne , als sein Onkel, der Depotchef bei der BLS war, ihn mit fünf Jahren zu «seiner» Bahn mitnahm. Damals sei vermutlich das Virus für die Bahn gesetzt worden. Nun präsidiert er den Verein bereits seit 29 Jahren. Es ist für ihn am sechzigsten Geburtstag seines Vereins aber auch wichtig, in die Zukunft zu schauen. Er sagt: «Die Modelleisenbahn ist ein Generationen verbindendes Hobby, das nicht aussterben wird». Das komme auch im Logo des MECH zum Ausdruck. Die drei Bogen der Brücke, auf der ein Krokodil steht, seien Symbol für alle Generationen im Verein. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.01.2018, 17:18 Uhr

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