Meilen

«Erlenbach first» meistert Teamrun mit Bravour

Trotz des Wahlsonntags im Bezirk Meilen nahmen Vertreter der Erlenbacher Exekutive sowie eine Schulpflegerin am gleichzeitig stattfindenden Zürich Marathon teil. Sie starteten unter dem einprägsamen Namen «Erlenbach first».

Keine Zeit verlieren in der Wechselzone: Nicole Lauener übergibt an Peter Keller und schiebt ihn für seinen Schlusslauf an.

Keine Zeit verlieren in der Wechselzone: Nicole Lauener übergibt an Peter Keller und schiebt ihn für seinen Schlusslauf an. Bild: David Baer

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Am Sonntagvormittag herrscht in der Wechselzone des Teamrun am Wendepunkt des 16. Zürich Marathons in Meilen ein ziemliches Gedränge. Rund 1300 Teamläufer sind auf engstem Raum versammelt. Es sind die Schlussläufer, die das mit 17 Kilometern letzte und längste Teilstück zurück nach Zürich absolvieren werden. Sie warten auf ebenso viele Hobbyläufer, die auf dem dritten Teilstück von der Herrliberger Badi Steinrad bis Meilen über vier Kilometer unterwegs sind.

Je nach Startnummern ist den finalen Läufern ein Platz in der Wechselzone zugewiesen. Gegen elf Uhr gesellt sich der Erlenbacher Gemeinderat Peter Keller (CVP) zu jenen Läufern, welche zum Sektor mit den Startnummern 1200 bis 1300 gehören. Er lockert und dehnt seine Gelenke. Pius Rüdisüli gesellt sich zu ihm. Wie jedes Jahr hat der Herrliberger Gemeindeschreiber im Dorf die Bevölkerung dazu animiert, doch etwas für die Gesundheit zu tun und am Teamrun teilzunehmen.

Zahlreiche Laufbegeisterte sind seinem Aufruf gefolgt. «Ihr Erlenbacher habt das mit Abstand schönste Renndress», findet Rüdisüli lobende Worte für Kellers Tenü. Das in der Tat schmucke Trikot ist in den Farben der Gemeindefahne gehalten, das Wappen darf nicht fehlen, und ebenso die Rückenansicht entzückt: Sie ist mit dem Schriftzug «Gemeinde Erlenbach einzigartig am Zürichsee» versehen.

Erlenbach – die Ausnahme

Einzigartig ist auch, dass Erlenbach wohl als einzige Seegemeinde ein Team mit Politikern stellt. Jedenfalls sagt Rüdisdüli, er habe kurz vorher im Meilemer Wahlbüro vorbeigeschaut. Gemeinderäte und Behördenmitglieder, die sonst regelmässig den Teamrun bestreiten würden, hätten sich alle dort versammelt. «Das Gleiche gilt für Küsnacht.» Es sei reiner Zufall, dass Wahlen und Marathon zusammenfallen würden, antwortet Keller. «Wir wollten einfach mitrennen. » Und nein, sein Team starte nicht, um eine Möglichkeit zu finden, sich vom hektischen Treiben rund um den Wahlausgang abzulenken.

Keller reckt nun seinen Hals und hält Ausschau nach seiner Amts- und Parteikollegin Nicole Lauener, die ihm den Chip mit der Zeitmessung überreichen wird. Er wirkt austrainiert und ist optimistisch, die 17 Kilometer bis ins Ziel zu schaffen. Kein Wunder, war er doch vor ein paar Jahren Teilnehmer am Ironman Zürich. Er rechne mit einer Gesamtzeit um die vier Stunden und einem Ranglistenplatz im gesicherten Mittelfeld. Im Pulk der Läufer ist es gar nicht so einfach, seine Teamkollegin zu erkennen. Keller kriegt Unterstützung vom Speaker, der die Startnummern jener Läufer abliest, die sich der Wechselzone nähern. «Auch die Nummer 1249 ist in Meilen» heisst es aus den Lautsprechern. Keller trägt dieselbe Nummer. Er winkt, seine Vorläuferin winkt zurück, eine kurze Umarmung, der Chip wechselt zu Keller, der die Wendeschlaufe in Angriff nimmt.

Persiflage auf Trump

Vor Lauener und Keller sind für Erlenbachs Polit-Quartett die Schulpflegerin Nicole Flückiger (CVP) und Gemeindepräsident Sascha Patak im Einsatz gestanden. Der FDP-Politiker erklärte im Vorfeld zum Marathon, weshalb das Team unter dem Namen «Erlenbach first» in die Startliste eingetragen wurde. «Das ist eine Persiflage auf Donald Trump.» Sie hätten den Slogan des US-Präsidenten «America first» auf die Schippe nehmen wollen. Schliesslich erreicht «Erlenbach first» in 3:57 Stunden das Ziel. Kellers Prognose ist tatsächlich eingetroffen – wie auch die Rangierung im gesicherten Mittelfeld des Schlussklassementes. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.04.2018, 17:38 Uhr

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