Herrliberg

Einen Abend lang mit traditionellem Liedgut begeistert

Dem Männerchor Herrliberg ist am Samstag ein vorzüglicher Konzertabend gelungen. Sogar das Tanzvergnügen kam nicht zu kurz.

Voller Inbrunst stimmten die Mitglieder des Männerchors am Samstag mehrere Volkslieder an.

Voller Inbrunst stimmten die Mitglieder des Männerchors am Samstag mehrere Volkslieder an. Bild: André Springer

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Erst lassen es sich am Samstagabend die über 100 Gäste am Konzert des Männerchors Herrliberg im Saal der Vogtei gut schmecken. Das Restaurant Rössli zur Vogtei hat das Catering übernommen, fleissige Hände tragen die Speisen an die Festtische.

Zur Tafelrunde gehört der Herrliberger Verleger Jürg Marquard, dessen Bruder Daniel im Chor Bass singt. Bei den Tenören verstärkt Gemeindepräsident Gaudenz Schwitter (FDP) das Ensemble. Im Vorstand des Vereins ist er Vizepräsident.

Die Gaumenfreuden haben etwas länger gedauert als vorgesehen. Mit leichter Verspätung betritt der Gastgeber in vollständiger Besetzung die Bühne. Der in Chur lebende Venezolaner Andres Heredia dirigiert 23 Sänger. Sie intonieren gekonnt Volkslieder aus dem Tessin wie «La Montanara», «Unterengadin» und das schmissige Studentenlied «Aus der Traube in die Tonne».

Vortreffliche Salonmusik

Danach heisst es Bühne frei für das Stäfner Salonorchester Odeon. Bedarf für diese Art von Instrumentalmusik gab es vor allem im bürgerlichen Salon und im Ballsaal des 19. Jahrhundert. Musik im Dreivierteltakt zu Champagnerkorken-Knallen und verruchte Chansons waren zudem in verrauchten Berliner Cabarets in den 1920er-Jahren zu hören.

Nun sind vier Frauen am Werk. Sie tragen Cocktailkleider. Die drei Männer sind in feinem Tuch gekleidet. Die in der klassischen Musik ausgebildeten Künstlerinnen und Künstler fallen vom ersten Ton an durch ihr virtuoses Spiel auf, allen voran die Geigerin Nina Ulli.

Für das Gastspiel in der Vogtei hat das Septett aus seinem Repertoire zuckersüsse Operettenmelodien, Zigeunermusik und orientalische Klänge gewählt. Dazu ertönt Tanzmusik wie Tango und Foxtrott, und als die Walzer erklingen, fordert Nina Ulli das Publikum zum Tanz auf. Einige Herren stehen prompt auf und bitten galant die Damen um den Gefallen. Verabschiedet wird das Salonorchester Odeon mit Begeisterungsstürmen im Saal.

Der älteste Dorfverein

Während der Pause für das Dessert hat Wolfgang Keil, Präsident des Männerchors Herrliberg, Zeit für ein Gespräch. «Der Verein ist 1825 gegründet worden. Wir sind der älteste Dorfverein», hält er mit Stolz fest. «Wir sind gerne zusammen, gemeinsam singen bereitet Freude und Spass.»

Sie möchten das kulturelle Leben Herrlibergs auch in Zukunft mitgestalten. Aber es sei schwierig, neue Mitglieder zu finden. Vielleicht diene ein solcher Abend dazu, Leute für traditionelles Liedgut zu begeistern. «Wir haben übrigens mit unserem Gastorchester zusammen geprobt», sagt er und kündigt somit das weitere Programm des Abends an.

Zum Finale treten der Männerchor und das Salonorchester Odeon gemeinsam an. Die Instrumentalisten legen den Klangteppich für den Gesang. Cabaret aus der gleichnamigen Verfilmung des Broadway-Musicals mit Liza Minnelli in der Hauptrolle kommt zu Ehren,

Es folgen herrlich schnulzige, alte deutsche Schlager mit Titeln wie «Man muss Klavier spielen können» und «Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist». Damit klingt ein in der Tat superber Musikcocktail aus.

Erstellt: 18.11.2019, 10:08 Uhr

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