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Eine Werbeoffensive für den Velokurierdienst

Die Velokuriere des sozialwirtschaftlichen Unternehmens WTL hätten gerne mehr zu tun. Mit Flyern und Gratis-Coupons will das Projekt jetzt auf sich aufmerksam machen. Das Fernziel sind 25 000 Lieferungen pro Jahr.

Neun Kuriere treten aktuell für das Projekt in die Pedale. Doch mit nur drei bis zehn Lieferungen pro Tag, fühlen sie sich unterfordert.
Neun Kuriere treten aktuell für das Projekt in die Pedale. Doch mit nur drei bis zehn Lieferungen pro Tag, fühlen sie sich unterfordert.
Sabine Rock

Seit knapp einem Jahr können sich die Rapperswil-Joner ihre Einkäufe für einen Fünfliber per Velokurier nach Hause bringen lassen. Ziel des Dienstes des sozialwirtschaftlichen Unternehmens WTL (Werk- und Technologiezentrum Linthgebiet) ist es, Arbeitslosen den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern.

Neun Kuriere treten aktuell für das Projekt in die Pedale. Momentan seien es aber leider nur etwa drei bis zehn Lieferungen pro Tag, erzählt Elizabeth Casal, Geschäftsführerin des WTL. «Vor allem Abonnenten nutzen den Dienst regelmässig.» Total 20 Jahresabonnemente konnte der Kurierdienst bis anhin verkaufen. Zum Vergleich, im Juli dieses Jahres waren es erst zehn. Dennoch ist man beim WTL noch lange nicht zufrieden.

Mit einer breiten Werbeoffensive will man das Projekt nun noch stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Um die Leute wieder einmal an den Kurierdienst zu erinnern plane man Flyer und Gratis-Coupons zu verteilen, erzählt Casal. «Auf diese Weise können die Rapperswil-Joner unseren Dienst einmal kostenlos testen und sich selber überzeugen.» Zudem habe man am Internet-Auftritt gearbeitet. «Es sind Kleinigkeiten, die bisher noch nicht ideal gelaufen sind. Die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung bestärken uns aber in unserem Vorhaben.»

Für zehn Franken den Anhänger füllen

Nun möchte das WTL noch einmal aktiv auf die Läden in der Stadt zugehen. Bisher haben nämlich erst vier grosse Läden eine Annahmestelle eingerichtet: Manor, Migros Sonnenhof, Migros Stadttor sowie Coop Eisenhof. Die Kuriere holen die Waren dort ab und transportieren sie innerhalb von maximal drei Stunden zum Kunden nach Hause. Ausserdem erledigt der Kurierdienst einmal pro Woche die Lieferungen der Buchhandlung Bücherspatz. Eine solche Zusammenarbeit wünscht sich Casal auch mit weiteren Läden.

Ein weiteres Angebot, das gemäss Casal bisher noch kaum genutzt werde, ist der Entsorgungsdienst. «Für zehn Franken können Kunden den kompletten Veloanhänger mit ihren Abfällen füllen und diese werden dann fachgerecht entsorgt.»

»Das erste Jahr läuft immer harzig»

Bis anhin war der Standort des Kurierdienstes die Velostation beim Bahnhof Jona. Diese wird ebenfalls vom WTL betrieben und verfügt über einen Reparatur- und Reinigungsservice, welcher, wie der Kurierdienst Arbeitssuchenden beim Wiedereinstieg in den Berufsalltag helfen soll. Nun habe man beschlossen die beiden Aufgabenbereiche auch räumlich voneinander zu trennen, erklärt Casal. Seit kurzem agiert der Kurierdienst deshalb von der Schachenstrasse aus.

«Die Räumlichkeiten hier sind grösser und besser eingerichtet, als jene am Bahnhof.» Vor allem im Hinblick auf das Fernziel von 25 000 Lieferungen im Jahr sei das von Vorteil. Diese Zahl liesse sich aus Städten wie Burgdorf oder Aarau hochrechnen, die ihren Einwohnern schon seit Jahren Hauslieferdienste anbieten.

Auch wenn man derzeit noch weit von diesem Auftragsvolumen entfernt ist, bleibt Casal optimistisch. «Das Ziel ist in drei bis vier Jahren erreichbar», ist sie sicher. Das erste Jahr laufe immer harzig. Das habe man auch beim Stäfner Seidenhof Brocki erlebt. Dort bietet das WTL seit gut fünf Jahren 30 Stellensuchenden eine Einsatzmöglichkeit. «Zu Beginn sahen die Zahlen auch da gar nicht vielversprechend aus und heute ist es eine Erfolgsgeschichte.»

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