Eishockey

Ein Wechselfehler zur Unzeit

2:0 geführt, 2:3 zurückgelegen, die Verlängerung erzwungen und dann doch verloren – das Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds verkam für die Rapperswil-Jona Lakers zu einer Gefühlsachterbahn.

Bitter: In der Verlängerung müssen sich die Lakers den Gästen aus La Chaux-de-Fonds doch noch geschlagen geben.

Bitter: In der Verlängerung müssen sich die Lakers den Gästen aus La Chaux-de-Fonds doch noch geschlagen geben. Bild: Tom Oswald Fotografie

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Erstmals erlebten die Lakers gestern eine Verlängerung im neuen Format mit nur noch je drei statt fünf Feldspielern. Die Premiere wird ihnen in schlechter Erinnerung bleiben. Es läuft die 65. Minute. Die Gäste aus dem Hochjura spielen in Überzahl. Diese wird in der Overtime mit 4 gegen 3 Feldspielern absolviert. Die Strafe verstreicht torlos. «Sünder» Corsin Casutt kehrt aufs Eis zurück. Bis zum nächsten Unterbruch würde das Spiel nun mit 4 gegen 4 weiterlaufen – eigentlich. Bei den Lakers scheinen dies nicht alle zu checken. Jedenfalls fährt beim nächsten Wechsel ein Akteur zuviel raus. Der Leader nutzt dieses Blackout eiskalt. Jérôme Bonnet zieht ab und bezwingt Lakers-Keeper Michael Tobler zum 4:3.

«Keine Ahnung was da genau passiert ist», sagt Corsin Casutt hinterher mit einem Schulterzucken. Wenn auch letztlich etwas glücklich zu Stande gekommen, unverdient sei der Sieg der Gäste nicht, gestand der Stürmer, der im Sommer vom NLA-Klub Kloten an den Obersee gewechselt war. Dem war wahrlich so. Bereits im Startdrittel, das die Lakers dank einem platzierten Schuss von Jared Aulin (8.) sowie einem Kontertor von Dion Knelsen – nach sehenswerter Vorarbeit von Casutt – mit 2:0 für sich entscheiden konnten, hatten die Jurassier eher mehr vom Spiel gehabt. Ab dem zweiten Drittel waren sie dem Heimteam dann ziemlich klar überlegen. Zu mehr als dem Anschlusstreffer durch Verteidiger Fabian Ganz, der eine Strafe gegen Lakers-Stürmer Nils Berger nach nur 13 Sekunden ausnützte, reichte es im Mittelabschnitt allerdings noch nicht.

Toblers Fehlgriff

Grossen Anteil daran hatte SCRJ-Goalie Tobler, der nach seiner starken Vorstellung beim 5:2-Sieg im Cup-1/16-Final gegen Ligakonkurrent Winterthur erneut das Vertrauen von Headcoach Jeff Tomlinson erhielt. Im Schlussdrittel verdiente sich der 31-Jährige dann allerdings kein Lob mehr. Schon der 2:2 Ausgleichstreffer, den Verteidiger David Stämpfli mit einem Schlenzer von der blauen Linie aus erzielte, schien nicht unhaltbar (42.). Das Tor zur erstmaligen Führung der Gäste in der 48. Minute musste der Keeper dann eindeutig auf seine Kappe nehmen. Der Schuss von Ganz war weder platziert noch scharf, kullerte dem Keeper jedoch über die Fanghand ins Netz.

Entsprechend gross dürfte die Erleichterung bei Tobler gewesen sein, als Niki Altorfer drei Minuten vor Schluss der Ausgleich gelang. Es war das erste Powerplay-Tor der St. Galler an diesem Abend im vierten Versuch, wobei der Treffer aber nicht einer Kombination sondern eher dem Zufall entsprang. Das Überzahlspiel erwies sich erneut als grosser Schwachpunkt im Spiel der Lakers – was insbesondere Tomlinson ärgern dürfte, liess er doch das Powerplay während der einwöchigen Spielpause intensiv trainieren.

Zu komliziert gespielt

So gesehen war der eine Punkte gegen den Leader, der im achten Meisterschaftsspiel seinen sechsten Sieg feierte und somit weiterhin für sich in Anspruch nehmen kann, in jedem Match gepunktet zu haben, kein allzu schlechter Ertrag. Als wirklicher Trost erwies sich dies für Casutt aber nicht: «Sich zurückzukämpfen und dann doch zu verlieren, ist bitter.» Insgesamt sei von ihnen aber zuwenig gekommen. «Wir spielten ab dem zweiten Drittel viel zu kompliziert. Daraus resultierten viele unnötige Scheibenverluste. Und so liefen wir dann stets etwas hinterher, statt das Spiel bestimmen zu können.» (zsz.ch)

Erstellt: 05.10.2016, 00:46 Uhr

Telegramm

National League B

SCRJ Lakers – La Chaux-de-Fonds 3:4 (2:0, 0:1, 1:2) n.V.
SGKB Arena. 2532 Zuschauer. SR Oggier/Dipietro, Progin/Stuber.
Tore: 8. Aulin (Rizzello, Geyer) 1:0. 17. Knelsen (Casutt, Aulin) 2:0. 23. Ganz (Zubler, Leblanc/Ausschluss Berger) 2:1. 42. Stämpfli (Sterchi) 2:2. 48. Ganz (Forget) 2:3. 57. Altorfer (Profico, Brandi/Ausschluss Leblanc) 3:3. 65. Bonnet 3:4.
Strafen: 4x2 gegen Rapperswil-Jona, 4x2 plus 10 (Leblanc) gegen La Chaux-de-Fonds.
Rapperswil-Jona Lakers: Tobler; Sataric, Maier; Blatter, Geyer; Guerra, Profico; Grossniklaus; Hügli, Vogel, Hüsler; Aulin, Knelsen, Rizzello; Zanzi, Mason, Casutt; Altorfer, Brandi, Schmutz; Berger.
La Chaux-de-Fonds: Wolf; Erb, Eigenmann; Jaquet, Ganz; Stämpfli, Zubler; Vuilleumier; Leblanc, Forget, Grezet; Hobi, Burkhalter, Carbis; Eriksson, Hasani, Muller; Sterchi, Bonnet, Dubois.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Auriemma, Frei, Gurtner, McGregor (alle verletzt) und Bader (überzählig); La Chaux-de-Fonds ohne Hostettler (verletzt), Meunier und Hofmann (beide überzählig). 2. Pfostenschuss Zubler. 8. Eriksson verletzt ausgeschieden. 59. Pfostenschuss Leblanc. 63. Time-out La Chaux-de-Fonds. Schüsse: 28:43 (15:13, 6:13, 7:13, 0:4).

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