Meilen

Ein Museum in neuem Glanz

Nach einer längeren Renovation ist das Meilemer Ortsmuseum jetzt wiedereröffnet. Es zeigt auch die neu gestaltete Dauerausstellung «Alt Meilen».

Die neue Dauerausstellung «Alt Meilen – Geschichte und Geschichten» soll Kulturbegeisterte anlocken.

Die neue Dauerausstellung «Alt Meilen – Geschichte und Geschichten» soll Kulturbegeisterte anlocken. Bild: Moritz Hager

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Das Ortsmuseum ist an der Kirchgasse in einem mehrstöckigen Bürgerhaus aus dem 19. Jahrhundert untergebracht. Die blassgelbe Fassade und die Eingangsfront mit der Treppe sind bei der nun abgeschlossenen Sanierung nicht angetastet worden.

Augenfällig ist hingegen die Veränderung am Treppenhaus, das sich an der Ostseite und damit an der Rückseite des Gebäudes befindet. Die kleinen Fenster aus dem Jahr 1980, deren schlechter Zustand aus einer vorgängig gemachten Analyse hervorgegangen ist, sind durch eine grosszügige Verglasung ersetzt worden. «Um die energietechnische Situation in diesem Teil des Hauses zu verbessern», wie der Stiftungsratspräsident Werner Wunderli den Gästen an der Wiedereröffnung sagte.

Zur kleinen Einweihungsfeier am Freitagabend waren Behördenmitglieder und Vertreter der Stiftung Ortsmuseum Meilen sowie Planer, Handwerker und der Meilemer Architekt André Nabulon geladen worden. Zu Wunderlis Freude hat das Treppenhaus sowohl den lang ersehnten neuen Teppich als auch einen frischen Anstrich erhalten. «Ein Wermutstropfen bleibt aber auch nach der Sanierung», bemerkte er. Obwohl man die akustische Situation im Gewölbekeller mit seinem Ziegelboden durch Akustikelemente zu verbessern trachtete, «ist es immer noch laut hier unten», sagte er.

Auch eine neue Lüftung

Beda Krapf vom Ressort Liegenschaften der Gemeinde, der mit dem Architekten die Renovation von März bis Oktober geleitet hat, informierte, dass wegen der zu hohen Feuchtigkeit auch die Lüftungssteuerung im Keller angepasst werden musste. Denn hier finden jährlich bis zu fünf Wechselausstellungen statt. Was die Akustik betreffe, sei man mit Fachleuten daran, eine Lösung zu finden. Ist es doch ein Wunsch von Werner Wunderli, im Gewölbekeller neben den Ausstellungen künftig auch Kleinkunst, Kabarett und Musikanlässe stattfinden zu lassen.

Beda Krapf, der den Ablauf der Sanierungsarbeiten von den ersten Gesprächen 2014 bis zur Fertigstellung der baulichen Eingriffe zusammenfasste, bezifferte die Kosten auf «eine Drittel Million».

Als Höhepunkt in seinem siebenjährigen Amt als Stiftungsratspräsident nannte Wunderli die neue Dauerausstellung «Alt Meilen – Geschichte und Geschichten». Er gehörte zum siebenköpfigen Team um Ralph Weingarten, das die Ausstellung im obersten Stockwerk auf 35 Quadratmetern eingerichtet hat.

An Weingarten war es, das Konzept zu erklären: «Attraktiv, modern und ansprechend – und kein Buch an der Wand», sollte das über Meilen Präsentierte, dessen Namen es seit dem Jahr 1100 gibt, sein. In acht Themen wird man über die Dorfentwicklung und den Verkehr von 1830 bis 2017, über Politik, die beiden Kirchen, Schule und Kindheit, Industrie und den Weinbau informiert.

In jedem Posten ist ein Audiogerät angebracht, das der Besucher ans Ohr halten kann und dabei Wissenswertes zum jeweiligen Thema erfahren kann. Eine alte Schulbank aus Holz mit eingebautem Tintenfässchen und Schiefertafel sowie altmodische Puppenstuben geben einen Eindruck aus längst vergangenen Zeiten.

Bevölkerung kann mitmachen

Zum Thema katholische Kirche wird daran erinnert, wie die Katholiken nach der Reformation im Jahr 1525 aus Meilen verbannt worden waren und sich erst wieder im 19. Jahrhundert im Ort niederlassen durften. Von der einst ansässigen Industrie mit der Pumpenfabrik Häny & Cie oder Kaffee Hag ist nur noch Midor geblieben. Zum Weinbau erfährt man, dass Meilen um 1900 die grösste Weinbauerngemeinde der Schweiz war.

Ein kleiner Nebenraum dient als Archiv. Die dort ausgestellten Dokumente dürfen angeschaut und gelesen und an einem Computer individuell erforscht werden. Das Archiv solle, wie Ausstellungsmachers Ralph Weingarten betonte, wachsen und sich erweitern. Er rief die Bevölkerung auf, mit eigenen Erinnerungsgegenständen dazu beizutragen.


Letzte Ausstellung 2017: «Meilen kreativ» mit den Werken von 25 Künstlerinnen und Künstlern. Vernissage am Freitag, 3. November ab 18 Uhr (bis 10. Dezember). Geöffnet Sa./So. 14 bis 17 Uhr. Kirchgasse 14, Meilen.

Erstellt: 29.10.2017, 15:39 Uhr

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