Thalwil

Ein Luxushotel mit kurzem Namen und lange verweilenden Gästen

Alexander war einmal. Das Thalwiler Hotel mit Seeanstoss, das 2019 wiedereröffnet wird, heisst neu nur noch: Alex. Mit einem wohnlichen Ambiente soll es Gäste aus aller Welt zu langen Aufenthalten animieren..

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Seine Lage direkt am Ufer des Zürichsees in der Schweiz sei einzigartig und seine Architektur, geformt aus Stein und Glas, ausserordentlich. So schwärmt die Londoner Firma Campbell Gray Hotels in einer Mitteilung über ihr neuestes Juwel: das ehemalige Hotel Alexander an der Seestrasse 182 in Thalwil. Die Hotelkette wird das einstige 4-Sterne-Traditionshaus, das seit September 2017 fast komplett neu gebaut wird, ab nächstem Jahr führen. Eröffnet werden soll es im Mai.

Neues Haus, neue Betreiberin – und auch neuer Name. Denn das Alexander heisst jetzt nur noch Alex. So haben es die Betreiberin und die Corim AG, die Eigentümerin, gemeinsam entschieden. «Damit soll das Hotel einen neuen, internationalen Auftritt erhalten», sagt Renato Marazzi, Sprecher der Corim AG und Architekt des Alex.

Whirlpool und Yacht

Unverändert bleibt indes die Positionierung als exklusive Adresse. Ein Boutique-Hotel wird es sein. Und zwar eines, das vor allem auf Langzeitgäste ausgerichtet ist. So sind beispielsweise alle 44 Suiten als kleine Apartments mit eigenen, kleinen Küchen konzipiert. Doch werde das Gebäudeinnere auch sonst im wohnlichen Stil eingerichtet und mit auserlesenen Kunstgegenständen ausgestattet.

Ein Boutique-Hotel in dieser Art gibt es im Raum Zürich noch nicht, ist Marazzi überzeugt. «Doch die Nachfrage dafür ist vorhanden.» Mögliche Langzeitgäste seien etwa neuzugezogene Expats, die hier in einer internationalen Firma arbeiten, aber noch keine Wohnung gefunden haben. Oder auch Touristen, die mehr als nur ein paar Tage in der Schweiz verweilen möchten. Und diesen allen soll es im Hotel Alex an nichts fehlen: Verwöhnen lassen können sich die künftigen Gäste nicht nur in der Bar oder im Hotelrestaurant mit Terrasse, sondern auch im Wellnessbereich, der unter anderem einen Whirlpool mit Seeblick umfasst. Auch eine Lounge und ein Arbeitsbereich, exklusiv für Gäste, sind geplant. Den Zürichsee werden sie auf einer Yacht erkunden können, und die Region rundherum auf hoteleigenen Fahrrädern. Auch Wassersportaktivitäten sind möglich, genauso wie Angebote des benachbarten Ruderclubs (siehe Kasten). All dies verspricht die künftige Betreiberin in ihrer Hotelbeschreibung.

Autos automatisch versorgt

Die Grundidee für das Luxushotel hatte schon lange bestanden. Das detaillierte Konzept aber, und die Innenarchitektur, sind laut Marazzi erst im Laufe der letzten Monate zusammen mit der Betreiberfirma ausgefeilt worden. «Wir sind hocherfreut darüber, dass wir die Kreation des Alex in enger Zusammenarbeit mit den Hotelbesitzern gestalten können», lässt sich Gordon Campbell Gray, Inhaber und Namensgeber der Londoner Hotelkette in der genannten Mitteilung zitieren.

Bis es zu dieser Zusammenarbeit gekommen ist, hatte es allerdings lange gedauert. Denn die Suche nach einer geeigneten Hotelbetreiberin verlief zäh. Lange schien es, als wolle sich niemand in der Branche auf das Alexander einlassen. Nicht umsonst ging es seit der Schliessung vor vier Jahren nur schleppend voran.

Hinzu kam die «Komplexität des Projekts», wie Architekt Marazzi letztes Jahr gegenüber der ZSZ sagte. Denn das maximal erlaubte Gebäudevolumen so auszunutzen, dass das Hotel kostendeckend betrieben werden kann, sei nicht einfach. Die platzsparende Bauweise zeigt sich zum Beispiel an einer dreistöckigen, unterirdischen Parkgarage. Eine Zufahrt zu dieser gibt es nicht. Die Autos der Gäste werden von einem Liftsystem automatisch darin versorgt. Was diese Garage und der Hotelbau im Ganzen kostet, gibt die Corim AG nicht preis.

In Klosters gescheitert

Mit dem Alex erschliesst Campbell Gray Hotels neues Terrain. Denn in der Schweiz war die Hotelkette bislang noch nicht vertreten. Ein Projekt gab es allerdings schon: 2014 wurde bekannt, dass Gordon Campbell Gray mitten in Klosters ein 5-Sterne-Hotel realisieren wollte. Zustande gekommen ist es nicht.

Zurzeit umfasst das Portfolio der Marke Campbell Gray vier Hotels in vier Ländern: Schottland, Malta, Liberia und Libanon. In Bahrain kommt in Kürze ein nächstes hinzu. Und im jordanischen Amman betreibt die Firma ein Gebäude mit Luxuswohnungen und Dienstleistungen. Ein dazugehöriges Hotel ist ebenfalls in Entstehung. Allen Hotels gemeinsam ist ihre Positionierung im 5-Sterne-Segment. Nun stösst auch das Thalwiler Hotel in diesen Bereich vor.

Erstellt: 18.11.2018, 13:25 Uhr

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Ruderclub überrascht

Den Hotelgästen stünden auch Angebote des Ruderclubs Thalwil zur Verfügung. So heisst es in einer Mitteilung der Firma Campbell Gray Hotels, die das Hotel Alex künftig betreiben wird. Beim Ruderclub zeigt man sich darob überrascht. Abgesehen von einem unverbindlichen Gespräch mit dem Hotelarchitekten vor rund zwei Jahren sei nie etwas besprochen worden, sagt Hugo Höhn, Vorstandsmitglied des RC Thalwil. «Wir sind aber jederzeit bereit für eine konkrete Anfrage.» Allerdings sei der Verein mit seinen 350 Mitgliedern jetzt schon fast komplett ausgelastet. Höhn betont: «Ihre Bedürfnisse werden immer Priorität haben.»ham

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