Stäfa

Ein klimafreundliches Musikfestival ohne Gigantismus

Am Wochenende fand in der Mutzmalen das Mutzstock-Festival statt – ein intimes Begegnungsfest für Musiker und ihre Freunde. Gemeinsam feierten sie das Leben.

Am Mutzstock-Festival in Stäfa trat unter anderem Markus Rüeger mit seiner Band Green Trees auf.

Am Mutzstock-Festival in Stäfa trat unter anderem Markus Rüeger mit seiner Band Green Trees auf. Bild: André Springer

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Das Mutzstock Festival ist nicht erst dieses Jahr ins Leben gerufen worden, in dem im amerikanischen Staat New York des legendären Woodstock Festivals, das vor 50 Jahren die Massen mobilisierte, gedacht wird.

Mutzstock ist ganz im Gegensatz zu seinem Beinahe-Namensvetter ein Fest mit einem intimen Charakter und findet in unregelmässigen Abständen alle paar Jahre auf einem privaten Areal der Mutzmalen statt, heuer bereits zum siebten Mal. Die Gastgeber sind der Stäfner Musiker und Bandleader Markus Rüeger und seine Partnerin, die Bewegungstherapeutin Eva Hurley, die am Fuss der Lattenberger Rebstöcke zuhause sind, umgeben von einem prächtigen Garten.

«Völlig unbeabsichtigt, aber zu unserer grossen Freude findet zur gleichen Zeit das Woodstock Jubiläum unter dem Motto ‹for the people, for the planet› statt», sagt Rüeger, wobei die Stäfner ihre eigene Version ohne Gigantismus und klimafreundlich, wie der Musiker betont, auf dieser Seite des Atlantiks umsetzen würden.

Für Umweltanliegen unterwegs

Der Umweltgedanke spielt bei Markus Rüeger und seiner Band Green Trees denn auch eine tragende Rolle, widmet der Musiker seine Lieder seit bald 40 Jahren dem friedlichen Zusammenleben von Mensch und Natur. «Wir verstehen uns als einen Teil der Klimabewegung», sagt er.

Und da der umtriebige Stäfner seit Jahren für die Umweltanliegen unterwegs ist und seit Beginn dieses Jahres an den Klima-Demos Musik spielte, «wollen wir unser kleines Festival nutzen, uns noch entscheidender für eine lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten einzusetzen».

«Wir verstehen uns als einen Teil der Klimabewegung.»Markus Rüeger

Seine Lebenspartnerin Eva Hurley fügt an: «Mit unserer Musik versuchen wir, mehr menschliche Lebensqualität zu schaffen.» Will heissen, in ihrem Garten einen Raum öffnen, in dem eine freudvolle Atmosphäre, auch dies eine Art Klima, zwischen den Menschen aufkommt. «Auch wenn wir zugeben müssen, dass wir nicht wissen, wie mit der ganzen Klimadebatte umzugehen ist.»

Dazu haben sie Bands zu ihrem diesjährigen Mutzstock-Festival eingeladen, um nicht nur Begegnungen unter Gleichgesinnten zu fördern und Mut und Anregungen zur Veränderung der Leben zu liefern. Sondern sich gegenseitig mit Musik zu beschenken und das Leben zu feiern.

«Mit unserer Musik versuchen wir, mehr menschliche Lebensqualität zu schaffen.»Eva Hurley

Denn alle Musiker traten ohne Gage auf. Der Bassist von Green Trees, Kurt Tschanz, seines Zeichens Zimmermann und Schreiner, hatte die improvisierte Bühne gestaltet. Weitere Freiwillige halfen beim Aufbau und den Vorbereitungen für die Verköstigung der Gäste.

Song Session mit allen Musikern

Ab Samstagnachmittag reihte sich ein Act dem anderen bis in die Nacht hinein, ohne dass ein Tröpfchen Regen den Event unter freiem Himmel vermasselte. Die Musik, von Irish bis Folk, erfüllte die arenaförmige Reblandschaft mit zauberhaften Klängen, ohne die Umgebung zu beschallen.

Es lag ein Hauch von Friede und Freude in der Luft. Kinderlachen hatten ebenso Platz wie angeregte Diskussionen unter den Gästen. Rund 50 Personen sassen an den langen Tischen, es wurde grilliert, gegessen, getrunken und geplaudert und der Musik gelauscht.

Nach dem Titelsong aus der 2018 herausgekommenen CD von Green Trees, «Take This World In Your Hands, As Gently As You Can», stand gegen 21 Uhr eine Song Session auf dem Programm, zu der sich alle Musiker auf der Bühne zusammentaten. Neben Geige, Cello, Gitarre, Bass und Keyboard standen auch ein Appenzeller Hackbrett sowie ein irischer Dudelsack im Einsatz.

Das Publikum durfte mitsingen, Liedertexte halfen die Worte zu finden. Die Palette reichte von «Stand By Me» von Ben E. King bis «Scarborough Fair» von Simon & Garfunkel oder Gershwins «Summertime». Das Mutzstock Festival dauerte bis nach Mitternacht, ohne dass Nachbarn um ihren Schlaf beraubt worden wären.

Erstellt: 18.08.2019, 16:07 Uhr

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