Züri Fäscht

Drohnentanz über dem Wasser

Derzeit werden die Drohnen für die Show am Züri Fäscht getestet. Die Tests sind wichtig – für die Sicherheit und das Portmonnaie.

Zum Einsatz bereit: 150 Drohnen werden in Freitag- und Samstagnachts von einer Plattform im See über das Seebecken fliegen und Figuren in die Luft zeichnen.

Zum Einsatz bereit: 150 Drohnen werden in Freitag- und Samstagnachts von einer Plattform im See über das Seebecken fliegen und Figuren in die Luft zeichnen. Bild: Keystone

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Noch stehen sie still auf einer Plattform mitten im See. 150 orange und weisse Drohnen mit je einem LED-Licht an der Unterseite. Drei Robotik-Spezialisten kippen die Mini-Helikopter zur Seite, schauen auf ihre Laptops und stellen sie wieder auf. Jede Drohne ist neben der Computersoftware mit GPS-Ortung und einem Kompass ausgerüstet. Alle Systeme müssen einwandfrei funktionieren, damit die Drohnen in den beiden Nächten des Züri Fäschts Figuren in den Himmel zeichnen können.

«Kalibrierungstanz» wird der Vorgang zur Kalibrierung des GPS-Systems genannt, da jede Drohne mehrfach hochgehoben und um die eigene Achse gedreht werden muss. Wegen des vielen Stahls auf der schwimmenden Plattform, sei das Kalibrieren der Kompasse schwieriger gewesen als erwartet, sagt Stuart Fairhurst, technischer Leiter von Skymagic.

Die Firma mit Sitz in England und Singapur führt sieben bis acht Shows pro Jahr durch mit bis zu 700 Drohnen etwa in Dubai oder Saudiarabien. Da jede Drohne rund 900 Franken kostet, finden die Shows meist in reichen Ländern, die sich ein solches Spektakel leisten können, sagt Fairhurst.

Jede Drohne fliegt allein

Acht Skymagic-Mitarbeiter sind nach Zürich gereist und werden hier von vier «local guys» unterstützt, wie der Engländer sagt. Fairhurst selber wird als einziger während der Show auf der Plattform sein und die Drohnen sowie den Luftraum überwachen.

Obwohl es aussehen wird, als arbeiteten die Drohen zusammen, ist jede einzeln programmiert und interagiert nur mit der Kontrollstation. Welche Figuren passend zur Musik gezeigt werden, hat Skymagic mit den Züri-Fäscht-Verantwortlichen erarbeitet. Die höchste Drohne wird 150 Meter in die Höhe fliegen mit einer Geschwindigkeit von fünf Metern pro Sekunde.

Nie näher als vier Meter

Die Sujets werden aus jeder Richtung zu sehen sein, die beste Sicht wird man am Seeufer haben. Die grösste Herausforderung in Zürich – so nahe am Flughafen – sei die Flugbewilligung gewesen, sagt Fairhurst. Die letzten drei Monate habe sich Skymagic damit befasst.

Die Sicherheit steht für die Veranstalter im Zentrum. Deshalb fliegen die Drohnen in einer gesperrten Zone mit einem zusätzlichen Sicherheitspuffer. Sie kommen sich gegenseitig nie näher als vier Meter. Hat eine Drohne im Flug ein Problem, ist sie so programmiert, dass sie zur Startposition zurückkehrt oder vor Ort zu Boden geht.

Notlandung heisst Zerstörung

In Zürich stürzt sie also in den See und wird dabei zerstört. Einzelne Drohnen könnten während der Show ersetzt werden. Der Zuschauer merke davon kaum etwas, sagt Fairhurst. Falls aber etwa ein nicht angemeldeter Helikopter in den Luftraum eindringt, müsse das Programm notfallmässig gestoppt werden. Dann stürzen alle Drohnen in den See. Fairhurst muss bei einer abgestürzten Drohne die Seepolizei rufen, deren Taucher sie bergen. «Ich hoffe aber, dass ich keinen solchen Anruf machen muss», sagt Fairhurst.

Am Dienstagabend haben die Spezialisten mit den ersten Probeflügen begonnen. Mehr Tests folgen am Mittwoch, die Generalprobe ist am Donnerstag. Ein Boot bringt die Skymagic-Mitarbeiter dafür zwischen dem Vorbereitungszelt vor der Badi Mythenquai und der Plattform hin und her.

Im Zelt lagern auch 360 Batterien. Hier stösst die Technik an ihre Grenzen. Die Zürcher Show wird sieben Minuten dauern, obwohl die Drohnen 20 Minuten fliegen könnten. «Wir lassen sie aber nie mit weniger als 40 Prozent Ladung fliegen», sagt Fairhurst. Mit besseren Batterien könnte er sich vorstellen, dass Drohnen einst Feuerwerke ersetzen.

Erstellt: 02.07.2019, 22:43 Uhr

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