Zürich

Die Universität will grüner werden

Die Universität Zürich schickt Vorschläge, nachhaltiger zu werden, in die Vernehmlassung. Am meisten CO2 wird mit Flügen produziert.

In den Mensen der Uni Zürich wird weniger Fleisch und Fisch gegessen und mehr vegan. Das ist gut für das Klima.

In den Mensen der Uni Zürich wird weniger Fleisch und Fisch gegessen und mehr vegan. Das ist gut für das Klima. Bild: Raisa Durandi

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120 Gigawattstunden hat die Universität Zürich 2018 an Energie verbraucht, damit 26000 Studentinnen und Studenten und über 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten nachgehen können. Dies zeigt der Nachhaltigkeitsbericht, den die Universität gestern zum ersten Mal veröffentlicht hat. Künftig soll ein solcher Bericht alle zwei Jahre erscheinen.

120 Gigawattstunden entspreche dem Verbrauch von 6800 Durchschnittshaushalten, sagte Lorenz Hilty, Delegierter für Nachhaltigkeit an der Jahresmedienkonferenz der Uni. 78 Prozent davon stammt aus erneuerbaren Energiequellen. Deren Anteil ist in den letzten Jahren um 10 Prozent gestiegen.

Bei der Verpflegung hat sich die Bilanz der Uni ebenfalls verbessert. Dank der veganen Mensa assen mehr Mensagängerinnen und -Gänger fisch- und fleischlose Menüs. So sanken die Treibhausgas-Emissionen von 2017 auf 2018 um 20 Tonnen. «Hält dieser Trend an, erreichen wir ein nachhaltiges Resultat», sagte Hilty.

Zugfahren statt Fliegen

Die Herstellung der Nahrungsmittel für über 1,1 Millionen Mensa-Menüs pro Jahr verursacht aber «nur» 2040 Tonnen Treibhausgas-Emissionen. Schuld an den meisten Emissionen ist das Fliegen: Die Flugreisen der Mitarbeitenden und Gäste sind für 8299 Tonnen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Die Flüge der Studenten wurden nicht mitgezählt.

Hier sieht die Universität den wirksamsten Ansatzpunkt für den Klimaschutz und noch viel Verbesserungspotenzial. Für Vizedirektorin Gabriele Siegert wären Videokonferenzen eine Alternative zu Konferenzreisen. «Auch könnte man alles, was in sechs Stunden mit dem Zug erreichbar ist, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bereisen», sagte Siegert. Ganz aufs Fliegen zu verzichten, sei aber nicht praktikabel. Gäste würden öfter nach Zürich reisen, und unter dem Strich würde gleich oft geflogen. «Enkeltaugliche Entscheide müssen einfachere Wahl sein»

Verbindlich sind solche Empfehlungen aber nicht, betonte Siegert. Denn zweii konkrete Umsetzungsstrategien für Lehre und Forschung sowie für den Betrieb entwirft die Universität gerade erst. Sie werden noch dieses Jahr in die Vernehmlassung gegeben. Ziel müsse sein, dass die «enkeltauglichen» Entscheide die einfachere Wahl werden, sagte Siegert.

Als Wissens- und Kompetenzzentrum könne die Universität auch durch die Forschung und Lehrangebote teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel sein, sagte Rektor Michael Hengartner. So wird etwa in Zürich die Biodiversität erforscht, der Globale Wandel oder Prozesse, wie Energie aus Sonnenlicht in Form von Wasserstoff gespeichert werden kann.

Erstellt: 03.04.2019, 18:03 Uhr

Uni macht Sponsoren-Gelder im Internet publik

Die Universität Zürich finanziert sich zunehmend über Drittmittel aus der Wirtschaft und von Privaten. 2018 stammten 121 Millionen von 315 Millionen Franken Drittmitteln von Unternehmen oder Stiftungen. Um Transparenz über Herkunft und Verwendungszweck der Gelder zu schaffen, führt die Universität neu eine öffentliche Datenbank. Darin sind Spender, Verwendungszweck und Zeitraum der Unterstützung aufgeführt. Unter den Spendern sind Technologie- und Pharmafirmen, aber auch der Staat sowie Familienstiftungen.

Anonymität ist möglich

«Die meisten Geldgeber sind stolz auf ihre Engagement», sagte Rektor Michael Hengartner. Abgesprungen sei wegen der neuen Transparenz noch niemand. Zudem gebe es die Möglichkeit, einen Eintrag anonymisieren zu lassen. Einige Unternehmen wollen laut Hengartner wegen der Konkurrenz auf dem Markt nicht bekannt machen, auf welche Projekte sie sich konzentrieren. Es gebe auch Familienstiftungen, die anonym bleiben wollten, «aus Angst, von Anfragen überrannt zu werden».

Nicht aufgeführt sind Förderbeiträge unter 100000 Franken, solche von der EU und des Schweizerischen Nationalfonds, die in separaten Datenbanken öffentlich zugänglich sind, und Dienstleistungen, wie etwa die Behandlung eines Haustiers am Tierspital. Auch Drittmittelgeschäfte, die einer Geheimhaltungspflicht unterliegen, etwa im Bereich Cybersecurity, werden nicht in der Liste aufgeführt.

Die Universität Zürich bemüht sich seit einigen Jahren um mehr Transparenz. Auslöser war ein Sponsoring-Vertrag mit der Grossbank UBS 2012. Die Universität verwehrte Journalisten zunächst die Einsicht in den Vertrag. Die Politik verlangte daraufhin, dass die Universität mehr Transparenz herstellt. Inzwischen werden auch die Interessenbindungen von Professoren und Angaben zu Stiftungsprofessuren veröffentlicht. (sda/kme)

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