Zürich

Die Latte liegt höher dieses Jahr

Im Kanton Zürich finden am nächsten Montag und Dienstag die Aufnahmeprüfungen für die Gymnasien statt. Mit dem Sparauftrag der Regierung sind die Kriterien strenger.

Büffeln für die Gymi-Aufnahmeprüfung: Der Regierungsrat favorisiert Übertritte ab der Sekundarschule. Direkt ab der Primarschule wird es schwieriger.

Büffeln für die Gymi-Aufnahmeprüfung: Der Regierungsrat favorisiert Übertritte ab der Sekundarschule. Direkt ab der Primarschule wird es schwieriger. Bild: Keystone

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Nächsten Montag und Dienstag rauchen an den Zürcher Gymnasien wieder die Köpfe. Es findet die Aufnahmeprüfung statt. Sie ist für alle die gleiche, rund 6000 Prüflinge werden wieder erwartet: Schülerinnen und Schüler, die aus der sechsten Primarklasse ins Langzeitgymnasium übertreten möchten, sowie Schüler und Schülerinnen der zweiten und dritten Sekundarklasse, die ins Kurzzeitgymnasium wollen. Bis am 10. Februar hatten sie sich anmelden müssen.Wie viele zur Prüfung antreten, steht aber noch nicht genau fest, da erfahrungsgemäss bis zuletzt Abmeldungen eintreffen, wie Christoph Wittmer erklärt. Er ist Rektor in der Kantonsschule Enge und Präsident der Schulleiterkonferenz Zürich. So viel kann er immerhin sagen: «Es zeichnet sich ab, dass die Zahl der Anmeldungen für das Langzeitgymnasium gegenüber dem Vorjahr steigt und beim Kurzgymnasium etwa gleich bleibt.» Damit läuft der Trend den Absichten der Bildungsdirektion entgegen. Sie möchte, dass künftig mehr Schüler erst von der Sekundarschule ins Gymnasium wechseln. Dies ist eine der Massnahmen, die sie als Beitrag an das kantonale Sparpaket Leistungsüberprüfung 2016 beschlossen hat.

Zulassungsbeschränkung

Es braucht somit eine Zulassungsbeschränkung. Sie umzusetzen, ist Sache der Rektorinnen und Rektoren der Gymnasien. Wittmer kann insofern ein bisschen Entwarnung geben, als die Schülerzahlen im letzten Jahr weniger stark gewachsen sind als in der Finanzplanung prognostiziert. «Das reduziert den Spardruck, weil die Mittelschulen bereits weniger Schülerinnen und Schüler als angenommen zählen und somit auch die Kosten tiefer sind.»

Von vier Millionen Franken Einsparung pro Jahr hatte die Bildungsdirektion zunächst gesprochen, aktuell ist von zweieinhalb Millionen Franken die Rede. Fest steht, dass die Latte für den Eintritt ins Langzeitgymnasium höher gelegt werden muss.

Etwas Flexibilität

Martin Zimmermann hält allerdings fest: «Es gibt einen Auftrag der Regierung, aber wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Schülerinnen und Schülern.» Zimmermann ist Rektor der Kantonsschule Zürcher Oberland und als Koordinator Zentrale Aufnahmeprüfung der oberste Zuständige für die Tests vom Montag und Dienstag. Er gibt zu bedenken, dass nicht jeder Jahrgang gleich gut abschneidet. So erwiesen sich etwa die Prüflinge letztes Jahr als unterdurchschnittlich. Worauf man aber nicht einfach die Ansprüche heruntergeschraubt habe, wie er betont, sondern auch weniger Schüler aufgenommen habe. Würde nun umgekehrt dieses Jahr ein überdurchschnittlich starker Jahrgang die Prüfungen ablegen, sollte das aus seiner Sicht ebenfalls berücksichtigt werden. Etwas Flexibilität besitze man, sagt er. So liessen sich zu einem gewissen Grad die Klassen vergrössern.

Die Bildungsdirektion schreibt nicht vor, dass die Schüler- oder Klassenzahl in einem gewissen Ausmass sinken muss. Auch Wittmer und Zimmermann wollen keine Zahlen nennen – zu vieles ist noch offen, und offenbar zu heikel ist die Sache, nachdem man mit Bildungsdirektorin Silvia Steiner über Kreuz geraten ist. Sie hatte behauptet, dass Gymnasien teils chancenlose Schüler in die Probezeit aufnähmen, nur um den aufs ganze Jahr ausbezahlten Kantonsbeitrag abzuholen.

Maturitätsquote unverändert

Rund 250 000 Franken kostet eine Gymnasialklasse pro Jahr. Bei einem Sparauftrag von zwei Millionen Franken wäre das etwa eine halbe Klasse weniger pro Gymnasium im Kanton Zürich. Die Aufnahmequote, unter Berücksichtigung auch des Sparauftrages, wird am nächsten Donnerstag festgelegt. Bis dann sind die Prüfungen bereits korrigiert. Der Versand der Entscheide, ob jemand bestanden hat oder nicht, erfolgt am 16. März.

Wittmer und Zimmermann betonen beide, dass die Sparmassnahme keine Reduktion der Maturitätsquote verlangt. Das bedeutet, es soll insgesamt nicht weniger Maturanden geben. Es nicht ins Langzeitgymnasium zu schaffen, heisst daher nicht, dass auch ein zweiter Versuch später ab der Sekundarschule misslingen muss. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 02.03.2017, 21:58 Uhr

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