Hütten

Die Hüttner feiern ein Dorffest aus Liebe zur Kuh

Im Anschluss an die Hüttner Gemeindeviehschau – die grösste im Bezirk – folgte am Samstagnachmittag der traditionelle Umzug durchs Dorf. Wer dort dabei ist, beginnt zu verstehen, welchen Stellenwert die Hüttner Landwirte ihren Nutztieren geben.

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«Hütten ist wohl der einzige Ort in der Region, der mehr Kühe hat als Einwohner.» Die Augen der jungen Frau leuchten vor Freude. Es ist ein herrlicher Samstag, kurz vor 14 Uhr. In traditioneller Schweizer Tracht steht sie vor dem Hüttner Gemeindehaus, stellt sich auf ihre Zehenspitzen, um besser über die Menschenmenge sehen zu können. «Hören Sie die Glocken? Jetzt geht’s los!»

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass die Hüttner eine lange landwirtschaftliche Tradition verbindet. Seit fast 100 Jahren werden hier die schönsten Kühe der Gemeinde prämiert. Seit dem 50-jährigen Jubiläum 1969 ist auch der anschliessende Umzug durch das Dorf fester Bestandteil des traditionellen Anlasses.

Aus der Romandie angereist

Die Luft vibriert, als der Umzug beginnt. Unter tosendem Applaus der Hüttner Bevölkerung führen die Landwirte ihre mit Blumen und Treicheln geschmückten Prachtstiere durch die Strasse. Die Leute klatschen und lachen, winken ihren Bekannten zu oder schiessen gemeinsame Fotos zur Erinnerung. Und selbst die Kühe scheinen stolz zu sein, sich den Menschen präsentieren zu dürfen.

Gerda, die Gewinnerin bei den Brown-Swiss-Kühen vom Hof des Jungbauern Andreas Gwerder, sticht besonders heraus. «Ein Bild von einer Kuh», meint einer der Experten dazu. Und auch die Siegerin bei den Original-Braunen, Zaupf vom Hof von Andreas «Rutzli» Staub, zieht die Blicke der Zuschauer auf sich.

Die Hüttner sind längst in der ganzen Schweiz bekannt für ihre Original-Braunen Tiere. Ihre Viehschau zieht deshalb nicht nur Landwirte aus der Region an. «Die Qualität der Tiere hier ist ausgezeichnet», meint ein Züchter, der extra aus der Westschweiz angereist ist. Das hat seine Gründe. Die Hüttner Landwirte scheinen ihre Passion für die Landwirtschaft und ihre Tiere richtig zu leben: «Hier haben alle Kühe Namen, die Besitzer pflegen eine persönliche Beziehung zu jedem Tier», erklärt ein pensionierter Landwirt aus Richterswil, der die Schau vor 30 Jahren selber organisiert hatte.

200 Biere für die Landwirte

Inzwischen ist der Umzug vor dem Gasthaus Schöntal angelangt, wo die Zuschauer mit Wein, Brot und Käse verköstigt werden. «So viele Zuschauer habe ich hier noch selten gesehen. Das perfekte Wetter spielt da natürlich mit», meint Roland Betschart zufrieden, der die Schau zum zweite Mal als Präsident durchführt. Die Bauern würden auch den Apéro selber organisieren und finanzieren. Dafür würden sie in den Wochen zuvor von Haus zu Hause gehen, um Spenden zu sammeln. «Es ist schön, den Leuten nun etwas zurückgeben zu können», sagt Betschart.

Den Schluss des Umzugs bildet der Halt beim Gasthof zur Krone. «Seit sechs Jahren verteilen wir hier zum Abschluss des Umzugs etwa 200 Biere an die Landwirte», erklärt der Beizer. Und während die Tiere den Heimweg antreten und das Läuten der Glocken im Hintergrund immer leiser wird, sitzen die Hüttner noch lange beisammen, trinken, singen und geniessen das gemeinsame Fest, als gäbe es für sie nichts Schöneres. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.10.2017, 17:57 Uhr

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