Horgen

Horgner Mountainbiker hoffen auf eine baldige Lösung

Im November 2018 sprach sich das Jugendparlament Horgen für einen offiziellen Biketrail im Aabachtobel aus. Der Gemeinderat reagierte positiv, doch die Mountainbiker warten bisher auf konkrete Schritte.

Laurin Peyer fährt auf die Barrikade zu, welche Förster auf der inoffizellen Strecke errichtet haben.

Laurin Peyer fährt auf die Barrikade zu, welche Förster auf der inoffizellen Strecke errichtet haben. Bild: Moritz Hager

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Im Aabachtobel in Horgen kommen sich seit einiger Zeit Wanderer, Reiter und Biker in die Quere. Denn der Bike-Sport erfreut sich grosser Beliebtheit und auch die Horgner Jugend hat an den rasanten Fahrten durch den Wald Gefallen gefunden. Mittlerweile ist im Aabachtobel ein illegaler Biketrail entstanden. Doch nicht alle freuen sich über die neuen Freizeitsportler. Die Reiter und Wanderer fühlten sich auf den Wegen im Horgner Tobel zunehmend unsicher.

Abwechslungsreiche Strecke vorgeschlagen

Deshalb hatte das Jugendparlament im November 2018 die Idee eines legalen Bikeparcours. Tatkräftige Unterstützung erhält die Initiative der Jugendlichen vom Veloclub Horgen (VCH). «Die Gemeinde kam nach dem Antrag der Jugendlichen auf uns zu und bat um Unterstützung», sagt Christian Sailer, Co-Präsident des VCH.

Das Aaabachtobel-Problem muss gelöst werden, so das erklärte Ziel. Wo sich der Waldweg mit einer Strasse kreuzt, ist es laut Sailer auch schon beinahe zu einem Zusammenstoss zwischen einem Biker und einem Wanderer gekommen. Daraufhin habe der Förster kurzerhand Barrikaden aufgestellt. Da diese Massnahme nicht kommuniziert wurde und die Biker auf ihrer Strecke keine Wegsperre erwartet hätten, sei es zu gefährlichen Situationen gekommen. Ausserdem komme es anschliessend zu zahlreichen Ausweichrouten, welche die Natur zusätzlich belasten.

«Die Gemeinde kam nach dem Antrag der Jugendlichen auf uns zu und bat um Unterstützung.»Christian Sailer, Co-Präsident Veloclub Horgen

Laurin Peyer, Initiant des Biketrails Horgen, sagt: «Ich bin Biker, bin aber auch zu Pferd unterwegs. Ich kann die Sicherheitsbedenken durch den illegalen Biketrail gut verstehen.» An der Jugendsession in Horgen vergangenen November diskutierten Jugendliche mit Gemeinderäten und legten ihre Wünsche rund um das Thema Räume dar. Laurin Peyer ist aktiv bei der Klimabewegung dabei. Ihm ist es ein Anliegen, dass die Natur im Wald respektiert wird und keine Tiere gestört werden.

Dennoch ist für ihn klar: «Es braucht in Horgen einen legalen, naturnahen Trail, wo sich die Biker-Community treffen kann.» Laut dem 15-Jährigen äusserte sich der Gemeinderat gegenüber dem Vorschlag positiv und bat den Veloclub Horgen um mögliche Vorschläge eines solchen Parcours unterhalb des Bergweihers. Auch die «Drehscheibe», die offene Jugendarbeit in Horgen, habe bei der Vermittlung zwischen den verschiedenen Parteien geholfen. Auf einer Karte hat der VCH nun eingezeichnet, wie der Parcours konkret aussehen soll. Eine Downhill-Strecke sowie ein Jump- und Halfpipe-Trail sollen für Abwechslung sorgen.

Richtet weniger Schaden an Natur an

«Wir warten nun seit Juni auf eine Antwort», sagt Sailer. Dem Co-Präsident ist klar, dass die Abklärungen Zeit in Anspruch nehmen können. Doch er würde sich wünschen, dass er seine Schützlinge über die nächsten Schritte des Gemeinderates informieren könnte, wenn es auch nur einen groben Zeitplan sei. «Die Kleinen fragen mich jede Woche und ich muss sie damit vertrösten, dass ich noch nichts gehört habe», erklärt Sailer, der am Montagabend jeweils das Kidz-Bike für junge Sportler ab sieben Jahren leitet, gemeinsam mit Laurin Peyer und Co-Präsident Markus Blessing.

Die Bedenken auf Seiten der Kritiker kann Sailer verstehen. Viele haben Angst, dass der Wald verschandelt wird. «Ein Drittel des geplanten Bikeweges gibt es noch nicht. Dort müsste die Krautschicht im Wald etwas entfernt werden», sagt er. Als Geograf und GLP-Mitglied sei auch er naturverbunden und sensibilisiert für die Umwelt: «Unser Sport richtet sicherlich weniger Schäden an als andere Sportarten.» Für Christian Sailer ist es unverständlich, dass sie bis jetzt noch keine Antwort vonseiten des Gemeinderates erhalten haben.

Nachfrage bleibt unbeantwortet

Ein Biketrail umzusetzen sei schwierig, so heisst es derweil seitens der Gemeinde. «Das Waldgesetz sieht nicht vor, dass solche Anliegen realisiert werden», sagt Tiefbauvorsteher Markus Uhlmann (GLP). Er ergänzt, dass sie sich mit anderen Gemeinden ausgetauscht hätten, die bereits Biketrails haben. Bis jetzt gäbe es aber noch keinen Gemeinderatsbeschluss zum Thema.

«Zurzeit wird das Anliegen der Gemeinde Horgen beim Forstamt abgeklärt», sagt Liegenschaftsvorsteher Joggi Riedtmann (SP). «Junge Leute sind es sich einfach nicht mehr gewohnt zu warten. Das Anliegen haben wir ernst genommen, sonst würden wir es nicht prüfen, aber es braucht alles Zeit» ergänzt Riedtmann.

Für die Biker ist es indes nicht nachvollziehbar, dass der Gemeinderat auf ihre Nachfragen nicht reagiert habe. Sie hoffen, dass sich bald eine Lösung finden lässt, mit der die Freizeitsportler des Aabachtobels wieder in Frieden nebeneinander ihrer Leidenschaft nachgehen können. Die einen etwas gemächlicher, die anderen mal etwas rasanter.

Erstellt: 08.09.2019, 15:29 Uhr

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