Unfälle

Die Gefahren des Winters lauern auf den Strassen

Der Winter bringt kürzere Tage und längere Nächte. Damit erhöhen sich auch die Gefahren für Fussgänger und Autofahrer. Zu Unfällen kommt es aber auch in helleren Monaten. Die Anzahl an Verkehrsunfällen unterscheidet sich je nach Seegemeinde. Eine Übersicht.

Das menschliche Auge kann bei Dunkelheit Farben und Details schlechter erkennen als bei Tageslicht. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) empfiehlt Fussgängern deshalb, Kleidung mit reflektierenden Materialien zu tragen.

Das menschliche Auge kann bei Dunkelheit Farben und Details schlechter erkennen als bei Tageslicht. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) empfiehlt Fussgängern deshalb, Kleidung mit reflektierenden Materialien zu tragen. Bild: Keystone

Neblig, dämmerig, nass und vereist. So macht sich der Winter bei wenigen beliebt. Bei Verkehrs­teilnehmern schon gar nicht. Schlechtere Sichtverhältnisse und rutschige Strassen sind die Folgen. Problematisch sind auch schlecht sichtbare Fussgänger, auf die sich der Automobilist in der Dämmerung besonders konzentrieren muss.

Gemäss Verkehrsunfallstatistik des Kantons Zürich waren 2017 kantonsweit rund 550 Fussgänger in Unfälle verwickelt. Davon wurden 420 leicht verletzt und 130 schwer. Etwa die Hälfte aller Unfälle mit Schwerverletzten ereignete sich auf einem Fussgängerstreifen. Ums Leben kamen gemäss Statistik keine Passanten.

Höheres Risiko bei Dämmerung

Im vergangenen Monat kam es in der Region gleich zu drei Unfällen mit Fussgängern. Auf der Seestrasse in Horgen wurde eine 43-jährige Frau schwer verletzt, auf der Zugerstrasse in Wädenswil verletzte sich eine 88-jährige Frau bei einer Kollision und in Thalwil wurde auf der Seestrasse ein 62-jähriger Mann angefahren.

Zwei der drei Unfälle ereigneten sich während der Dämmerung. Ob zwischen der Tageszeit und den Unfällen ein Zusammenhang besteht, lässt sich nicht beurteilen. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) schätzt das Unfallrisiko in der Dämmerung und in der Nacht allerdings dreimal höher ein als am Tag. Bei nächtlichem Regen, Schnee oder Gegenlicht steige es gar bis auf das Zehnfache an.

Die Statistik zeigt, dass sich im Jahr 2017 die meisten Unfälle zwischen 17 und 18 Uhr ereigneten. In dieser Zeit dunkelt es während ­einiger Monate ein. Grund für die Unfälle kann aber auch das erhöhte Verkehrsaufkommen zu dieser Zeit sein. Eine steigende Unfallzahl in der Dämmerung lässt sich mit der Statistik nicht eindeutig festmachen.

Auch im Sommer krachts

Gewiss ist aber, dass die schlechteren Witterungsverhältnisse eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordern. «Unfälle ereignen sich, weil die Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit nicht oder nur ungenügend an die Witterungs- und Strassenverhältnisse sowie die eigenen Fähigkeiten anpassen», sagt Carmen Surber, Mediensprecherin der Kantonspolizei Zürich. Die Kapo rät den Passanten, sich sichtbar zu kleiden.

Die schlechteren Verkehrsverhältnisse im Winter bedeuten jedoch nicht, dass es im Sommer zu weniger Unfällen kommt. Die Verkehrsunfallstatistik zeigt, dass es 2017 in den Wintermonaten nicht zu bedeutend mehr Unfällen als im Sommer kam. Im Januar waren es beispielsweise 1300 Unfälle mit Sachschaden, im Juni rund 1100. Unfälle mit Personenschäden ereigneten sich 2017 in den Sommermonaten gar mehr als im Winter.

(Daniel Hitz)

Erstellt: 06.01.2019, 15:09 Uhr

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Mach dich Sichtbar

In der Dämmerung und in der Nacht ist das Unfallrisiko im Strassenverkehr gemäss der Beratungsstelle für Unfallver­hütung (BfU) dreimal höher. Dies, weil das menschliche Auge bei Dunkelheit Farben und Details schlechter erkennen kann als bei Tageslicht. Regen vermindert die Sichtbarkeit zusätzlich.

Während für Auto- und Motor­radlen­ker seit dem 1. Januar 2014 das Fahren mit Licht Pflicht ist, sind Fussgänger und Velo­fahrer dagegen oftmals weder­ mit reflektierenden Materialien noch mit einem Licht ausgerüstet.

«Dunkel gekleidete Velofahrer und Fussgänger erkennt man erst in 25 Metern Entfernung», schreibt die BfU auf ihrer Webseite. Oftmals reiche die Zeit zum Reagie­ren und Bremsen dann nicht mehr. Darum hat die Beratungsstelle zusammen mit dem Touring-Club Schweiz (TCS) und dem Fonds für Verkehrssicherheit (FSV) vor rund einem Jahr die schweizweite Kampagne «Made visible – Mach dich sichtbar» lanciert. Mittels dieser sollen Fussgänger und Velofahrer dafür sensibilisiert werden, sich im Dun­keln besser bemerkbar zu machen. Helle Kleidung und Signal­- oder Neonfarben würden die Sichtbarkeit bereits auf 40 Meter, reflektierende Elemente sogar auf 140 Meter verbessern, heisst es auf der Internetseite www.madevisible.swiss. Besonders wirkungsvoll seien reflek­tierende Materialien dabei an bewegenden Körperteilen, zum Beispiel an Händen, Füssen, Armen­ und Beinen. «Damit wird man sofort als Fussgänger oder Velofahrer erkannt.»

Die BfU rät Eltern zudem, ihre Kinder Dreieckgürtel oder Leuchtwesten auch ausserhalb des Schulwegs tragen zu lassen. Für Velo-, E-Bike- und Trotti­nettfahrer gilt diese Empfehlung ebenfalls. fse

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